Wie füttert man eine Kuh bedarfsgerecht? Wie funktioniert ein gutes Weidemanagement? Welche Kartoffeln eignen sich für die Rösti-Produktion? Solche Fragen wurden am Landwirtschaftstag auf dem Betrieb von Adrian und Monika Brönnimann in Englisberg BE thematisiert. Mittendrin 15 junge Frauen, von denen die meisten zurzeit am Waldhof und auf dem Hondrich die «Bildung Bäuerin» besuchen.
«Auf vielfachen Wunsch der Frauen führen wir zum zweiten Mal einen Landwirtschaftstag durch, an dem Themen rund um die Milchviehhaltung, Ackerbau und Mechanisierung im Mittelpunkt stehen», sagt Zita Thoma, Schulleiterin Inforama Berner Oberland und Hondrich.
Adrian und Monika Brönnimann sind im Rahmen einer Betriebsgemeinschaft vor allem für die Milchviehhaltung zuständig. Sie stellten ihren Betrieb vor.
Die Bereiche klar aufgeteilt
Auf dem Betrieb von Adrian und Monika Brönnimann steht die Milchproduktion im Vordergrund. Zusammen mit Peter Schmid führen sie eine Betriebsgemeinschaft. Familie Brönnimann ist hauptsächlich für die Milchviehhaltung zuständig, Peter Schmid hat den Ackerbau unter sich. Beide Betriebsleiter haben nicht nur die Grundschule zusammen besucht, sondern auch die HAFL in Zollikofen BE absolviert. Adrian Brönnimann, der nebenbei bei der Mühle Burgholz ein Pensum als Leiter technischer Dienst innehat, weiss, wovon er spricht, wenn es um die Milchviehfütterung geht.
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Immer wieder frisches Futter auf dem Tisch
Auf Brönnimanns Betrieb hält die Betriebsgemeinschaft 50 Kühe, gemolken wird mit einem Melkroboter. Der Stall ist so konzipiert, dass die Kühe in drei Liegeboxenreihen ruhen können. Beim Bau wurde darauf geachtet, dass zwischen dem Futtertisch und einer Boxenreihe ein extra breiter Durchgang den Kuhverkehr einfach macht. Auch die Stallgänge sind breiter als üblich angelegt.
Ein automatisches Futterband bringt täglich 14-mal frisches Futter von oben an den Futtertisch. Dieser ist direkt an der Stallwand befestigt. «Der Futtertisch müsse breiter sein», sagt Adrian Brönnimann rückblickend. Denn die Kühe würden während des Fressens immer wieder den Kopf zum Kauen anheben. «Damit sie dafür genügend Platz haben, und mit dem Kopf nicht an die Stallwand anstossen, müssen sie gelegentlich einen Schritt zurücktreten oder schräg zur Futterachse stehen», sagt der Landwirt.
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Auch die rangniedrigen Tiere haben eine Chance
Aus Kostengründen ist der Fressplatz nur mit einem Nackenrohr statt mit Fressgittern versehen. «Da wir 14-mal am Tag frisches Futter vorlegen, kommt es auch nicht zu Rangkämpfen», beobachtet er. Denn die ranghöheren Tiere würden nicht jedes Mal aufstehen und zum Fressen kommen. Somit biete diese Strategie auch rangniedrigen Tieren die Chance, mehr als einmal am Tag frisches Futter zur Verfügung zu haben.
Da die Kühe im Melkroboter gemolken werden, musste auch das Weidemanagement angepasst werden. Während der Vegetation können die Kühe ab 23 Uhr auf die Weide. Meistens bleiben sie dort, bis der Tag anbricht. Zuerst müsse die Kuh aber gemolken werden, bevor ein Tor sie direkt in den Separationsbereich umleite, wo sie dann auf die Weide könne, sagt Adrian Brönnimann.
Bis zu 14-mal täglich wird den Kühen über ein automatisches Futterband frisches Futter vorgelegt.
Die Stiere werden gezielt ausgewählt
Adrian Brönnimann fährt auf seinem Betrieb eine Hochleistungsstrategie. Die Milch liefert die BG an die Cremo. «Als Direktlieferant darf ich mit dem Milchpreis noch zufrieden sein. Vorausgesetzt, die Milchinhaltsstoffe stimmen», hält er fest. Da die Cremo ihre Milch nach Kilogramm Fett und Kilogramm Eiweiss bezahle, wähle er die Stiere entsprechend aus. «Ich schaue hier nicht auf die Prozente, sondern auf die Kilogramm Inhaltsstoffe», so seine Begründung.
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Grosses Augenmerk auf das Grundfutter
Obwohl er als technischer Berater bei einer Futtermühle tätig ist, setze er Kraftfutter gezielt ein. «Ein grosses Augenmerk legen wir auf das Grundfutter», so der Betriebsleiter. Vor allem das italienische Raigras habe es ihm angetan.
Neben Gras kommen auch noch Mais, Rübenschnitzel und ein Eiweisskonzentrat in die Mischung. Damit erreiche er ein Milchleistungspotential von gut 30 kg Tagesmilch mit der Totalmischration. «Kraftfutter bekommen nur noch die Kühe, die es verdienen, bei den anderen unter 30 kg kann ich es einsparen», so seine Erklärung.
Und noch einen Tipp hat der Profi für seine Berufskollegen: «Das Grundfutter sollte mehr Energie als Protein enthalten. Denn Protein zu ergänzen ist billiger, als Energie zuzufüttern», sagt er.
Die Grassilage lässt Brönnimann in Ballen pressen. «Ich lasse das Gras auf 4 cm Länge häckseln, denn wenn die TMR nicht homogen ist, selektieren die Kühe die Mischung, was die Pansenverdauung beeinträchtigt.»
Im Stall kommen auch viele Lüfter zum Einsatz.
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Die Kosten im Griff haben
Auch in der Galtphase hat Adrian Brönnimann ein striktes Programm: «Ich wähle hier die Mineralstoffe gezielt aus. Mehr Magnesium und weniger Calcium und Phosphor ist das Ziel.»
Haben seine Kühe eine hohe Laktationskurve, müssen sie auch nicht jedes Jahr ein Kalb auf die Welt bringen. «Die Galtphase und die Zeit rund um das Abkalben sind immer sehr schwierige Momente für das Tier», so seine Beobachtung.
Bis der Stoffwechsel einer Kuh richtig laufe, dauere es nach der Abkalbung ungefähr sechs Wochen. Brönnimann riet den besuchenden Bäuerinnen, auch in der Milchproduktion die Kosten im Griff zu haben. Einerseits könne man das mit tiefen Tierarztkosten und einer gezielten Kraftfuttergabe und andererseits auch mit einem Augenmerk auf die Maschinenkosten erreichen.