Geflügelhaltung Hühner im Garten: Wenn Bäuerinnen zurückholen, was ihnen gehört Montag, 25. Mai 2026 Der Sommer kommt, das Thermometer steigt. Nun wird es für viele Tiere auf dem Betrieb draussen und drinnen oftmals zu heiss. Für Hennen etwa liegt der Idealbereich zwischen 16 und 22 Grad. So können Temperaturen, die viele Menschen als mittelmässig warm empfinden, für das Geflügel bereits belastend sein. «Dies ganz besonders bei schwül-heissem Wetter, wenn die Tageshöchstwerte 30 Grad erreichen und nachts keine ausreichende Abkühlung mehr erfolgt», sagt Erika Jenni vom Geflügel-Kompetenzzentrum Aviforum.

Stress durch hohe Temperaturen hat negative Folgen 

Die Ursache liegt in der Physiologie des Huhns. Es hat keine Schweissdrüsen, die Körperwärme gibt das Tier über die Atmung ab, was viel Energie beansprucht. «Ein Zeichen von Hitzestress sind Flügelanheben sowie Schnabelatmung, bei der die Henne bei offenem Schnabel hechelt», so Jenni. Der temperaturbedingte Stress kann deutliche Folgen haben: Futteraufnahme- und ‑verwertung gehen zurück, was zu verminderter Legeleistung und tieferen Eigewichten führt. Die Eier lagern weniger Kalzium ein, worunter die Schalenqualität leidet. Zudem kann eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionserkrankungen auftreten. Unter Hitzestress leiden besonders auch Masttiere, da ihr intensivierter Stoffwechsel viel Wärme produziert.

Durch Wasserverdunstung einige Grade kühler 

Abo Geflügel im Hausgarten Wie intelligent Hühner wirklich sind – und wie man ihr Vertrauen gewinnt Montag, 20. Oktober 2025 Es gibt eine Reihe von Massnahmen im Stall und im Aussenbereich, um den Hennen zu ermöglichen, mit hohen Temperaturen klarzukommen:

  • Wasser: Die Tiere sollten jederzeit Zugang zu frischem, kühlem Wasser haben.
  • Vitamin C: Vitamin C senkt die Stressreaktionen (Cortisol), stabilisiert Kreislauf und Stoffwechsel und unterstützt den antioxidativen Schutz. Zudem kann es Legeleistung und Schalenqualität positiv beeinflussen. Hühner können zwar selbst Vitamin C bilden, bei Hitzestress reicht das jedoch oftmals nicht aus.
  • Fütterung: Fütterungszeiten sind auf kühle Morgen- und Abendstunden zu verschieben.
  • Belüftung: Wird die Lüftungsrate erhöht, steigt die Luftgeschwindigkeit. Dadurch kann die produzierte Wärme der Tiere besser abgeführt werden. Dabei darauf achten, dass der Luftstrom in Längsrichtung des Stalls gerichtet wird (Tunneleffekt) und die Zuluft direkt auf die Tiere gelenkt wird.
  • Wasserverdunstung: Mit Hochdruckvernebelungsanlagen lässt sich die Temperatur um einige Grad senken. Dabei werden sehr kleine Tröpfchen gebildet. Die Anlage muss so eingestellt sein, dass der Nebel die Tiere und die Einstreu nicht erreicht. Dabei eignen sich fest installierte Vernebelungsdüsen über die gesamte Stalllänge oder Umluftventilatoren mit einem Düsenkranz zur Wasservernebelung. Ebenfalls geeignet sind wasserberieselte Waben (Coolpads), Netze, Jutesäcke oder Vlies vor den Zuluft-Öffnungen. Auch kann es sich lohnen, den Vorplatz zu berieseln.
  • Gebäude: Um die Temperaturen zu senken, ist es sinnvoll, die Fenster zu beschatten und schlecht isolierte Dächer mit Wasser berieseln zu lassen. Dabei hilft ein ausgelegtes Vlies, welches das Wasser speichert. Seitenklappen und Türen sollten geöffnet werden (allenfalls Fliegengitter anbringen).
  • Licht: Damit die Tiere weniger aktiv sind und entsprechend weniger Energie verbrauchen, kann die Lichtintensität im Stall gesenkt werden.
  • Aussenbereich: Haben die Hennen Zugang zu einem Aussenbereich, ist es wichtig, Schattenbereiche zu schaffen. Dazu eignen sich beispielsweise Schattiernetze, Hühnertunnels, aufgespannte Planen sowie natürliche Schattenspender wie Büsche und Bäume.
  • Mobilställe: Diese sollten bei Hitze an einen schattigen Ort versetzt werden, zumal sie auch nicht über genügend Ventilation und Vernebelungsanlagen verfügen.