«Wenn wir die Abzüge berücksichtigen, liegt der Preis aber unter 10 Rappen», sagt Geschäftsführer Marco Genoni. Milchmengen über der Referenzmenge sollten deshalb gar nicht geliefert werden, schreibt Mittelland Milch an die Produzenten. Der Vorstand habe in Koordination mit Emmi aber beschlossen, möglichst auf die betriebsindividuelle Situation einzugehen. Deshalb seien neben der Basisvariante zwei weitere Berechnungen vorgenommen worden, um die einzelbetriebliche Referenzmenge zu ermitteln.

Drei Varianten für die Referenzmenge

Abo Milchmengen müssen sinken Zentralschweizer Milchbauern produzieren deutlich zu viel – Die Preisbeschlüsse der ZMP zwingen nun zum handeln Donnerstag, 22. Januar 2026 Falls die Februarmenge 2025 mal 105% tiefer ist als die Februarmenge 2024, so gilt die Februarmenge 2024. Und wenn die Tagesmenge November/Dezember 2025 höher ist als die Tagesmenge Februar 2025, so gilt die Tagesmenge November/Dezember mal 90% als Referenz. Mit diesen Varianten könnten bei Betrieben mit Problemen, beispielsweise wegen Blauzungenkrankheit im letzten Jahr, die Menge 2024 beigezogen werden. Bei Betrieben, welche investiert hätten, könnte die Menge November/Dezember 2025 berücksichtigt werden, erklärt Marco Genoni.

Nicht der Import ist schuld

Die Mittelland Milch zählt rund 1700 Mitglieder, die 365 Mio. kg Milch an Emmi abliefern. Die Stimmung an den drei Kreisversammlungen sei verständnisvoll gewesen, sagt Genoni: «Die Produzenten stehen hinter der Drosselung der Produktion, um einen weiteren Preiszerfall zu verhindern.» Er weist darauf hin, dass seit vier Monaten schweizweit rund 10 % mehr Milch als im Vorjahr produziert werden. Das Problem seien nicht nur die knappen Kapazitäten, sondern auch die vollen Lager. Die Verarbeitung müsse auf die Nachfrage abgestimmt werden. «Das Problem müssen wir selber lösen, und die Branche handelt», betont Genoni. Natürlich sei auch jedes Kilo Schweizer Vollmilchpulver willkommen, das der Verarbeitungsindustrie, so für die Schoggiproduktion, geliefert werden könne.

Bald wieder bessere Zeiten

Genoni rechnet damit, dass nächstes Jahr die Milchpreise stabil bleiben, wenn die aktuellen Massnahmen greifen. Allerdings würden die Preise dieses Jahr wohl um vier bis fünf Rappen sinken. Der Absatz in der Schweiz zeige aber eine positive Entwicklung. Noch tiefere Preise würden nicht zu mehr Konsum führen.

Mit einem forcierten Strukturwandel rechnet Genoni nicht. Aus der Milchproduktion würden vor allem kleinere Betrieb aussteigen, meist aus arbeitswirtschaftlichen Gründen. Für mittlere und grössere Betriebe würden sich aber Investitionen in die Automatisierung, so zum Melken, Misten und Füttern, lohnen. Das biete jungen Nachfolgerinnen und Nachfolgern einen motivierenden Einstieg in die Milchproduktion.