Das Hermelin und das kleinere Mauswiesel gehören zur Familie der Marderartigen und sind beide hierzulande heimisch. Beide Tierarten gelten als gute Mäusejäger: Eine Hermelinmutter mit ihren sechs Jungen etwa vertilgt 50-100 Wühlmäuse pro Woche.
Da ihre Lebensräume jedoch am Schrumpfen sind, verschwinden die beiden Kleinraubtierarten immer mehr.
Asthaufen und Steinhaufen für die Aufzucht
Mittlerweile gibt es in verschiedenen Regionen der Schweiz Förderprogramme. So haben etwa Pro Natura Glarus und Pro Natura Graubünden das gemeinsame Projekt «Wiesellandschaft Glarus 2024-2027» lanciert. Dabei arbeiten sie mit Bäuerinnen und Bauern in Glarus Nord und Glarus Mitte zusammen, um die Lebensräume von Hermelin und Mauswiesel aufzuwerten und besser miteinander zu verbinden.
Massnahmen dazu sind etwa Asthaufen, Steinhaufen oder Hecken auf Dauerwiesen. Im Unterbau der Asthaufen, auch als Wieselburgen bekannt, wird mit grobem Astmaterial ein geschützter Hohlraum geschafft. In dieser sogenannten Aufzuchtkammer können Wiesel ihre Jungen aufziehen und finden so Schutz vor Feinden.
«Optimal ist es, wenn bis zu fünf dieser Asthaufen nahe beieinander sind, um verschiedene Aufzuchtgebiete bereitzustellen», sagt Lina Bitterlin von Pro Natura. Erste Massnahmen seien bereits umgesetzt worden. «Langfristig möchten wir einen durchgehenden Vernetzungskorridor zwischen Ennenda und Bilten schaffen», so Bitterlin weiter.
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Auch andere Tiere profitieren davon
Um dieses Ziel zu erreichen, ist Pro Natura auf der Suche nach weiteren Landwirt(innen) und Landbesitzer(innen) entlang der Achse zwischen Ennenda und Bilten. «Bei einem Besichtigungstermin schauen wir gemeinsam, welche Massnahmen auf den jeweiligen Flächen umsetzbar sind», so Bitterlin. «Sie sollen weder die Bewirtschaftung behindern noch einen Mehraufwand verursachen».
Nicht selten ergeben sich laut der Projektmitarbeiterin auch Synergien: Hecken beispielsweise werden ohnehin von Zeit zu Zeit zurückgeschnitten, das Material kann für die Asthaufen verwendet werden. Ein Asthaufen weist idealerweise eine Grösse von 2 mal 3 Meter auf.
Die Hermeline und Mauswiesel verdanken es, indem sie mithelfen, die Mäusepopulation auf den umliegenden Wiesen zu regulieren. «Aufgrund von bisherigen Erfahrungen wissen wir, dass die Strukturen von Wiesel genutzt werden und auch andere Tierarten davon profitieren», hält Bitterlin fest.
Kontakt für interessierte Landwirte: Lina Bitterlin, Projektleiterin Pro Natura Graubünden, Tel. 081 511 64 10.