Markus Käser ist Vorstandsmitglied der IG Weidemilch. Er führt den Holzerhof in Roggwil TG, einen Obst- und Milchviehbetrieb, mit Blick auf den Bodensee. Auf dem Hof stehen nur die 38 Milchkühe, die Jungtiere sind extern im Aufzuchtvertrag. Die Milch geht in eine Appenzeller-Käserei. Der Betrieb liegt auf 560 m ü. M. und profitiert vom milden Seeklima. So hat Markus Käser dieses Jahr schon am 28. Februar mit dem Weiden beginnen können; im Durchschnitt erfolgt der erste Weidegang um den 10. März herum.
Auf zwölf Hektaren macht Markus Käser Umtriebsweide. Jeden Tag bekommen die Kühe einen Streifen mit frischem Futter. Die Grösse dieser Fläche bestimmt der Betriebsleiter so, dass die Tiere sich daran sattfressen können.
Schutz der Grasnarbe bei nasser Witterung
Um Trittschäden bei nassem Boden zu vermeiden, lässt Markus Käser die Kühe im Frühling nur während drei Stunden am Morgen und am Abend auf die Weide; in dieser Zeit füttert er im Stall Heu zu. Sobald auf der Weide genügend Futter vorhanden ist, erfolgt im Stall keine Zufütterung mehr.
Ab Ende März sind die Kühe dann Tag und Nacht auf der Weide. Das Tränkefass ist permanent an einem alten Traktor angehängt und wird jeweils bis an den Zaun des jeweiligen Weideschlags gefahren. So vermeidet Markus Käser Weideschäden durch eine feste Tränkestelle. Im Sommer stallt er die Kühe bei grosser Hitze am Mittag ein und melkt am Abend früher, damit die Tiere rechtzeitig wieder auf die Weide gehen können.
Umtriebsweiden können gepflegt und gesteuert werden
Mit der Umtriebsweide können sich die Weideflächen während drei bis vier Wochen regenerieren. Und es ist möglich, einzelne Flächen zu güllen oder das Futter auf anderen zu konservieren. Wenn nötig, säubert Markus Käser die abgeweideten Flächen mit dem Messerbalken. Wenn das Graswachstum der Weiden wegen Trockenheit eingeschränkt ist, kann der Thurgauer auf Parzellen auf der anderen Seite der stark befahrenen Strasse eingrasen. Oder er füttert im Stall Heu zu.[IMG 2]
Markus Käser füttert seine Kühe nur mit Gras und Heu
Sonst bekommen die Kühe im Sommer nur Weidegras. Die Futterkonservierung auf dem Holzerhof ist darum entspannt und günstig, weil im Winter während der Galtphase auch weniger gehaltvolles Futter genügt. Ausser Mineralstoffen und Viehsalz kauft Markus Käser kein Futter zu. Er sagt: «Nicht die Höhe der Milchleistung entscheidet über den Erfolg, sondern die Höhe der Kosten.»