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So hat sich die Corona-Krise auf den Schweizer Lebensmittelmarkt ausgewirkt

Das Coronavirus hat die Schweizer Märkte für Gemüse, Fleisch, Milch, Kartoffeln, Getreide- und Backwaren sowie Eier durcheinander geschüttelt. Es wurde mehr und anders eingekauft.


Die Corona-Krise brachte zwei grosse Veränderungen über alle Kategorien im Schweizer Lebensmittelmarkt: Der Horeca-Kanal (Hotellerie, Restaurants und Catering) fiel weg und gleichzeitig wurde im Detailhandel mehr gekauft. Das Bundesamt für Landwirtschaft BLW hat aus aktuellem Anlass einen Sonderbericht zur bisherigen Marktentwicklung während der Corona-Krise veröffentlicht.

Besonders stark gestiegen ist die Nachfrage nach Reis. Im März 2020 wurde mehr als doppelt soviel Reis im Detailhandel verkauft, wie noch 2019. Beim Bio-Reis war die Zunahme der Verkaufsmengen sogar noch grösser. Anders sah es beim ebenfalls mehr verkauften Zucker aus: hier war nicht-bio beliebter. 

Nicht alles ist gleich beliebt

Innerhalb der verschiedenen Lebensmittel-Kategorien zeigten sich die Kunden wählerisch. So wurden vor allem mehr Zitrus-Früchte verkauft, bei den Beeren waren Blaubeeren die Spitzenreiter. 

Im BLW-Bericht vermutet man, das habe mit dem gesundheitsfördernden Ruf von Organen, Clementinen und Zitronen und auch deren langen Haltbarkeit zu tun. Bei Äpfeln waren günstigere Kochäpfel beliebt, teurere Beeren wurden generell weniger gekauft. 

Beim Fleisch wurde zwar insgesamt mehr im Detailhandel abgesetzt, die Gastronomie fehlte aber als Abnehmer für Rind- und Kalbfleisch, insbesondere Edelstücke und Rindfleisch für die Produktion von Hamburgern. Die Produzentenpreise fielen z. T. deutlich für verschiedene Rindergattungen, wobei sich die allgemeine Lage Ende April zu erholen schien. Die weitere Entwicklung des Fleischmarktes ist laut BLW abhängig vom Wetter (Grillsaison) und der Erholung von Gastronomie-Betrieben.  

Zur Marktentlastung hat der Bundesrat zusätzliche finanzielle Mittel für Massnahmen wie die Einlagerungen von Kalb- und Rindfleisch bewilligt.

Ei ist nicht gleich Ei

Obwohl im Detailhandel mehr Eier verkauft werden und sogar zusätzliche Importe bewilligt wurden, können nicht alle Eierproduzenten ihre Ware verkaufen. Grund dafür sind die unterschiedlichen Kriterien für verschiedene Kanäle: Im Detailhandel sind mittlere Eier gefragt, die in Eierschachteln passen. In der Gastronomie kommen kleinere oder grössere zum Einsatz (mehr dazu: Warum das Eierregal im Moment leer bleiben  kann).  

So wurden im März 8'000'000 Stück mehr Konsumeier (für den Detailhandel) importiert als im Februar 2020. Das entspricht einer Zunahme an Konsumeier-Importen um fast 40 Prozent.

Mehr gekauft, nicht unbedingt mehr bezahlt

Kundinnen und Kunden haben im Detailhandel mehr und teilweise mehr Bio eingekauft, aber trotzdem sank in vielen Kategorien der durchschnittliche Verkaufswert (wieviel im Durchschnitt pro Einheit bezahlt wurde) der Ware.

So waren vor allem Gemüsesorten aus dem Standard- und Tiefpreissortiment wie Sellerie, Lauch, Zwiebeln, Kopfsalat, Fenchel und Karotten gefragt. Davon wurden Mehrmengen von über einem Drittel bis zu mehr als die Hälfte verkauft. Beispielsweise sind Standart-Karotten deutlich billiger als farbige Spezial-Karotten. Auch nicht-normgetreues Gemüse aus dem Gastro-Kanal wurde laut Coop und Migros gut verkauft. 

Im April begannen die Gemüsepreise wieder zu steigen. Laut BLW hängt diese Tendenz mit dem Ersatz von billigerer Ware aus dem Ausland mit einheimischen Produkten zusammen, da nun die Gemüsesaison in der Schweiz beginnt. Andererseits wird aber auch Import-Ware teilweise teurer, weil es durch die Corona-Krise im den Hauptanbaugebieten Spanien und Italien zu wenig Erntehelfer auf den Feldern hat.  

Grössere Brote sind gefragter

Der tiefere Verkaufswert bei Backwaren führt das BLW vor allem daruaf zurück, dass in den letzten Wochen vermehrt grosse Brote den Weg in den Einkaufswagen fanden. Teurere Kleinbrote waren, wahrscheinlich wegen verbreitetem Homeoffice und Home-schooling, weniger gefragt.

Milchmarkt: Vor Corona war es besser 

Bis zum Ausbruch der Corona-Krise sei die Entwicklung des Schweizer Milchmarktes «mehrheitlich positiv» gewesen, insbesondere die Käseexporte und der Schweizer Milchpreis.

Eine Ausnahme sind dabei allerdings die Butterlager, die Anfang Jahr sehr tief waren, weshalb mittlerweile Importe beantragt wurden. Zwar ist die Nachfrage nach Milchprodukten im Detailhandel gestiegen (siehe Grafik oben), in verschiednen Ländern habe sich aber die Marktlage bei der Milch «deutlich eingetrübt». So besteht etwa in den USA im Moment ein Überangebot an Milch. Wie sich der Milchmarkt weiter entwickeln wird, ist schwer abzuschätzen.  

Balance bei den Kartoffeln

Der Wegfall der Gastro-Nachfrage und der Mehrverkauf im Detailhandel halten sich bei den Kartoffeln im Moment die Waage. Für Mitte Mai werden die ersten Frühkartoffeln erwartet. 

Um die erhöhte Nachfrage nach Speisekartoffeln decken zu können, konnte ein Teil der Verarbeitungskartoffeln in den Speisekanal umgeleitet werden. Der wesentlich grössere Teil der zusätzlichen Nachfrage im Detailhandel wird über die Erhöhung des Importkontingents bei Speisekartoffeln abgedeckt, schreibt das BLW.

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