Haben Sie noch kein Abo der BauernZeitung?
Ein Produkt auswählen und bestellen

Sie sind bereits BauernZeitungs-Abonnent - haben aber noch kein Online-Login?
Die sofortige Freischaltung anfordern

Haben Sie Ihr Passwort vergessen?
Passwort vergessen

Haben Sie Fragen?
Infohotline: 031 958 33 33
Montag bis Freitag 8:00 - 12:00 Uhr und
13:30 - 17:00 Uhr

 

Haben Sie noch kein Abo der BauernZeitung?
Ein Produkt auswählen und bestellen

Sie sind bereits BauernZeitungs-Abonnent - haben aber noch kein Online-Login?
Die sofortige Freischaltung anfordern

Haben Sie Ihr Passwort vergessen?
Passwort vergessen

Haben Sie Fragen?
Infohotline: 031 958 33 33
Montag bis Freitag 8:00 - 12:00 Uhr und
13:30 - 17:00 Uhr

 

Agroscope bestätigt Wirksamkeit von Dampf statt Saatgutbeizung – Fenaco investiert in Anlage

Statt chemischer Beizmittel kann auch eine Behandlung mit Dampf Getreidesaatgut vor Krankheiten schützen. Nun baut die Fenaco die erste Anlage für diese Art der ökologischen Saatgutbehandlung.


In einem gemeinsamen Projekt haben die Agrargenossenschaft Fenaco und die Forschungsanstalt Agroscope Warmwasser und Dampf als Alternativen zum Beizen von Saatgut untersucht. Die Dampfbehandlung erwies sich dabei als kostengünstig und wirksam.

Was im Korn ist, bleibt zurück

Allerdings wirkt Dampf nur gegen Krankheiten, deren Erreger sich auf der Aussenseite des Korns befinden. So kann beispielsweise Flugbrand auf diese Weise nicht bekämpft werden. Hier sei eine verbesserte Krankheitsdiagnostik wichtig, schreibt Agroscope

3 Millionen für eine thermische Beizanlage

Um künftig Saatgut ohne chemische Beizung anbieten zu können, investiert die Fenaco 3 Millionen Franken in eine Anlage zur thermischen Saatgutbehandlung der Firma ThermoSeed Global AB. Diese wendet ein Verfahren an, das in Schweden bereits in den 90ern entwickelt und laut eigenen Angaben des Unternehmens seither für verschiedene Kulturen und in verschiedenen klimatischen Umgebungen getestet worden ist. 

Die neue Anlage wird voraussichtlich im Juni 2021 am Standort Lyssach (Kanton Bern) den Betrieb aufnehmen, informiert Fenaco. Pro Stunde sollen 15 Tonnen Körner behandelt werden können, vorgesehen ist die Behandlung von Saatgut aller Getreidearten. 

Weitere Schritte: Erfahrungen sammeln und Forschen

Die Umstellung von der herkömmlichen Saatgutbeizung auf eine Dampfbehandlung ist in der Praxis möglich, meint Agroscope. Die Forschungsanstalt plant dazu weitere Schritte:

  • Da Jahre mit schwierigen Witterungsverhältnissen eine Herausforderung für thermisch behandeltes Saatgut sein können, sollen hier weitere Daten und Praxis-Erfahrungen gesammelt werden.
  • Der Prozess der Saatgutzertifizierung müsse angepasst werden: Ein Test im kleinen Massstab soll zeigen, welche Behandlungsbedingungen für welchen Saatgutposten optimal sind. 
  • Zur Sicherstellung der Qualität wird Agroscope künftig Proben von unbehandeltem und mit Dampf behandeltem Saatgut analysieren.

Tests im Labor und im Feld

Zwischen 2018 und 2020 führten Forschende von Agroscope Feldversuche und Laboranalysen mit Winterweizen und -gerste durch. Im Fokus des Projekts «Alternative Saatgutbehandlung» standen die Pflanzenkrankheiten Schneeschimmel, Stinkbrand und Flugbrand. Untersucht wurden Keimfähigkeit und Gesundheit von Samen, die mit Warmwasser oder Dampf behandelt worden waren. Warmes Wasser stellte sich als teurer als Dampf heraus, wirke allerdings auch gegen Krankheitserreger im Innern der Körner.

Problem für Produktion und Gesundheit

Die Beizung von Getreidesaatgut dient als Schutz vor Schädlingen und Pilzkrankheiten. Die samenbürtigen Krankheiten wie Schneeschimmel (Microdochium majus), Stink- und Zwergbrand (Tilletia caries / Tilletia controversa) und Flugbrand (Ustilago spp.) können zu hohen Ertragsverlusten führen. Ausserdem stellen die Stoffwechselprodukte einiger dieser Pilzkrankheiten bei Getreide ein Gesundheitsrisiko dar. «Gesundes Brot- und Futtergetreide sind für die Versorgungssicherheit der Schweiz von grosser Bedeutung», schreibt Agroscope. Angesichts der Pflanzenschutzmittel-Problematik und dem nationalen Aktionsplan zur Reduktion von Pflanzenschutzmitteln ist die Suche nach wirksamen alternativen Methoden wichtig.  

War dieser Artikel lesenswert?
Kommentar erfassen
Gastbeitrag: Es steckt weniger Gaucho in einem Hektar Zuckerrüben als in einem Flohhalsband
29.09.2020
Unser Gastautor äussert sich über die katastrophale Situation der Zuckerrübenpflanzer seit dem Verbot von Gaucho. Durch massive Ertragsverluste, die durch die Viröse Vergilbung verursacht werden, sieht er den Schweizer Zuckerrübenanbau stark gefährdet.
Artikel lesen
In den letzten 10 Jahren wurden sehr viele Pflanzenschutzmittel in der Schweizer Landwirtschaft verboten. Meist hatten wir Landwirte eine Alternative oder zumindest zwei bis drei Jahre eine Aufbrauchsfrist. Mit dem Verbot von Gaucho (Imidacloprid) 2019, das für die Saatgutbeizung der Zuckerrüben gebraucht wurde, sind wir zum ersten Mal in eine richtig grosse Sackgasse geraten. Dabei hat die ...
Werbung
Leser-Schnappschüsse Weitere Schnappschüsse Senden Sie uns Ihre Schnappschüsse!
Folgen Sie uns