Bei den Rassen Simmental und Swiss Fleckvieh wurden diesen April drei neue Haplotypen (SH5, SH9 und MM) veröffentlicht. Somit will man nicht nur Transparenz schaffen, sondern auch die Züchter informieren.
Bei einem Viertel der Anpaarungen von Trägertieren
«Die zwei Haplotypen SH5 und SH9 verursachen einen frühembryonalen Tod», sagte Alex Barenco, Vizedirektor von Swissherdbook, an der Delegiertenversammlung vom 14. April 2026 in Bern. Das bedeutet, dass reinerbige Embryonen in den ersten Tagen absterben.
Diese Situation tritt bei rund 25% der Anpaarungen zwischen zwei Trägertieren auf. Träger des Haplotypen SH5 sind die Simmentalerstiere Fabbio, Fels, Flavio und Cedric. Bei den älteren Stieren sind es Hugo, Avanti und Uran. Dazu kommen mehrere Nachkommen der bekannten Stierenmutter Flora. Den Haplotyp 9 gaben vor allem die Simmentalerstiere Brisago, Fabbio und Dario an ihre Nachkommen weiter.
SH5 und SH9 werden unabhängig voneinander vererbt
Wichtig zu wissen ist, dass die beiden Haplotypen SH5 und SH9 unabhängig voneinander vererbt werden können. «Das bedeutet, dass bei der Anpaarung eines Trägerstieres mit einer Trägerkuh etwa ein Viertel der Trächtigkeiten auf diese Weise verloren gehen», hielt Alex Barenco fest.
Die Anpaarung einer SH5-Trägerkuh mit einem SH9-Trägertier – oder umgekehrt – habe keine negativen Konsequenzen hinsichtlich eines Trächtigkeitsverlustes.
Tiere geben weniger Milch
Dazu kommt der Haplotyp Minus Milch (MM). Davon betroffen sind nicht nur einige Simmentaler-, sondern auch einige Swiss-Fleckvieh-Stiere. Dem Haplotyp MM gilt es daher sicher besondere Aufmerksamkeit zu schenken.
«Die betroffenen Tiere zeigen eine deutlich reduzierte Leistungsbereitschaft», so Alex Barenco. Hauptträger (nicht reinerbig) sind die SF-Stiere Frisco, Hamilton, Madison und Tommy. Bei der Rasse Simmental betrifft es den Stier Unic sowie mehrere seiner Nachkommen wie Sipan, Cyrill, Amarone, Veru oder Armando.
Aus Sicht der Rassenkommissionen handelt es sich dabei um ein Merkmal, das in der Zucht aktiv bekämpft werden müsse.

Drei Buchstaben geben Auskunft
Dank der genetischen Marker können verschiedene Einzelgenmerkmale getestet und codiert werden. Die Bezeichnungen sind dabei aus drei Buchstaben zusammengesetzt.
«Die ersten zwei Buchstaben beschreiben den Marker beziehungsweise das untersuchte Merkmal, während der dritte Buchstabe über den Status des betroffenen Tieres informiert. So bezeichnet F ein frei getestetes Tier, C einen Träger des Merkmals und S ein Tier, das homozygot (reinerbig) Träger ist», sagte Alex Barenco.
In den KB-Katalogen oder auf den Abstammungsausweisen sind die jeweiligen Begriffe und Abkürzungen von Trägern eines Erbfehlers bei den Stieren oder weiblichen Tieren genau gekennzeichnet.

