Gut 80 Milchkühe, Rinder, Kälber und nähige Rinder für die Mutterkuhhaltung wurden an der Zucht- und Nutzviehauktion vom 5. Juni in Schüpbach BE aufgeführt. Eins aber vorneweg: Für die Milchkühe hätte man sicher höhere Preise erwartet. Die nähigen Rinder für die Mutterkuhhaltung gingen hiingegen selten unter 4000 Franken weg. 

Von den 84 aufgeführten Tieren konnten 93% verkauft werden. Der Durchschnittspreis bei den Milchkühen lag bei 3466 Franken. Die nähigen Milchviehrinder wurden für 3560 Franken verkauft und die Mutterkuhrinder galten im Durchschnitt 4132 Franken.

Vreni knackt die Marke von 4000 Franken

Dass für schwere und gut aufgeeuterte Zucht- und Nutzkühe zurzeit mehr bezahlt wird, zeigte sich auch in Schüpbach. Viel Milch und tiefe Zellzahlen reichen nicht mehr für einen Spitzenpreis. 

Waren die Tiere eher leerfleischig, konnten sie selten über 3500 Franken zugeschlagen werden. Auch die angereisten Händler hatten vielfach bei 3500 Franken ihre Schmerzgrenze. Trotzdem knackte eine Kuh die 4000er-Preismarke: Die bestausgewiesene Kohler Leandro Vreni von Hansulrich Kohler aus Häusernmoos BE konnte der Auktionator Andreas Aebi für 4400 Franken zuschlagen. 

Vreni steht frisch in der zweiten Laktation und hat die erste Leistung mit knapp 7000 kg bei sehr hohen Inhaltsstoffen abgeschlossen. Dazu verfügt sie über eine ideale Melkbarkeit, tiefe Zellzahlen und hat eine Beurteilung von 43 33 88.

[IMG 2]

Viele erreichten die Schatzung nicht

Weiter galt die Rotfaktorkuh Gyrsgrat Dynastar Arlette von Daniel Hirschi aus Eggiwil BE 3750 Franken. Die schöne Ravona Roxel Fera von Benjamin Ramseier aus Süderen BE konnte für 3800 Franken zugeschlagen werden. Auch je 3800 Franken lösten die Kühe Dambach’s Pickel Clara von Andreas Dambach aus Busswil b. Melchnau BE und Heiniger’s Anthony Jenny von Peter Bütschi aus Trubschachen BE. 

Viele Tiere erreichten die Schatzung aber nicht. Vielfach ging es dabei nur um 50 Franken. Nicht nur die Käufer, sondern auch die Verkäufer zeigten da wenig Verständnis und Beweglichkeit.

[IMG 3]

Sicher muss erwähnt werden, dass die Qualität der verkäuflichen Milchkühe in Schüpbach schon besser war als an der Juni-Auktion. «Die Bauern wollen zurzeit ihre schönen Kühe nicht verkaufen», beobachtet ein versierter Züchter. Weiter meint er, dass man an einer Auktion mindestens zwei bis drei Spitzentiere anbieten müsse, sonst würden auf Dauer nicht nur die Händler, sondern auch die Landwirte, die eine schöne Kuh kaufen wollen, ausblieben.

[IMG 4]

Starke Rinder für die Mutterkuhhaltung

Hingegen wurden in Schüpbach sehr schöne, nähige, Milchviehrinder und Rinder für die Mutterkuhhaltung angeboten. Die Milchviehrinder galten vielfach zwischen 3500 und 4000 Franken. 

Die grossen und schweren Rinder für die Mutterkuhhaltung konnte man selten unter 4000 Franken erwerben. Unter anderem konnte das nähige Rind Aral Petra (Limousine × Swiss Fleckvieh), angeboten von Heinz Stucki aus Röthenbach i. E. BE für 4500 Franken zugeschlagen werden. 4200 Franken galt Masuka Marta, ein Limousin-Rind aus einer SF-Kuh von Gugger Schüpbach aus Heimenschwand BE. 

Den Spitzenpreis von 5000 Franken löste aber das Mutterkuhrind Filippo Heidi von Heinz Stucki aus Röthenbach BE. Heidi wurde zusammen mit ihrem gut einmonatigen Kalb verkauft. 

Es ist bekannt, dass an der Auktion in Schüpbach immer tadellose Rinder für die Mutterkuhhaltung angeboten werden. Doch an dieser Auktion war die Qualität der Tiere einfach hervorragend.