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Glarner Bauernverband: «Die Vielfalt der Landwirtschaft ist gefährdet»

Der Glarner Bauernverband hat auf dem Hof von Hans Peter Hauser in Näfels seine Argumente gegen die Trinkwasser- und die Pestizidverbot-Initiative dargelegt. Die Hauptbotschaft: Ein Ja zu den beiden Initiativen bedroht die Biodiversität und kommt einem Zwang zu Bio gleich.


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«Ein Tierbestand, der mit dem auf dem Betrieb produzierten Futter ernährt werden kann.» Das ist eine der Voraussetzungen, um in den Genuss von Direktzahlungen zu kommen. Der entsprechende Passus in der Trinkwasser-Initiative ist klar formuliert. Und er betrifft auch die Glarner Landwirte. Unabhängig, ob Bioproduzenten oder nicht. Das zeigte sich an der Medienorientierung vom 30. April  auf dem Betrieb von Hans Peter und Erika Hauser in Näfels. An dieser legte der Glarner Bauernverband seine Argumente für ein doppeltes Nein zu Trinkwasser- und Pestizidverbot-Initiative dar, über die am 13. Juni abgestimmt wird.

Nur wenig Kraftfutter

Hans Peter Hausers Betrieb liegt im Talboden. Anders als in Betrieben weiter hinten im Tal, ist auf einem Teil des Betriebes Ackerbau möglich. Hauptstandbein des Betriebs ist die Milchwirtschaft. Hausers rund 30 Milchkühe bleiben während des ganzen Sommers auf dem Talbetrieb, nur seine Rinder lässt er alpen. Seinen Milchviehbestand kann Hauser zu fast 100 Prozent mit betriebseigenem Futter versorgen. Die Basis dazu sind die Weideflächen rund um seinen Hof, Gras, Heu und der betriebseigene Silomais. Lediglich Kühe, die gekalbert haben und vor Beginn einer neuen Laktation stehen, erhalten Kraftfutter. Damit sie zu diesem Zeitpunkt, in dem sie viel Energie brauchen «nicht in ein Loch fallen», wie Hauser sagt. Bei diesem Zusatzfutter handelt es sich um eine Getreidemischung, die Hauser von einer regionalen Futtermühle bezieht.

Hauser sieht sich nicht in der Lage, das Getreide für eine solch optimal zusammengesetzte Mischung auf dem eigenen Betrieb zu produzieren. Ganz abgesehen davon, dass er es von der Effizienz her als nicht sinnvoll erachtet, wenn jeder Betrieb Futtergetreide nur für den Eigengebrauch anbaut. Hans Peter Hauser betreibt zudem eine Schweinemast mit 240 Plätzen. Pro Woche gehen aus diesem vergleichsweise kleinen Mastbetrieb 15 bis 20 Schweine an regionale Metzgereien im Glarnerland. Das Futter dieser Schweine besteht aus einer Fertigmischung, die Hauser – wie das Kraftfutter für seine Kühe – von einer Futtermühle bezieht.

Gefährdeter Betriebszweig

Dieses Futter auf dem eigenen Betrieb zu produzieren, ist für Hauser nicht möglich. Bei einem Ja zur Trinkwasser-Initiative müsste Hans Peter Hauser auf diesen Betriebszweig, den er als gute Ergänzung zur Milchwirtschaft erachtet, verzichten. Denn ein Verzicht auf Direktzahlungen ist für den IP-Suisse-Betrieb keine Option. Eine Spezialisierung und Intensivierung der Produktion ist auf seinen Böden kaum möglich.

Biodiversität ist bedroht

Die Bereiche Obst-, Wein- und Ackerbau spielen im Glarnerland eine geringe Rolle. Topographie und Klima schränken diese Bereiche ein. Das stellte Fritz Waldvogel fest. Dennoch ist der Biobauer und Präsident des Glarner Bauernverbands überzeugt, dass ein Ja zur Trinkwasser-Initiative die Vielfalt der Glarner Landwirtschaft einschränken würde. Betroffen wären etwa Eierproduzenten oder Geflügelhalter. Aber auch die Halter von Pensionspferden. Sie alle sind auf den Zukauf von Futter angewiesen. Treffen würde ein Ja laut Waldvogel vor allem den «hinteren» Kantonsteil mit seiner kargen Vegetation. Generell befürchtet Waldvogel, dass bei einer Annahme der Trinkwasser-Initiative ein Teil an Biodiversität verloren ginge. Denn es bestehe die Gefahr, dass viele spezialisierte Betriebe auf Direktzahlungen verzichten. Damit wären sie auch nicht mehr an die Vorgaben des ÖLN gebunden.

Zwang zu Bio

Mit Blick auf die Pestizidverbots-Initiative stellte Biobauer Waldvogel fest, ein Ja käme zu einem Zwang zu Bio gleich. Mit einer konsequenten Bioproduktion werde der Grad der einheimischen Versorgung aber reduziert. «Das ist unverantwortlich», sagt Waldvogel. Mit einer stetig wachsenden Weltbevölkerung nehme der Bedarf an Nahrungsmitteln zu. «Wenn die Schweiz zusätzlich Lebensmittel importiert», so Waldvogel, «dann fehlen diese anderswo.» Ziel in der Schweiz müsse sein, unter optimalen Bedingungen ein Maximum an Lebensmitteln zu produzieren.

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