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Junglandwirte: «Der Stall muss zum Betrieb passen – heute und morgen»

Auf dem Betrieb von Sandro Huser in Necker SG erhielten Junglandwirte aus St. Gallen sowie den beiden Appenzell praxisnahe Einblicke in Stallplanung und Baupraxis. Referenten der Firma DeLaval brachten ihre Erfahrung aus rund 18 Jahren Planungstätigkeit ein.

Mario Hasler, Architekt bei der DeLaval AG eröffnete seinen Vortrag mit einem Überblick über die Zielsetzungen moderner Stallbauten. Im Zentrum stehen neben der funktionalen Infrastruktur auch wirtschaftliche Überlegungen und die langfristige Tragfähigkeit eines Projekts. «Es geht darum, dass der Stall zum Betrieb passt – heute und in Zukunft», hielt er fest. Ebenso spielen Aspekte wie Tierkomfort, Arbeitsabläufe, Ästhetik und Leistungsentwicklung eine Rolle. Stallbauten seien zudem immer im Hinblick auf die nächste Generation zu denken. Auch Umweltfragen gewinnen an Bedeutung: «Die Reduktion Ammoniakemissionen und deren kantonal unterschiedlichen Vorschriften müssen früh in der Planung berücksichtigt und einbezogen werden.»

Von der Idee zur Umsetzung

Der Planungsprozess verläuft in mehreren Schritten von der ersten Idee bis zur Umsetzung. «Von der Idee bis zur Abnahme sprechen wir oft von zwei bis drei Jahren», erklärte Mario Hasler. Bereits früh gehe es darum, bestehende Gebäude zu beurteilen und zentrale Fragen zu klären: «Was kann weitergenutzt werden? Wo bestehen Engpässe? Was lässt sich optimieren?» Auch die Standortwahl sei entscheidend. «Zufahrt, Abstände, gestalterische Vorgaben oder Vorschriften aus der Luftreinhalteverordnung haben einen grossen Einfluss auf das Projekt.»

Ein wichtiger Punkt ist zudem die Festlegung der betrieblichen Prioritäten. «Was ist mir wichtig? Diese Frage muss am Anfang stehen», so Hasler. Daraus ergeben sich grundlegende Entscheidungen zur Ausgestaltung des Stalls, zur Technik und zu den Arbeitsabläufen. «Die Lösung muss zum Betrieb und zur Familie passen.» Als hilfreich bezeichnete er Besuche auf Referenzbetrieben: «Das gibt oft konkrete Anhaltspunkte für die eigene Planung.»

Kosten und Einflussfaktoren

Im Anschluss ging Jonas Hinder, ebenfalls Architekt bei der DeLaval AG, auf die Kostenstruktur ein. Kostenschätzungen seien je nach Planungsphase unterschiedlich genau. «Im Vorprojekt liegen wir oft bei plus/minus 10–15 Prozent», sagte er. Mit fortschreitender Planung nehme die Genauigkeit zu, verbindliche Zahlen lägen jedoch erst mit Offerten vor. «Und selbst dann können sich Preise noch verändern.» Zu den wichtigsten Einflussfaktoren zählen Tierzahl, Bauweise, Standort, topografische Gegebenheiten und technische Ausstattung.

Junglandwirte: «Der Stall muss zum Betrieb passen – heute und morgen»
Jonas Hinder, Mario Hasler und Fabian Höhener (v.l.) von der Firma DeLaval AG.

Tierwohl und Praxisanforderungen

Auch die Tierschutzvorschriften wurden thematisiert. «Die Anforderungen sind klar definiert», so Jonas Hinder. Für Abkalbebuchten gilt beispielsweise: «Eine Bucht pro 20 Tiere mit mindestens zehn Quadratmetern pro Tier.» Neben Flächenvorgaben seien auch Licht, Luftqualität, Hygiene und Zugänglichkeit entscheidend. «Das sind zentrale Faktoren für die Tiergesundheit und schlussendlich fürs gesamte Stallkonzept.»

Im Bereich der Kälberhaltung wurde auf ein geeignetes Stallklima hingewiesen. «Kälber reagieren sensibel auf ihre Umgebung», erklärte Hinder. Wichtig seien gut belüftete, aber zugluftfreie Haltungsformen sowie stabile Bedingungen. Gleichzeitig müsse die tägliche Arbeit praktikabel bleiben: «Kurze Wege und funktionierende Abläufe sind entscheidend.»

Zum Abschluss wurde das standardisierte Stallkonzept von DeLaval vorgestellt. «Ziel ist eine wirtschaftliche Lösung, die sich in der Praxis bewährt hat», erläuterte Mario Hasler. Die präsentierten Normställe, die für Bestände von 45, 80 oder 150 Milchkühen mit Melkroboter ausgelegt sind, seien modular aufgebaut und liessen sich flexibel an unterschiedliche Betriebsgrössen anpassen.

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