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Bio-Days: Wenn Landwirtschaft und Konsumenten sich auf dem Acker begegnen

Zahlreiche Familien besuchten die Bio-Days in Kerzers FR. Grosses Interesse weckte auch die Landtechnik-Ausstellung. Die Vorführungen der autonomen Jät-Maschinen zeigten, wie die Zukunft des Gemüsebaus aussehen könnte.

Mit rund 9000 Besucherinnen und Besuchern übertrafen die Bio-Days alle Erwartungen. Das erstmals über zwei Tage durchgeführte Fest erwies sich als voller Erfolg. Der Anlass stand dabei ganz im Zeichen von Begegnung, Genuss und Entdeckungen. Das Seeland präsentierte sich nicht nur als grösste Gemüseanbauregion der Schweiz, sondern auch als attraktiver Lebens- und Erholungsraum.

Einer der Treffpunkte war der Standort von Bioleguma in Ried bei Kerzers FR. Hier fand am Samstag der offizielle Anlass statt. Vertreter aus Landwirtschaft, Tourismus und Politik nutzten die Gelegenheit zum Austausch. Gleichzeitig bot der Betrieb den Besucherinnen und Besuchern einen Einblick in die moderne Produktion von Bio-Gemüse.

Familien auf zwei Rädern unterwegs

Wer an diesem Wochenende durchs Grosse Moos fuhr, sah unzählige Familien auf Fahrrädern. Die ausgeschilderte Route verband die verschiedenen Standorte miteinander und machte die Bio-Days zu einem eigentlichen Erlebnisparcours. Der familiäre Charakter war überall spürbar. Kinder konnten spielerisch die Landwirtschaft entdecken, während sich die Erwachsenen mit Produzenten austauschten oder regionale Spezialitäten genossen. Damit gelang es den Organisatoren, Landwirtschaft und Konsumenten näher zusammenzubringen.

Stephane Moret, Direktor von Murten Tourismus, brachte es auf den Punkt: «Dieser Besucherrekord zeigt, dass die Konsumentinnen und Konsumenten nicht mehr nur Bioprodukte kaufen, sondern auch verstehen wollen, woher ihre Lebensmittel kommen.»

Landtechnik zieht Fachpublikum an

Neben den kulinarischen und touristischen Angeboten stiess vor allem die Maschinenausstellung auf grosses Interesse. Gezeigt wurden moderne Lösungen für die Bodenbearbeitung, die Saattechnik, die mechanische Unkrautbekämpfung und die Ernte. Im Mittelpunkt standen dabei autonome Jätmaschinen.

Für viele Gemüsebauern dürften solche Systeme in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Einerseits steigt der Druck, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln weiter zu reduzieren. Andererseits wird es zunehmend schwieriger, genügend Arbeitskräfte zu finden. Die vorgestellten Maschinen zeigten eindrücklich, dass die Digitalisierung längst auch im Gemüsebau angekommen ist. Zwar sind die Investitionskosten beträchtlich, doch die Möglichkeiten zur Arbeitserleichterung und zur Verbesserung der Präzision sind vielversprechend.

Mechanische Unkrautbekämpfung gewinnt an Bedeutung

Gerade im Bio-Gemüsebau gehört die Unkrautregulierung zu den grössten Herausforderungen. Bisher ist ein grosser Teil der Arbeit nach wie vor Handarbeit. Neue autonome Systeme können einen Teil dieser Arbeiten übernehmen und dadurch Arbeitsstunden einsparen.

Zudem arbeiten die Maschinen mit hoher Präzision. Kameras erkennen die unerwünschten Beikräuter und unterscheiden sie von den Kulturpflanzen. Hackwerkzeuge entfernen sie anschliessend gezielt. Andere Systeme verbrennen die kleinen Unkräuter mit einem Laserstrahl.

Mehr als ein Volksfest

Die Bio-Days sind jedoch weit mehr als ein Tag der offenen Tür. Hinter dem Anlass steht die langfristige Vision des Projektes zur regionalen Entwicklung (PRE) Bio-Gemüse Seeland. Ziel ist es, die regionale Wertschöpfung zu stärken, den Tourismus einzubeziehen und die Sichtbarkeit des Seeländer Bio-Gemüsebaus zu erhöhen.

Seit Dezember 2025 wird das Projekt von Geschäftsführer Michael Brönnimann geleitet. Sein Ziel ist es, die verschiedenen Teilprojekte weiterzuentwickeln und den Nutzen für die Produzenten in den Mittelpunkt zu stellen. Gleichzeitig soll die regionale Zusammenarbeit gestärkt werden.