Koni Meier ist Präsident der rund 70 Forster-Milchproduzenten, die ihre Milch an die Molkerei Forster in Herisau liefern. Die Molkerei war in finanzielle Schieflage geraten und war seit April 2024 in der Nachlassstundung.
Ende März wurde der Nachlassvertrag für alle Gläubiger als verbindlich erklärt. Die Gesamtforderungen der 170 Gläubiger wurden im Nachlassverfahren um 80 % abgeschrieben und das Aktienkapital an einer Generalversammlung auf null abgeschrieben, während gleichzeitig bei der ordentlichen Kapitalerhöhung voll liberierte Namenaktien zu je 10 000 Fr. ausgegeben wurden.
Neue Kunden zu akquirieren, ist wichtig
Koni Meier ist erleichtert und sagt: «Jetzt, wo wir wissen, dass die Verarbeitung weiterläuft, können wir wieder planen.»
Mit Thomas Egger sei ein erfahrener Geschäftsführer am Werk, der neue Kunden akquirieren konnte und entsprechend sei auch die Verarbeitungsmenge gestiegen. «Die Umsatzentwicklung stimmt uns optimistisch», so Meier.
Verlorenes Milchgeld und Darlehen abgeschrieben
Auch die Forsterproduzenten verfügten über Aktien, die jetzt eben vernichtet sind. Zudem war in den Monaten Oktober und November 2023 das Milchgeld nicht ausbezahlt worden. Von dieser Forderung erhalten die Bauern 20 % zurück. Dann sind da noch die Darlehen, die die Milchproduzenten der Forster AG zur Verfügung stellten.
«In früheren Jahren wurde diese sehr gut verzinst», sagt Koni Meier. So seien viele Produzenten zu gutgläubig gewesen, und hätten beispielsweise zusätzlich den halben Milchzahltag als Darlehen stehen gelassen, in der Hoffnung, damit die Zahlungsschwierigkeiten, die beim Neubau auftraten, zu überbrücken.
«Es ist hart für die Milchproduzenten, auf ihr Geld verzichten zu müssen – insbesondere da der Milchmarkt in der Krise ist», sagt Koni Meier. Laut Meier investiert Ernst Sutter 5 Millionen Franken in die Molkerei, um den Restbetrag von 20 % an die Gläubiger auszuzahlen und für Investitionen in die Molkerei (Ernst Sutter hat auf die Nachfrage der BauernZeitung nicht reagiert).
Neuorganisation der Forsterproduzenten
Für Koni Meier ändert sich auch einiges. Eigentlich wollte er im Januar 2025 sein Präsidium abgeben. «Aber da wir nicht wussten, auf welche Seite das Nachlassverfahren kippt, sistierten wir die Wahl eines neuen Präsidenten», sagt er.
Am 1.1.2026 übergab er seinen Betrieb an seine Tochter Edith und sie stellte von Milchwirtschaft auf Mutterkühe um. Konrad Meier tritt auf der nächsten Hauptversammlung definitiv zurück. Dann wird sich auch entscheiden, ob der Verein Milchlieferanten Molkerei Forster AG weiter besteht oder ob die Interessen der Milchlieferanten der Molkerei Forster AG durch den Vorstand der PMO Züger Forster vollumfänglich abgedeckt sind. In diesem Vorstand sind bereits zwei Milchlieferanten der Molkerei Forster.