Das öffentlich-rechtliche Fernsehen SRF wäre eigentlich der ausgewogenen und neutralen Berichterstattung verpflichtet. So wie jedes Medium, welches öffentliche Gelder beansprucht. Dieser Grundsatz wurde in der vergangenen Woche in der Sendung Kassensturz aufs Übelste mit den Füssen getreten.

Nach eigenem Gutdünken zurechtgebogen

In grossen Worten und mit dick unterlegtem Text auf dem Bildschirm wurde den Zuschauern suggeriert, dass die Trinkwasser-Initiative den einzelnen Betrieben den Zukauf von Importfutter verbiete.

In Tat und Wahrheit steht im Initiativtext jedoch folgender Satz: «… und einen Tierbestand, der mit dem auf dem Betrieb produzierten Futter ernährt werden kann».  Es ist wohl nicht zufällig, dass der Kassensturz sich den Text so zurechtgebogen hat. Auch auf der Website der Initianten zur Trinkwasser-Initiative steht in der Zwischenzeit: «... und einen Tierbestand hält, den sie mit einheimischem Futter ernähren kann».

Abgestimmt wird über den Initiativtext

Das sind wahrlich zwei verschieden Dinge. Die Stimmbürger stimmen über einen Initiativtext ab, welcher von den Initianten formuliert wurde, den die Politik so behandelte und der den Bürgern nun zur Abstimmung vorgelegt wird. Niemand stimmt am 13. Juni über eine zurechtgebogene neue Variante ab, welche entstanden ist, nachdem das Initiativkomitee bemerkt hat, welche unmögliche Formulierung es produziert hat.

Auch die meisten Biobauern haben richtig erkannt, dass auch kleine und mittlere Biobetriebe, die in der Geflügel- oder Schweinehaltung eine Nische gefunden haben, ihre Produktion einstellen müssten. Die wenigsten dieser Betrieb haben eine genügend grosse Futtergrundlage für diese Tiere.

Dass die Initianten rund um Frau Herren fachlich einige Defizite aufweisen, wurde von uns Bauern in den letzten zwei Jahren immer wieder bemerkt. Dass aber eine renommierte Journalistin die Fakten so verdreht, bis sie in das linke und bauernfeindliche Weltbild passen, ist eines unabhängigen Fernsehens SRF schlicht unwürdig.

Anmerkung der Redaktion: In der nächsten Sendung hat der Kassensturz die Berichterstattung zu den Forderungen der Trinkwasser-Initative in einem Nachtag berichtigt: 

Zum Autor

Martin Haab aus Mettmenstetten ist Präsident des Zürcher Bauernverbands (ZBV) und SVP-Nationalrat. Er schreibt regelmässig für die Rubrik «Arena» im Regionalteil Ostschweiz/Zürich der BauernZeitung