Letztes Jahr trat die Lumpy Skin Disease (LSD) erstmals in Italien und Frankreich auf. Einige Überwachungszonen reichten sogar bis in die Schweiz. Dies führte zu verschiedenen Konsequenzen wie Tierverkehrs-Einschränkungen und Impfpflicht. So gesehen kam die Schweiz letztes Jahr «mit einem blauen Auge davon» und es erkrankten keine Tiere an LSD in der Schweiz.
Die schweizerischen Behörden veranlassen auch 2026 verschiedene vorbeugende Massnahmen wie ein Sömmerungsverbot in Frankreich, um einen Virus-Eintrag in die Schweiz möglichst zu verhindern. Gleichzeitig laufen Vorbereitungen für den Ernstfall.
Was geschieht, wenn ein Tier in der Schweiz an LSD erkrankt?
Beim Auftreten hoch ansteckender Tierseuchen wie der LSD ordnet der Kantonstierarzt die unverzügliche Tötung aller empfänglichen Tiere des Bestandes an Ort und Stelle an. Eine Ausnahme zur Tötung des gesamten Bestandes ist nur unter sehr strengen Auflagen und in besonderen Fällen möglich, in denen das Risiko einer Übertragung der Krankheit ausgeschlossen werden kann.
Um den Herd herum werden reglementierte Zonen festgelegt (eine Schutzzone im Umkreis von 20 km um die infizierte Herde und eine Überwachungszone im Umkreis von 50 km).
Welche Leistungen erhält ein Landwirt vom Bund, wenn er seine Rindviehherde wegen LSD keulen muss?
Gesetzlich ist eine Entschädigung von 90 % des geschätzten Tierwertes vorgesehen.
Wie viel kostet die Tierseuchenversicherung für Rinder und was ist gedeckt?
Zur Grunddeckung gehört der Ertragsausfall wegen einer von 15 gelisteten Seuchen sowie Botulismus. Der Tierwert kann zusätzlich versichert werden. Auch Waren und Kosten werden nach Beleg entschädigt.[IMG 2]
Beispiel:
Die Jahresprämie kostet 2052.80 Franken für einen Betrieb mit 60 GVE (Ertragsausfall und Tierwert je 3000 Franken /GVE, Waren und Kosten bis 36 000 Franken)
Bei einer Herdentötung wegen LSD würde die Schweizer Hagel pauschal 90 000 Franken bezahlen:
54 000 Franken für den Ertragsausfall (entspricht rund 4 Monaten),
36 000 Franken für den Tierwert (zusätzlich zu 90 % des geschätzten Tierwertes vom Bund),
zusätzlich maximal 36 000 Franken für Waren/Kosten (nach Beleg).
Anlass zu vorsichtiger Hoffnung
2015 bis 2017 kam es im Balkan zu einem LSD-Ausbruch. Die Krankheit konnte dort dank seuchenpolizeilicher Massnahmen und Impfkampagnen wieder ausgerottet werden. Aus Frankreich wurden seit dem 2.1.2026 keine neuen Fälle gemeldet. Im April 2026 gab es in Sardinien jedoch noch einmal vier LSD-Ausbrüche.
Weitere Informationen: Lumpy-Skin-Krankheit (Dermatitis nodularis) oder www.blv.admin.ch

