AboIm Offenstall haben die Schweine grosszügig Platz. Als die «Mastdauer» wegen der ASP-Sperre verlängert werden musste, gab es daher aus haltungstechnischer Sicht keine Probleme.Ein ErfahrungsberichtWas, wenn die Afrikanische Schweinepest ausbricht?Samstag, 22. Juni 2024 Bis jetzt blieb die Schweiz noch verschont von der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Die Betonung liegt jedoch auf «noch». In Europa breitet sich das Virus weiterhin aus. Das Risiko einer Einschleppung der Seuche in die Schweiz gilt laut Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) als hoch.

Vor Kurzem berichtete das deutsche Agrar-Fachmagazin «Agrarheute» von einem weiteren Ausbruch der Seuche auf einem Schweinemastbetrieb im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. «3500 Tiere müssen gekeult werden», schreibt das Magazin.

Optimierung beim Umzäunen

Um das Risiko einer Einschleppung des ASP-Virus in den eigenen Schweinebestand zu senken, gilt die Biosicherheit als wichtige vorbeugende Massnahme. Der von der Suisag erstellte Gesundheitsbericht 2023 zeigt jedoch: Es besteht Verbesserungspotenzial.

Sowohl in Zucht- als auch in Mastbetrieben bedarf es vor allem beim Umzäunen des Betriebsgeländes und beim Errichten eines Doppelzauns rund um die Ausläufe einer Optimierung. Die Umzäunung dient hauptsächlich zum Schutz vor Wildschweinen, die das Virus auf die Hausschweine übertragen können. Eine vollständige Umzäunung des Betriebsgeländes ist nicht immer einfach und möglich. Folgende sensible Bereiche sollten laut Suisag-Merkblatt dennoch unbedingt umzäunt werden:

  • Auslauf: Der Abstand zwischen Auslauf und Zaun sollte dabei mindestens einen Meter betragen.
  • Mistplatte und Futtersilos: Kot, Harn und eventuelle Küchenabfälle sind sehr anziehend für Wildschweine, welche das Virus auf die Hausschweine übertragen können.
  • Futtersilos: Auch Futterreste unter dem Silo locken Wildschweine an. Damit auch Frischlinge nicht ans Silo gelangen, sollte der Zaun bis zum Boden reichen.
  • Stroh- und Heulager: Über den Kot und den Harn der Tiere im Einstreu kann der Erreger indirekt in den Stall gelangen.
  • Verladerampe: Durch Harn oder Kot können ebenfalls Wildschweine angelockt werden.

Zudem ist die Instruktion der Mitarbeitenden hinsichtlich der Biosicherheit ein wichtiger Punkt, um einen Seuchenausbruch zu vermeiden.

Mittleres Risiko

Auch die Besucherhygiene und -schleuse sind insbesondere auf Mastbetrieben nicht immer optimal. Die Schadnagerbekämpfung hingegen zeigt ein erfreuliches Resultat. Das Besucherjournal wird ausserdem in fast allen Betrieben geführt.

Seit gut drei Jahren können Suisag-Kunden die ASP-Risikoampel nutzen (siehe Kasten). Aber auch hier zeigt der Gesundheitsbericht, dass in vielen Betrieben der Schutz der Schweinehaltungen gegen die ASP verbesserungsfähig ist. Wie es im Bericht heisst, bestehe bei der Mehrheit der teilnehmenden Betriebe ein mittleres Risiko für einen Seuchenausbruch. Bisher wurde die Risikoampel von 16 Prozent der Suisag-Kunden im Suissano-Gesundheitsprogramm ausgefüllt. In Anbetracht dessen, dass das Ausfüllen der Risikoampel freiwillig ist, erachtet die Suisag die Teilnehmerzahl als gut, auch wenn sie sicherlich noch ausbaufähig sei.

Hier gelangen Sie zum vollständigen Gesundheitsbericht

ASP-Risikoampel

Zusammen mit der Universität Vechta (D) entwickelte die Suisag die ASP-Risikoampel. Mithilfe eines Fragebogens, der vom Betriebsleiter selbstständig am Computer ausgefüllt werden kann, werden dem Schweinehalter die Schwachstellen aufgezeigt, durch die das Virus in den Bestand eindringen könnte. Beantwortetet werden müssen ungefähr 120 Fragen zum Betrieb und dessen Lage, zur Abschirmung des Stalls gegen aussen und zum Management im Betriebsalltag.

Neben einer Risikoabschätzung eines Seucheneintrags erhält der Landwirt eine To-do-Liste für betriebsindividuelle Verbesserungen. Die Risikoampel steht allen Schweinehaltern kostenlos zur Verfügung. Dem Schweinegesundheitsdienst (SGD) angeschlossene Betriebe gelangen über ihr Suisag-Login zum Fragebogen.

Nicht-SGD-Betriebe gelangen hier zur ASP-Risikoampel