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Zwischen Kartoffeln und Buntbrache: David Perler führt einen vielseitigen Betrieb

Der Bauernhof Perler in Kleinguschelmuth steht für moderne Technik, Produktion, Biodiversität und viel Leidenschaft für die Landwirtschaft. Wir lernen den Betriebsleiter kennen.

Aufgewachsen ist David Perler hier im Zentrum des Oberen Seebezirks im Kanton Freiburg. Einen Teil seiner Wurzeln hat er in Indonesien, wo seine Mutter bis 1988 gelebt hat. Der Landwirt hat sich seine Lehrbetriebe genau ausgesucht, denn diese sollten möglichst ohne Milchkühe sein: «Meine Leidenschaft galt schon damals dem Ackerbau», erklärt der 35-Jährige.

Austauschen und am Ball bleiben

Nach der Lehre absolvierte David Perler die Berufsmaturität und studierte anschliessend in Teilzeit Agronomie. Daneben half er auf dem elterlichen Betrieb mit. 2017 nahm er am Inforama eine Stelle als Lehrer und Berater an; dieser Tätigkeit geht er heute noch mit viel Herzblut nach, wenn auch in einem verminderten Pensum von aktuell 30%.

Er berät Landwirtinnen und Landwirte im Kanton Bern in den Bereichen ÖLN, Biodiversität, Pflanzenbau und -schutz: «Ich kann vom Praxiswissen profitieren, bin am Ball im Hinblick auf die Agrarpolitik und in einem steten Austausch mit anderen Landwirtinnen und Landwirten. Es ist sehr vielseitig, auch die Digitalisierung wird thematisiert. Und ich schätze das gute Team sowie die Möglichkeit, diese Arbeit flexibel einzuteilen.»

Engagierter Landwirt und Familienvater

Um sich als Nachfolger mehr in den elterlichen Betrieb in Kleinguschelmuth FR zu integrieren, gründete David Perler zusammen mit seinem Vater im Jahr 2021 eine Generationengemeinschaft: «Wir haben die Betriebsleitung geteilt. Es ging uns darum, dass ich einen tieferen Einblick in alles erhielt und ein gewisses Mass an Verantwortung übernehmen konnte. Vier Jahre später habe ich den Betrieb ganz übernommen. Mein Vater unterstützt mich im Angestelltenverhältnis.» Für David Perler ist der landwirtschaftliche Alltag als Familienvater mitunter ein Balanceakt und eine Herausforderung in Sachen Planung.

Fix ist für ihn jedoch der Donnerstag, der ist reserviert für seine zwei Kinder. Es sei jedoch ausdrücklich kein «Hüten», sondern Teil der familiären Arbeitsteilung. «Ich habe das Glück, von meinen Eltern eine wohlwollende Unterstützung zu haben; das schätze ich aufrichtig. Mit jeglichen Fragen darf ich mich bei Bedarf an sie wenden, aber sie nehmen sich zurück, lassen mich die Entscheide fällen», betont der Landwirt, der zum Zeitpunkt der Übernahme 2025 mit der Schweinehaltung aufgehört hat.

Für ihn besteht ein «gewöhnlicher» Tag aus administrativen Arbeiten, Telefonaten, Absprachen mit dem Vater und Organisation der anstehenden Arbeiten, Feld-Arbeiten oder Unterhalts- und Werkstattarbeiten.

Perlers Passion für Kartoffeln

David Perler mag die Nähe zu den Kulturen, so auch das Säubern von Getreidesaatgut: «Ich entferne fremde Getreidearten oder überständige Pflanzen und schaue darauf, dass das Feld möglichst sortenrein bleibt. Gerne halte ich die Kultur in den Händen und fahre nicht nur mit dem Traktor hindurch. Es gibt mittlerweile viele technische Hilfsmittel, aber den Gang auf das Feld können diese nicht ersetzen. Schädlinge oder Krankheiten sieht man nicht vom Traktor aus, sondern nur, wenn man im Feld steht und die Pflanzen von Nahem betrachtet.»

Für ihn ist die Kartoffel eine anspruchsvolle und intensive Kultur in vielerlei Hinsicht: «Das Gedeihen ist mit Bewässern verknüpft und der Krankheits- und Schädlingsdruck ist gross, das Wetter manchmal herausfordernd und ein solides Fachwissen ist nötig. Es spielt so vieles zusammen – das macht es spannend.»

