Durch das nasse Wetter der letzten Wochen ist der Mais vielerorts erst gesät worden oder am Auflaufen. In den nächsten Tagen wird somit die Unkrautregulierung zum Thema. Beim Mais spricht man von einer zeitbezogenen Schadschwelle – Mais daher im 2- bis 6-Blatt-Stadium unkrautfrei halten.

Wird das Unkraut mit einem Herbizid bekämpft, sollte dies bei optimalen Bedingungen geschehen. Das heisst, die Pflanzen dürfen nicht gestresst sein, beispielsweise durch kalte Temperaturen oder viel Regen. Um die Verluste beim Spritzen gering zu halten, ist zudem wichtig, dass nicht bei hohen Temperaturen gespritzt wird, da sonst viel verdunstet. 

Unbedingt zu beachten gilt: Ab diesem Jahr sind viele Maisherbizide nicht mehr zugelassen, dies betrifft die Wirkstoffe Nicolsulfuron, Terbuthylazin und S-Metolachlor (Ausnahme Sonderbewilligung für Erdmandelgras). Auch Reste dieser Mittel dürfen nicht mehr aufgebraucht werden. 

Passendes Gerät einsetzen

Mais eignet sich sehr gut für die mechanische Unkrautbekämpfung.

Blindstriegeln: Sehr gute Erfolge werden durch ein Blindstriegeln vor dem Auflaufen erzielt, da die Keimfäden der Unkräuter sehr empfindlich sind. Während des Auflaufens sollte jedoch auf einen Striegeleinsatz verzichtet werden. Erst ab dem 2-Blatt-Stadium kann Mais wieder vorsichtig gestriegelt werden. Hierbei ist zu beachten, dass die Maispflanzen nicht abgebrochen oder mit Erde verschüttet werden. Idealerweise wird bei sonnigem Wetter am Nachmittag gestriegelt, weil die Maispflanzen zu diesem Zeitpunkt elastischer sind.

Mit dem Striegel wird vor allem bei Unkräutern im Keimblattstadium eine sehr gute Wirkung erzielt. Sind diese bereits grösser, empfiehlt sich der Einsatz von Hackgeräten. 

Fingerhacke: Ab dem 6-Blattstadium ist der Mais unempfindlich gegen das Verschütten. Ab dann können durch das Anhäufeln auch Unkräuter innerhalb der Reihe gut erfasst werden. Falls vorhanden, kann das Unkraut in den Reihen auch mit der Fingerhacke erfasst werden. Diese kann man ab dem 2-Blattstadium des Maises vorsichtig ein-setzen. 

Hacken in Kombination: Will man nicht das volle Risiko eingehen, bietet sich auch das Hacken in Kombination mit Bandspritzung an. So ist es möglich, auch die Unkräuter innerhalb der Maisreihe effektiv zu bekämpfen und dies bei einem reduzierten Pflanzenschutzmitteleinsatz. Bei der Kombination von Hacke und Bandspritzung können die vollen Beiträge für Herbizidverzicht gelöst werden. 

Düngung einplanen

Gleichzeitig mit einem Hackdurchgang kann die Stickstoffdüngung erfolgen. Da Mais während der Blüte am meisten Stickstoff benötigt, ist eine Stickstoffdüngung mit Harnstoff im 6-Blattstadium ideal, wodurch der Stickstoff zum richtigen Zeitpunkt pflanzenverfügbar wird. Beim Einsatz von Harnstoff ist darauf zu achten, dass die Düngerkörner möglichst schnell eingearbeitet oder von Regen aufgelöst werden. Liegen die Düngerkörner längere Zeit an der Bodenoberfläche, können grosse Stickstoffverluste entstehen. Daher ist die Ausbringung direkt vor oder zu einem Hackdurchgang ideal. 

Wird Ammonsalpeter verwendet, so sollten die Maispflanzen gut abgetrocknet sein, um Verbrennungen an den Blättern zu vermeiden.

Vorsicht bei Metribuzin
Viele Kartoffeln wurden erst in diesen Tagen gepflanzt. Konnte bereits früher gepflanzt werden, sind die Kartoffeln teilweise am Auflaufen. Wegen der nassen Witterung war vielerorts die chemische Unkrautregulierung nicht möglich. Hier ist besonders bei anfälligen Sorten darauf zu achten, dass metribuzinhaltige Produkte nicht zu spät eingesetzt werden, um Schäden zu verhindern. Ebenfalls ist zu beachten, dass sich die Dämme genügend absetzen, bevor das Herbizid gespritzt wird.