Im Normalfall sind die Würfe pro Abferkelgruppe unterschiedlich gross und die Milchleistung der Muttersauen unterschiedlich hoch. Daher lohnt es sich, die Würfe auszugleichen, damit alle Ferkel eine möglichst grosse Chance bekommen, genügend Milch zu trinken und sich so prächtig entwickeln können. 

Die stärkeren Ferkel nicht zu früh versetzen

Beim versetzten der Ferkel ist neben der Gesundheit von Sau und Ferkeln die Kolostrumaufnahme zu berücksichtigen. Jedes Ferkel muss genügend Kolostrum aufgenommen haben, bevor es versetzt wird, um die Funktion des Immunsystems sicherzustellen. Es ist deshalb empfehlenswert, eher stärkere Ferkel erst ab der 6. Lebensstunde zu versetzen, besser später. Das Versetzen bedeutet für das Ferkel und sein Immunsystem auch eine Zusatzbelastung: Verlust der Mutter, arrangieren mit den neuen «Wurfgeschwistern», einen neuen Platz am Euter ergattern sowie sich mit der Keimflora in der neuen Bucht auseinandersetzen. Es kann hilfreich sein, die versetzten Ferkel gemeinsam mit den eigenen Ferkeln ins Ferkelnest zu sperren, damit alle gleich riechen.

Bei Milchfieber für Entlastung des Euters sorgen

Wenn Anzeichen bestehen, dass bei der Muttersau Milchfieber vorhanden ist, ist es im Gegensatz empfehlenswert, leichtere Ferkel zu versetzen und möglicherweise stärkere Ferkel zuzugeben. Und zwar, damit die im Euter stauende Milch möglichst schnell getrunken wird und für Entlastung im Euter sorgt. Die Behandlung mit Schmerzmitteln, Entzündungshemmern, Oxytocin und notfalls Antibiotika muss natürlich ebenfalls gemacht werden. Remonten haben oft eine weniger gute Herdenimmunität, entsprechend ist die Kolostrumqualität noch nicht so gut. Daher kann es sinnvoll sein, Würfe von Erstlingssauen komplett mit jenen von Altsauen zu tauschen. Dieser Tausch kann schnell nach der Geburt des letzten Ferkels passieren. Die Herausforderung ist, dass die zwei Sauen gleichzeitig abferkeln. Denn je mehr Zeit seit der Geburt vergangen ist, desto stärker fallen zwei Faktoren ins Gewicht: Einerseits ist die Antikörperkonzentration im Kolostrum tiefer, andererseits können die Antikörper schlechter die Darmwand des Ferkels durchdringen und so schlechter ins Blut aufgenommen werden. 

Kein Durcheinander bei der Abstammung

Mit der gezielten Geburtseinleitung kann verschiedenen Abferkelzeiten entgegengewirkt werden. Allerdings ist dies ein Eingriff in das natürliche Verhalten der Sau und mit anderen Herausforderungen verbunden.

Bei Remontierungsbetrieben ist beim Versetzen von Ferkeln Vorsicht geboten, damit die Abstammung der zukünftigen Sauen immer nachvollziehbar bleibt.