Je nach Zeitpunkt darf die Kondition der Muttersauen etwas variieren. Nach der intensiven Säugezeit sind die Fettreserven meist etwas eingeschmolzen, nach der Galtphase sind leichte Reserven erwünscht. Doch was ist das Problem, wenn die Sauen zu stark abgesäugt werden und beispielsweise mit einem Body Condition Score (BCS) 1 bis 2 (siehe Abbildung) aus der Säugezeit kommen?
Durch die reduzierte Fettauflage wird der Hormonhaushalt instabil, denn das Fettgewebe dient einerseits als Hormonspeicher und andererseits wird das Hormon Leptin sogar im Fettgewebe gebildet. Leptin ist – neben seinen Aufgaben bei der Immunabwehr und Appetitregulation – wichtig für den Zyklus der Sauen, da es als Vorstufe von verschiedenen Zyklushormonen dient.
Zu mager hat Auswirkungen auf Fruchtbarkeit
Zu magere Sauen haben einen tiefen Leptin-Spiegel und dadurch mehr Mühe, in den Zyklus zu starten und eine Trächtigkeit aufrechtzuerhalten. Daher rauschen sie eher um und haben meist kleinere Würfe.
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Grundsätzlich sollte das Ziel sein, über die Säugezeit nicht mehr als 1 BCS-Punkt zu verlieren. Ein solches Defizit kann in der Galtphase vorwiegend problemlos korrigiert werden. Doch aufgepasst: Die Sauen dürfen in der Tragezeit nicht zu stark verfetten. Zu schwere Sauen haben öfter Probleme beim Abferkeln.
Durch das Fett sind die Geburtswege verengt und die Ferkel haben mehr Mühe auszutreten. Dadurch wird die Geburtsdauer verlängert und das Risiko von Milchfieber steigt bei solchen Sauen. In der Säugezeit fressen sie zudem weniger und sind träger, was zu leichteren Ferkeln und höheren Ferkelverlusten durch Erdrücken führt. Durch das zusätzliche Gewicht wird zudem das Fundament stärker beansprucht.
Jungsauen dürfen etwas mehr Reserven haben
Das Korrigieren der Körperkondition – egal ob zu fett oder zu mager – sollte in der frühen Tragezeit geschehen. Bei zu mageren Sauen kann die Futterkurve um 10 bis 20 Prozent erhöht, bei zu schweren Sauen um 10 Prozent reduziert werden. Idealerweise haben alle Sauen nach sechs Wochen die gewünschte Körperkondition.
Sind regelmässig Sauen im Bestand, die in der Säugezeit stärker abmagern, muss der Futterverzehr verbessert werden. Durch dreimaliges Füttern, angenehme Stalltemperaturen, schmackhaftes Futter und eine gute Wasserversorgung kann der Verzehr erhöht werden.
Bei den Jungsauen dürfen die Fettreserven beim Abferkeln etwas grösser sein als bei Altsauen. Studien haben gezeigt, dass Jungsauen mit mehr Rückenspeckdicke bessere Milchleistungen und schönere Würfe haben und länger in der Herde verbleiben.
Zur Autorin
Sandra Haslebacher ist Lehrerin und Beraterin mit Spezialgebiet Schweinehaltung am Inforama Rütti, Zollikofen BE