Für Perler ist die Kartoffel nicht nur eine kleine Knolle, die man in den Boden setzt. Denn auf die Fläche betrachtet, können Hunderte Menschen ernährt werden, die Kartoffel ist kohlehydratreich und spielt eine wichtige Rolle in der Nahrungsmittelversorgung. Es ist die Kultur, die David Perler rundum beschäftigt, da er das Pflanzengut am Lager hat und somit an 365 Tagen Kartoffeln auf dem Betrieb sind. Der Kartoffelanbau ist hinsichtlich des Aufwandes und der Einnahmen der zentrale Betriebszweig, gefolgt von Weizensaatgut, Raps, Sojasaatgut und Körnermais.

Fokus auf die Buntbrache

Ein weiterer Betriebszweig ist die Biodiversität. David Perler ist sensibilisiert durch seine Tätigkeiten am Inforama; für ihn ist diese Thematik von grosser Wichtigkeit. Er wünscht, der Biodiversität mehr Wert beizumessen und sie nicht nur als Pflicht für Direktzahlungen anzusehen: «Mir ist wichtig, dass die Biodiversitätsförderung als nötig anerkannt wird, aber der Aufwand dafür muss entsprechend entschädigt werden. Ich finde, es muss ein Zusammenspiel geben von Biodiversität und Produktion. In welchem Rahmen das stattfindet, muss aber jeder Betrieb für sich entscheiden.»

Perler bewirtschaftet viele Feldhecken und hat in der Nähe des Betriebs 1,2 ha Buntbrache aus einheimischen Wildblumen und verschiedenen Pflanzen: «Da wird viel Arbeit hineingesteckt mit Unkrautbekämpfung, denn Disteln und Blacken siedeln sich hier gerne an. Aber nicht zuletzt ist die Buntbrache eine Rückzugsmöglichkeit für Insekten, Wildbienen und Feldhasen.»

Zwischen Kartoffeln und Buntbrache: David Perler führt einen vielseitigen Betrieb
Die Buntbrache ist nicht immer bunt. David Perler investiert viel Arbeit, um die Fläche zu pflegen.

Ein Tüftler mit Flair für Technik

David Perler hat grosses Interesse an Drohnentechnik und der Digitalisierung in der Landwirtschaft, tauscht sich diesbezüglich auch gerne mit Kollegen aus. Er sieht grosses Potenzial, aber auch die Grenzen: «Wir haben einen Server zur Datenspeicherung im Keller, ich lege die Rechnungen digital ab und verwende GPS mit automatischem Lenksystem Marke Eigenbau im Traktor.» Der innovative Landwirt hat von seinem Vater die Struktur und Ordnung übernommen. Effizienz und Ressourcenschonung gehören für ihn dazu. So werden viele Maschinen mit anderen Betrieben zusammen genutzt.

Wasser ist ein wichtiges Thema

Um die Bewässerung sicherzustellen, wird Wasser vom Schiffenensee bezogen und es wurde eine Bewässerungsgesellschaft gegründet. David Perler hat sich für den Verwaltungsrat der Saatzucht Düdingen zur Wahl aufstellen lassen und übt ein Amt in der Ortsplanungskommission der Gemeinde aus. Als Hobby nennt er gerne die Musik, leitet er doch die Marschmusik und spielt Saxofon. Seine Frau Nadine spielt Klarinette, ebenfalls in der Musikgesellschaft. Nadine Perler arbeitet in einem 60-%-Pensum als Gymnasiallehrein und unterstützt ihren Mann, dem es wichtig ist, dass die Meinung der Familie in die Entscheidungen für den Betrieb einfliesst.

Betriebsspiegel

David Perler und seine Frau Nadine Mathys, Tochter (1-Jährig) und Sohn (4-Jährig) Ort: Kleinguschelmuth in Guschelmuth, in der Gemeinde Gurmels Produktionsform: ÖLN LN: 32ha Ackerbau: Pflanzkartoffeln 3,6 ha, Industriekartoffeln 5,6 ha, Saat-Winterweizen 7,1 ha, Raps 3,6 ha, Körnermais 3,4 ha, Sojasaatgut 2 ha, Biodiversität 6 ha. Viehbestand: 14 Legehennen für Eigenbedarf Arbeitskräfte: Vater Festanstellung in Teilzeit, vier bis fünf Teilzeit saisonal Webseite:www.bauernhof-perler.ch