Die Reduktion der Treibhausgasemissionen ist eine der wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit. Dies gilt ganz besonders für die Landwirtschaft, welche sowohl Verursacherin als auch selbst stark betroffen ist. Das hat auch die Klimakonferenz in Glasgow klar gezeigt. Eine sichere Versorgung ist keine Selbstverständlichkeit, das hat uns dieses Jahr eindrücklich vor Augen geführt. Umso wichtiger ist es, dass wir den Ressourcen Sorge tragen und unsere Verantwortung wahrnehmen.

Drei wichtige Faktoren

Dazu braucht es drei Dinge: Erstens: Wirksame, auf klare Ziele ausgerichtete und verständlich definierte Massnahmen, basierend auf wissenschaftlichen Grundlagen. Zweitens: Bauern und Bäuerinnen, die diese Massnahmen auf ihren Betrieben umsetzen, individuell je nach betrieblichen Voraussetzungen und den entsprechenden Möglichkeiten. Drittens: Abnehmer, die bereit sind, dieses Engagement zu honorieren und so für sich Profilierungspotenzial schaffen.

Die mehr als 10'000 Labelproduzentinnen und -produzenten der IP-Suisse handeln. Seit Mitte Jahr erfassen sie im Punktesystem Klima- und Ressourcenschutz aus einem Set von 19 Massnahmen diejenigen, die sie in den Bereichen Energie, Tierhaltung, Düngermanagement, Pflanzenbau und Recycling aktuell umsetzen. Erste provisorische Auswertungen sind vielversprechend. Diejenigen Betriebe, welche ihre Daten bereits erfasst haben, erreichen bereits jetzt nahezu das Gesamtziel von −10 % Treibhausgasemissionen im Vergleich zu 2016.

Nun braucht es noch einen zusätzlichen Effort. Die IP-Suisse-Betriebe, die ihre Punkte noch nicht erfasst haben, müssen dies bis Ende Jahr auf dem Webportal von IP-Suisse tun. Das Ausfüllen ist Bedingung für die Labelproduktion 2022.

Produktion soll nicht reduziert werden

Mit dieser Vorleistung liegt der Ball dann bei den Abnehmern von IP-Suisse-Produkten. Alle namhaften Verarbeiter und Detailhändler haben Ziele im Bereich Klimaschutz festgelegt und auch bereits zahlreiche Massnahmen umgesetzt. Die IP-Suisse-Bauern und -Bäuerinnen tragen ihren Teil bei, damit der Handel die Summe dieser Leistungen in Wert setzen und honorieren kann. Über diese Internalisierung der externen (Klima-)Kosten kann der Handel nicht nur einen wichtigen Schritt Richtung Kostenwahrheit machen, er schafft damit auch Profilierungspotenzial.

Zum Schluss ist noch eines zu beachten: Bei einem konsumfertigen Produkt stammt ein grosser Teil der Treibhausgasemissionen von den landwirtschaftlichen Rohstoffen. Die Produktion von Nahrungsmitteln hat immer auch einen klimarelevanten Fussabdruck zur Folge. Wichtig ist deshalb, dass man zwischen unvermeidbaren und vermeidbaren Emissionen unterscheidet. Die IP-Suisse hat sich zur Bedingung gesetzt, dass die landwirtschaftliche Produktion mit der Umsetzung der Klimaschutzmassnahmen nicht reduziert wird.