«Zusammen sind wir stark»: Mit diesen Worten eröffnete Präsident Simon Messerli die Hauptversammlung der Berner Jungzüchter am 7. Februar 2026. Mitgliederstark ist der Verein mit seinen aktuell 2086 Mitgliedern auf jeden Fall: An den Tischen reihte sich Jungzüchterin an Jungzüchter.
Auf der Bühne blickte Messerli auf das vergangene Jahr zurück. Der Tag der Milch 2025 sei ein voller Erfolg gewesen. Die Initianten hätten schweizweit 6000 Liter Milch ausgeschenkt. «Der Tag der Milch ist für uns wichtig. Er stellt unser Produkt ins Licht», führte Messerli aus. Zwischen der Stadtbevölkerung und den Jungzüchtern seien spannende Gespräche entstanden.
Junior Expo in Thun war ein voller Erfolg
Das grosse Highlight des Jahres war natürlich die Junior Expo am 27. und 29. November 2025 in Thun. An dieser durften nur Mitglieder ausstellen – die Plätze waren innerhalb von zwölf Minuten vergeben. An diesen Tagen zeigten die Jungzüchter 203 Kühe, 719 Rinder und 290 Kälber.
Der OK-Präsident Matthias Zbinden dankte dem Verein für die reibungslose Zusammenarbeit. «Im Ring sind wir Konkurrenten, und einige Minuten danach packen wir alle wieder gemeinsam an», beschrieb Simon Messerli die Stimmung an der Ausstellung.
Ausstellungen kosten die Jungzüchter viel Geld
Weniger reibungslos sei die Erfolgsrechnung verlaufen. «Es ist ein turbulentes Jahr gewesen», sagte der Präsident. Das Jahr würden die Jungzüchter negativ abschliessen. Die Junior Expo schlägt mit einem ausserordentlichen Minus von über 30 000 Franken zu Buche. Normalerweise verdient der Verein 4000 bis 7000 Franken mit diesem Anlass. Die BEA kostete den Verein knapp 5000 Franken.[IMG 2]
Ein Teil der Ausgaben konnte mit den Mitgliederbeiträgen von knapp 20 000 Franken kompensiert werden. Aber ein Minus von 15 499 Franken blieb bestehen. Der Verlust wurde mit dem Eigenkapital verrechnet, das dann zum Jahresende 43 047,61 Franken betrug.
Einigkeit unter den Jungen: Mitgliederbeitrag erhöhen
Die BauernZeitung fragte beim Präsidenten Simon Messerli nach, wie so ein grosser Verlust entstehen konnte. «In den letzten Jahren ist die Buchhaltung falsch geführt und gewisse Beträge sind nicht richtig abgegrenzt worden. Deshalb sind die Aufwände der letzten Ausstellungen zu niedrig verbucht worden», so Messerli. Die Gründe dafür blieben intern.
Zudem habe auch die Teuerung eingeschenkt. «Aus diesen Gründen wird der Mitgliederbeitrag erhöht», stellte Messerli klar. Aktivmitglieder zahlen mit zwanzig Franken nun fünf Franken mehr. Der Beitrag für Passivmitglieder bleibt mit 15 Franken gleich. Die Versammlung nahm das Budget und die Beitragserhöhung einstimmig an.
Drei neue Gesichter im Vorstand
Aus dem bisherigen Vorstand traten Martin Bergmann, Matthias Zbinden und die nicht anwesende Jana Zingg Mani aus. Die beiden Herren wurden für ihre sechsjährige Amtszeit gelobt. Neu dabei sind Christian Kneubühl aus Saxeten BE, Matthias Leuenberger aus Melchnau BE und Markus Wyss aus Bolligen BE.
Die aktive Vereinsmitgliedschaft des Jungzüchtervereins ist an das Alter geknüpft. So müssen auch die Vorstandsmitglieder des Jungzüchtervereins mit 35 Jahren oder nach einer maximalen Amtszeit von sechs Jahren den Posten räumen.
Die Ehrengäste lobten den Verein für die erfolgreiche Ausstellung und sprachen aktuelle Themen an: Ueli Schärz von Swissherbook sprach über die tiefen Milchpreise. Die jungen Züchterinnen und Züchter sollten dennoch den Kopf nicht hängen lassen. Auch Christian Burkhalter von Swissherdbook rief zum Durchhalten und zum politischen Engagement auf.