Astrid Fischer ist ausgebildete Floristin und Bäuerin sowie dreifache Mutter. Sie ist in der Ausbildung zur Fachfrau Aktivierung sowie Präsidentin der «Oberfreiämter Buurechuchi», für die sie zudem selbst Produkte herstellt. Und seit Neuestem ist sie auch Laienschauspielerin. Auf die Frage, wie die Aargauerin das alles unter einen Hut bringt, meint Fischer ganz simpel: «Irgendwie geht alles immer wunderbar aneinander vorbei.» Seit 2000 ist sie mit Felix Fischer verheiratet. «Es hilft natürlich, dass die Kinder bereits erwachsen und selbstständig sind», führt die Bäuerin aus.
Der Hof von Familie Fischer gehört der Betriebszweiggemeinschaft Fischer und Waldvogel an. Die rund 60 Milchkühe leben in einem grosszügigen, offenen Laufstall und geniessen täglichen Weidegang. Zudem produzieren Fischers Futtergetreide und Mais sowie Mastpoulets. Astrid Fischer kümmert sich um die Legehennen, die hauptsächlich für den Eigengebrauch genutzt werden, ist verantwortlich für das Tränken der Kälber und unterstützt beim Ausstallen der Mastpoulets. Viel Zeit und Herzblut investiert die fleissige Bauersfrau auch in ihren Gemüse- und Blumengarten, der auch die Grundzutaten für ihre Produkte für die «Oberfreiämter Buurechuchi» liefert.
Betriebsspiegel BZG Fischer und Waldvogel
Tiere: 60 Kühe(Holstein, Red Holstein); 15 Mastkälber Milchmenge: 480 000 kg Kulturen: 57 ha, Grasland, Getreide, Mais, Raps, Obst, Garten
Mit zwei Teilzeitpensen flexibel bleiben
Die Floristin arbeitet Teilzeit in einem Blumenladen sowie zwei Tage als Fachfrau Aktivierung in einem Altersheim. Diese modulare Ausbildung hat sie letzten Herbst begonnen. Zu dem Job sei sie per Zufall gekommen. «Eine bekannte Aktivierungsfachfrau hatte mir von ihrer Tätigkeit erzählt. Bis dato kannte ich diesen Beruf gar nicht», erzählt Astrid Fischer. Daraufhin informierte sie sich über das Berufsbild und besuchte Schnuppertage in verschiedenen Institutionen. Der Beruf birgt einige Herausforderungen, denn die Bewohner sind in unterschiedlichsten körperlichen und mentalen Verfassungen. So muss man als Aktivierungsfachfrau stets flexibel bleiben. «Aber genau das macht den Job so spannend», meint die Bäuerin.

Die Tage sind gut gefüllt
Neben all diesen Tätigkeiten hält sie seit neun Jahren das Amt als Präsidentin der «Oberfreiämter Buurechuchi» inne und produziert so ganz nebenbei eine grosse Menge Curry-Zucchetti sowie Konfi für den Verein. Dieser feiert im laufenden Jahr sein 30-jähriges Bestehen. Viel zu tun für die emsige Präsidentin. Weiter füllen sich ihre Tage mit Volleyball im Verein, Line-Dance, Wandern, Langlauf oder ihrer wiederentdeckten Leidenschaft: Theater spielen. Zuletzt stand sie als Jugendliche auf der Bühne.
Ein einzigartiges Freilichttheater
Für die Theaterproduktion «Keis Wunder – es Wunder» in Beinwil/Freiamt steht die Landfrau auf der Bühne. «Ich habe aber wirklich nur eine kleine Rolle, aber es hat mich ‹gluschtet›, bei dieser einmaligen Produktion dabei zu sein», erzählt die Bäuerin. Das Freilichttheater findet nicht auf einer Aussenbühne statt, sondern es erstreckt sich über einen Weg. Das Publikum spaziert zu den verschiedenen Spielorten. Als Grundlage für das Stück dient das Leben und Wirken des Beinwiler Kirchenpatrons St. Burkard. Sein Grab in der Pfarrkirche von Beinwil/Freiamt ist ein häufig besuchter Wallfahrtsort.

Die Hoffnung nicht aufgeben
Obwohl die Landfrau auch in der katholischen Kirche aktiv ist, habe sie sich vorgängig keine Gedanken zum Thema des Stückes gemacht. «Ein Wunder ist immer mit Hoffnung verbunden. Ich sage oft ‹Irgendwo geht immer es Törli uf›», führt die angehende Aktivierungsfachfrau aus. «Als wir nach langer Suche endlich eine Aktuarin für die ‹Oberfreiämter Buurechuchi› gefunden haben – das grenzte für mich an ein Wunder», erzählt sie augenzwinkernd.
Die «Oberfreiämter Buurechuchi»
Freilichttheater
Das Sommer-Freilichttheater «Keis Wunder – es Wunder», unter der Regie von Walter Küng, findet ab dem 7. August, 18.45 Uhr, in Beinwil AG, an verschiedenen Spieldaten bis am 7. September statt. Ticket-Vorverkauf

