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Uniterre und BIG-M protestieren gegen Branchenorganisation Milch – diese hält dagegen

In Bern haben oppositionelle Milchproduzenten-Vertreter gegen die Missachtung der demokratischen Entscheidungen durch die Branchenorganisation Milch (BOM) protestiert. Diese weist die Vorwürfe als riskant zurück.


Vertreter von Uniterre, BIG-M und dem bernischen bäuerlichen Komitee (BBK) hatten heute auf dem Waisenhausplatz in Bern einen Shredder im Einsatz. Damit wollten sie ausdrücken, dass die BOM «auf das Parlament pfeift». Konkret protestierten die oppositionellen Milchbauern gegen die Nicht-Umsetzung einer Motion der WAK-S, welche vor Jahresfrist vom Zweitrat gutgeheissen worden ist.

Freiwilligkeit und Verträge für drei Monate

Die Motion «Verlässlichkeit des Standardvertrags der BOM» fordert langfristigere Planung bei den Milchkaufverträgen (Festlegung von A- und B-Milchmengen für mindestens drei Monate) und Freiwilligkeit bei der Lieferung von B-Milch. Sowohl die dreimonatigen Verträge, als auch die B-Milch-Freiwilligkeit werden allerdings innerhalb der BO Milch selbst von den Milchproduzenten abgelehnt.   

Die Produzenten würden gezwungen, billige B-Milch abzuliefern, heisst es in einer Mitteilung der drei Organisationen. Das Verteidigen wertschöpfungsschwacher Marktsegmente werde mit diesem System auf dem Rücken der Produzenten ausgetragen. Dass die BOM nicht bereit sei, die Motion der WAK-S umzusetzen, sei ein Skandal, sagte Uniterre-Vertreter Rudi Berli.

Werner Locher von BIG-M erklärte, es bestehe ein direkter Zusammenhang mit den Volksinitiativen, die am Wochenende zur Abstimmung kamen. Es gebe heute gesellschaftlich keine Akzeptanz mehr für Produktionsmethoden, welche zu tiefe Preise ermöglichten, sagte Locher sinngemäss. Heinz Siegenthaler vom BBK wiederum sagte, die erzwungen Lieferung von B-Milch sei verbunden mit Knebelverträgen.

Ohne B-Milch keine A-Milch

Das Datum für die Veranstaltung war nicht zufällig gewählt. Gleichentags hätte die BOM-DV über das neue Reglement für B-Milch-Lieferungen entscheiden sollen. Diese fand allerdings wegen einer Covid-Erkrankung des Präsidenten nicht statt. Geplant war die Verabschiedung einer Reglementsanpassung, die mehr Transparenz schaffen soll, indem bis zum 20. jedes Monats die genaue B-Milch-Menge an die Produzenten kommuniziert wird. Der Entscheid wird nun von den Delegierten auf schriftlichem Weg gefällt.  

Was die Freiwilligkeit von B-Milch betrifft, bezeichnet BOM-Geschäftsführer Stefan Kohler diesen Weg als nicht zielführend. Die Freiwilligkeit würde bedeuten, dass eines der Kernelemente der Segmentierung wegfallen würde, da A- und B-Milch zwei Seiten derselben Medaille seien.

Die beiden Segmente sind laut Kohler die Antwort der Branche auf den teilliberalisierten Milchmarkt. Wenn es keine B-Milch mehr gäbe, würde für die Verarbeiter im Export auch kein Grund mehr bestehen, für den geschützten A-Milch-Bereich mehr zu bezahlen. Mit anderen Worten: Hochpreisige A-Milch sei eigentlich nur solange zu haben, wei es B-Milch gibt, so Kohler. Die Mitglieder der BOM seien sich in diesem Punkt einig: Das Erfolgsmodell Segmentierung würde relativ rasch verschwinden, wenn die Motion der WAK-S umgesetzt würde.

Statt die Motion Noser umzusetzen fordert die BOM von der Politik mehr Verlässlichkeit in folgenden Bereichen:

  • Prioritäre Sicherstellung der Verkäsungszulage bei 15 Rp./kg verkäster Milch (unverändert).
  • Gewährleistung des Grenzschutzes bei der «weissen Linie» in der aktuellen Situation.
  • Aufstockung der allgemeinen Verkehrsmilchzulage von aktuell 4,5 auf neu 5,0 Rp./kg Milch.
  • Erhöhte Transparenz zur Einhaltung der Richtpreise (A, B, LTO+) (nicht auf Unternehmensstufe).
  • Einführung einer MWSt.-Pflicht für alle Lebensmittel im Einkaufstourismus (ohne Freigrenze), womit der Wettbewerbsnachteil für die Inlandlebensmittel eliminiert wird.
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