Matthias Iten, Landwirt aus Nassen und sein Bruder Adrian Iten, Grafiker aus St. Gallen, waren schon als «Chnechte» z Alp gewesen. Nun wollten sie selber eine Alp übernehmen. Die beiden suchten eine und fanden die ausgeschriebene Alp Malix in Graubünden. Aus drei Bewerbern wurden die Brüder ausgewählt. Da es für die Alp drei Personen braucht, suchten sie in ihrem Freundeskreis nach weiteren ein bis zwei Helfern.

Die Landwirte Damian Krieg und Roman Grob, beide aus Lütisburg, fanden die Idee mit der Alp toll und waren dabei. Um Erfahrungen als Senn und Käser zu sammeln, besuchte Damian Krieg den Sennenkurs in Salez und arbeitete in einer Käserei.

Weitere Informationen: www.alpmalix.ch

Putzen und entrümpeln

Anfang Juni kamen die vier Freunde auf die Malixer Alp, wo sie sich einrichteten. Sie entrümpelten, putzten und bauten einen Hühnerstall. Zudem war für die neuen Älpler klar, dass sie eine Alpbeiz betreiben wollten. Brambrüesch, der Hausberg der Churer und auf dessen Gebiet auch ihre Alp liegt, schien ihnen dafür besonders geeignet.

Mit den Bauern wurden die Grenzen der Alpweiden umzäunt, da die Alp in einem Ski-gebiet liegt und im Herbst alle Zäune (Pfosten und Drähte) eingesammelt werden müssen. Die Einteilungen der Weiden wurde dann wie immer dem Alppersonal überlassen. Dann war alles bereit.

Alles ist anders

Mitte Juni brachten drei Bauern ihre 14 Alpschweine und auch die 71 Kühe kamen. Nun gab es Arbeit zuhauf. Auch wenn alles bestens vorbereitet worden war, galt es von einem Tag auf den anderen ernst: einstallen, melken, Milch in die Sennerei bringen, käsen, Käse waschen, Milchgeschirr reinigen, buttern, die Kühe auf die Weide treiben, Ställe und Vorplatz putzen und vieles mehr. Damian Krieg machte alles, wie er es im Sennenkurs und in der Käserei gelernt hatte – und doch, es war anders und er war alleine auf sich gestellt.

Die ersten Käse wanderten nach dem Salzbad in den Käsekeller. Es wurden rund 1000 Liter Milch pro Tag verarbeitet. Die Käsebretter füllten sich. Nach einer Woche Nervenkitzel sah Damian Krieg, dass die Käse den Erwartungen entsprachen. Einige wurden angebohrt und der Chef der Käserei, in der er ge-arbeitet hatte, kam auf die Alp und beurteilte die Proben. Der Käsermeister war mit der Arbeit seines ehemaligen Angestellten zufrieden. Ende Juli konnten die Bauern ihren ersten Alpkäse von der Alp holen und waren begeistert.

Obwohl das Sommerwetter bisher nicht unbedingt den Erwartungen der Bewirtschafter entsprach, wurde das Beizli sehr rege besucht. Die Gäste hätten gerne die Käse- und Fleischplättli bestellt oder Joghurt und Milchshakes konsumiert. «Wir sind sehr zufrieden», sagt Adrian Iten rückblickend. Klar hoffen die vier Älpler auf schöneres Wetter, dann kämen sicher noch viel mehr Gäste. Sie hätten genügend frischen Alpkäse und Mutschli.

Mobiler Melkstand gemietet

Alpmeister Alex Kuster ist sehr zufrieden mit dem neuen Alppersonal. Erstmals fand seine Idee für einen Melkstand Anklang, denn die Kühe sind jeden Tag rund zwei Stunden unterwegs zu den Alpweiden und zurück. Solange sie in der Nähe der Hütte weideten, sei die Milchleistung recht hoch, so Damian Krieg, doch sobald die Kühe weit gehen müssten, sinke sie sofort.

Kurzerhand wurde ein Sechser-Melkstand gemietet und die Kühe wurden fortan auf der Weide gemolken. Es sei ein Versuch, so Kuster. Für die Zukunft müsse man aber noch einiges ausstudieren und dann auch umsetzen. Aber nicht nur das Alppersonal sei zufrieden, auch den Kühen scheine es besser zu gehen.

Arbeiten und auch festen

Weil die Kühe momentan nicht in den Alpstall kommen, wurde dieser gereinigt. Am 1. August wurde auf der Malixer Alp der Nationaltag gefeiert. Aufgrund des Wetters war man sehr froh, den Stall nutzen zu können.

Drei der vier Älpler sind Mitglieder des «Jodelchörli» Lütisburg. Die Mitglieder des «Chörlis» unternehmen Anfang August einen zweitägigen Ausflug zu ihren Kollegen auf die Alp Malix. Natürlich erneut ein Grund zum Festen. Trotz des nebligen und kühlen Wetters kamen viele Gäste von nah und fern und genossen die Jodellieder und die Ländlermusik. Die Besucher wurden mit Käseteller, Würsten, Salat, Getränken sowie vielen verschiedenen Kuchen verwöhnt. Es war ein richtig gemütliches Alpfest, sehr zur Freude der Älpler, denn die haben gerne Besuch und eine tolle Stimmung.