Martin Rufer, Direktor des Schweizer Bauernverbandes, hat sich um die FDP-Ständeratskandidatur im Kanton Solothurn beworben und ist gescheitert. Die Partei nominierte am 17. Juni an ihrer Versammlung in Oensingen SO die 36-jährige Parteipräsidentin und Rechtsanwältin Sabrina Weisskopf als Kandidatin für die nationalen Wahlen im Herbst 2027.
Zweite Niederlage
Es ist nicht das erste Mal, dass Martin Rufer in Solothurn den Kürzeren zieht. Bereits bei den Nationalratswahlen 2023 verpasste der 49-jährige Kantonsrat den Sprung ins Bundeshaus — damals unterlag er dem Ypsomed-Chef Simon Michel, der laut SRF eines der grössten Wahlkampfbudgets im Kanton hatte. Da sass Rufer auf dem ersten Ersatzplatz.
FDP will Sitz nach 15 Jahren zurück
Mit Sabrina Weisskopf nimmt die FDP einen weiteren Anlauf, um den seit 2011 verlorenen Ständeratssitz zurückzugewinnen. Den Sitz hält seither Pirmin Bischof (Die Mitte), der Rufers Parteikollegen Kurt Fluri damals in der Stichwahl klar bezwang.
Auch bei den Wahlen 2023 scheiterte die FDP: Kandidat Remo Ankli zog sich nach einem schwachen ersten Wahlgang zurück. Ob Bischof 2027 zur Wiederwahl antritt, ist noch offen.
FDP fehlt der Bezug
Kein Geheimnis ist, dass der FDP der landwirtschaftliche Bezug weitgehend abhandengekommen ist. Seit dem Ausscheiden von Jacques Bourgeois aus dem Nationalrat, dem Vorgänger Rufers als SBV-Direktor, fehlt der Partei im Bundeshaus eine Stimme mit echtem Bezug zur Landwirtschaft.
Das wirkt sich aus: In ländlichen Gebieten kämpft die FDP bei Wahlen regelmässig um Sitze, die sie einst als selbstverständlich betrachtete. Im Kanton Bern gelang es bei den Grossratswahlen vom März 2026 immerhin: Andreas Wyss aus Kirchberg BE, Gemeinderatspräsident und Unternehmer mit landwirtschaftlichem Hintergrund, holte für die FDP im Emmental einen Sitz. Und damit sitzt erstmals seit Längerem wieder jemand mit Bezug zur Landwirtschaft in der FDP-Fraktion des Grossen Rats.
Wyss selbst sieht sich weniger als Agrarpolitiker denn als Brückenbauer, der die FDP-Fraktion für landwirtschaftliche Anliegen sensibilisieren will. Genau das wäre auch auf Bundesebene dringend nötig, ist man sich auch in den Kreisen der SVP einig.