Die warmen Tage haben die Rüben rasant wachsen lassen. Vielerorts sind sie kurz vor dem Reihenschluss oder haben diesen bereits erreicht. Wenn der Reihenschluss bis zum 21. Juni erreicht wird, kann man mit einem durchschnittlichen Jahr rechnen. Ein Spitzenjahr wie 2020 (v. a. in der Ostschweiz – dort war es bzgl. Ertrag und Zuckergehalt das beste seit 2014) wird es wohl nicht geben.

Die Rüben haben den Rückstand merklich aufgeholt. Sollte es weiterhin sommerlich warm sein mit gelegentlichen Niederschlägen, ist die Gefahr von weiteren «Bremsern» nicht in Sicht.

Borspritzung mit Erreichen des Reihenschluss durchführen

Mit dem Erreichen des Reihenschlusses sind allfällige Borspritzungen ein Thema. Bor wird über das Wasser aufgenommen. Zu Problemen kommt es, wenn die Rüben über eine längere Periode kein Wasser mehr aufnehmen. Diese Gefahr herrscht vor allem auf kiesigen Standorten, Kuppen oder Standorten mit einem zu hohen pH-Wert. Auch Zuckerrüben, die lange aufgrund der Trockenheit und Hitze «abliegen», sind tendenziell mehr gefährdet. An solchen Standorten empfiehlt es sich, mit dem Erreichen des Reihenschlusses eine Borspritzung durchzuführen. Dies geschieht in der Regel mit 7,0 kg/ha Solubor (1 kg/ha reines Bor). Sollte zusätzlich ein Insektizid beigemischt werden, ist die Solubormenge auf 5 kg/ha zu reduzieren.

Behandlung früh am Morgen oder späteren Abend durchführen

Um die Pflanzen nicht zu verbrennen, ist eine Behandlung in den frühen Morgenstunden oder am späteren Abend zu empfehlen. Das Beimischen von weiteren Produkten (Gräsermittel, Herbizide, Öl) ist zu unterlassen. Bei starker Sonneneinstrahlung kann dies zu erheblichen Schäden an den Zuckerrüben führen.

Schwarze Blattlaus nicht mehr bekämpfungswürdig

Die Schwarze Rübenblattlaus ist auf späten Rüben noch aktiv, aber aufgrund des fortgeschrittenen Wuchses und der aufgebauten Nützlingspopulation im Normalfall nicht mehr bekämpfungswürdig. Sie wurde aufgrund der Freigabe zur Bekämpfung der Grünen Pfirsichblattlaus in vielen Regionen mit erfasst.

Mit Cercospora-Befall ab Juli rechnen

Bislang wurden keine Cercospora-Blattflecken entdeckt. Aktuelle Blattflecken (dunkler Rand) auf den Rübenblättern sind bakterieller Herkunft, hervorgerufen durch Pseudomonasbakterien. Diese treten insbesondere nach starken Gewitterregen auf, die Verletzungen am Blattapparat hervorrufen. Solche Flecken können nicht behandelt werden, sind überdies harmlos und nicht ertragsmindernd. Cercospora wird wohl später als in den Vorjahren auftreten – voraussichtlich ab Anfang Juli.