Abo Milchmarkt «Da stimmt also irgendetwas nicht»: Das Rätsel um importiertes Milchpulver Dienstag, 10. Februar 2026 Aufgerufen zur Aktion am Donnerstagmorgen hat das Bäuerliche Zentrum Schweiz (BZS und BBK), wie auch andere Komitees. Vor der Produktionsstätte von Mondelez in Bern versammelten sich neben Bäuerinnen und Bauern auch der SVP-Nationalrat Thomas Knutti. Auch einige regionale Fernsehstationen waren vor Ort und filmten die Kundgebung. Auch rund zehn Polizisten begleiteten die Aktion. Nebenbei kontrollierte die Polizei die Traktoren, mit denen die Bauern angereist sind. Die Milchproduzentinnen und Milchproduzenten wollten die Absichten von Mondelez nicht einfach so hinnehmen. Mit ihrer Aktion wollten sie ein Zeichen setzen, weil man so mit den Schweizer Milchproduzenten nicht umgehen könne. Von der Firmenleitung von Mondelez zeigte sich bis dato niemand zum Gespräch bereit.

«Die Grossverteiler haben uns ins Messer laufen lassen»

Heinz Siegenthaler, vom Bäuerlichen Zentrum, fordert von Mondelez, dass sie auf Import von Butter verzichten solle. «Wir haben zurzeit in der Schweiz genügend Milch, Butter und Milchpulver», hielt er fest. Sofort sei auch der Milchpulverimport für den Veredlungsverkehr zu stoppen. Der Grenzschutz müsse hier aktiv werden. «Die Grossverteiler und Milchverarbeiter haben uns im Stich gelassen und uns ins Messer laufen lassen», argumentiert Siegenthaler. Wegen den Importen müsse man jetzt Schweizer Milch in Biogasanlagen entsorgen. Auch andere Teilnehmer zeigen sich besorgt: «Die Milchbranche beobachtet mit Sorge Mondelez' Pläne zum Import von EU-Butter für die Schokoladenproduktion.» Das berühmteste Mondelez-Produkt hierzulande ist Toblerone.

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Für Nationalrat Thomas Knutti handelt Mondelez moralisch verwerflich. «Es ist unglaublich, dass eine Schokoladenfabrik in der Schweiz Butter aus der EU importiert, wenn in der Schweiz die Lager übervoll sind», hielt er fest. So werde auf dem Buckel der Schweizer Milchproduzenten, die jeden Tag ihr Bestes geben, gehandelt. «Wir produzieren hier in der Schweiz nicht zu viel Milch, sondern bei den Importen ist der Hund begraben», sagte Knutti. So gebe es in Zukunft keine andere Massnahme, als Importzölle zu verhängen. «Wir fordern hier von Mondelez sofort ihre Importpläne zu stoppen», so der SVP-Nationalrat. Als Symbol leerte am Schluss Heinz Siegenthaler noch eine Milchkanne voll Milch in einen Abwasserschacht. Von Bauernverbänden oder der Milchbranche waren keine Vetreter vor Ort.