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Trotz guter Genetik ist die Milchmarkt-Misere auch am Braunvieh-Verkaufstag in Schüpbach zu spüren

An der dritten Austragung des Braunvieh-Verkaufstags in Schüpbach (Bern) standen 23 Kühe und Rinder im Zentrum. Braunvieh Schweiz und der Berner Braunviehzuchtverband wollen die Rasse dank guter Genetik bekannter machen. Die Misere auf dem Milchmarkt drückte aber auf die Preise.

Bereits zum dritten Mal fand am 27. Januar in Schüpbach (Bern) der Braunvieh-Verkaufstag statt. Braunvieh Schweiz und der Berner Braunviehzuchtverband organisierten diesen Anlass gemeinsam. Das Ziel dabei: gute Genetik auch im Kanton Bern kaufen zu können.

Die 23 Tiere, die im Katalog aufgeführt wurden, wurden zuerst im Ring fachmännisch kommentiert. Anschliessend konnte im Stall direkt mit den Verkäufern gehandelt werden. Aufgefallen ist, dass alle Tiere gute Fundamente mit sehr starken Klauensätzen hatten. Auch viele formatstarke Tiere waren darunter. Einigen fehlte es sicher in der Euterform und in der oberen Linie.

Braunviehhochburg brilliert erneut

Neben Brown Suisse-Tieren waren auch starke Original-Braunvieh-Tiere im Angebot. So war es nicht verwunderlich, dass aus der Braunvieh-Hochburg Entlebuch LU einige Tiere den Weg nach Schüpbach fanden. «Ich habe zu Hause eine grosse Nachzucht, darum verkaufe ich diese Erstlingskuh», meinte ein Züchter aus dem Entlebuch.

Seine Pete-Tochter startete mit einer Einsatzleistung von 30 kg Tagesmilch, ihre Abstammung ist bestückt mit vielen sogenannten Sternenkühen. Seinen Traumpreis für die leistungsstarke Kuh erhielt der Züchter aber nicht, schlussendlich konnte er sie für 3400 Franken verkaufen.

Die Blickfänge mit hoher Milchleistung

Im Angebot waren nicht nur Nutzkühe, sondern auch richtige Ausstellungstiere. So auch die wunderschöne Pete Glena von Reto Wüthrich aus Signau. Glena brillierte mit einem unglaublichen Nacheuter, das extrem breit und stark verbunden war. «Bis jetzt habe ich sie noch nicht verkaufen können», meinte der Landwirt.

Trotz guter Genetik ist die Milchmarkt-Misere auch am Braunvieh-Verkaufstag in Schüpbach zu spüren
Lädi’s Optimal Helda wurde angeboten von Adrin und Domenik Ledergerber aus Herrliberg ZH. Diese tolle Erstlingskuh hat eine Einsatzleistung von fast 30 kg Milch.

Wüthrich war mit einem weiteren Tier in die Markthalle nach Schüpbach gereist: Bormio Gennina, eine Zweitmelkkuh, zog alle Blicke auf sich. Diese wunderschöne Kuh würde wohl an jeder Ausstellung vorn mitlaufen können. Sie leistete in der ersten Laktation 7626 kg Milch bei 3,87 % Fett und 3,47 % Eiweiss. «Solche Kühe würden normalerweise über 4000 Franken gelten», meinte Wüthrich.

Tochter von Lordan präsentiert schönes Euter

Doch bei der aktuellen Lage auf dem Milchmarkt sei dieser Preis wahrscheinlich eine Wunschvorstellung. Auch die OB-Erstlingskuh Lilo, im Angebot von Alfred und Judith Anderegg aus Meiringen, war ein Blickfang.

Sie ist eine Tochter des legendären Lordan und präsentierte in Schüpbach neben hervorragenden Typeigenschaften auch ein wunderschönes Euter. Sie startete in der ersten Milchkontrolle mit 23,5 kg. Aber nicht nur Kühe standen im Verkaufsangebot. Auch einige Kuhkälber und Rinder suchten einen neuen Käufer.

Trotz guter Genetik ist die Milchmarkt-Misere auch am Braunvieh-Verkaufstag in Schüpbach zu spüren
Am Braunvieh-Verkaufstag waren 23 Tiere mit interessanten Abstammungen im Angebot. Darunter waren mehrere Spitzentiere, wenn nicht sogar Ausstellungskühe.

Das Braunvieh soll bekannter werden

«Die Qualität der Tiere muss stimmen, sonst gibt es keinen Erfolg», so Daniel Hofstetter von Braunvieh Schweiz nüchtern. Ausgelesen wurden die Tiere nicht, die Bauern wüssten selbst, was der Markt verlangt. «Sie setzen auch die Verkaufspreise selbst», sagte Hofstetter.

Die letzten zwei Austragungen seien sehr gut verlaufen, darum möchte man am Event weiter festhalten. Das Ziel eines Braunvieh-Verkaufstags sei auch, die Rasse im Kanton Bern oder in der Nord- und Westschweiz bekannter zu machen. «Die braune Kuh hat viele Vorteile, nicht nur wegen ihrer hohen Milchgehalte», weiss Hofstetter. In Schüpbach zeigten die 23 Tiere, wozu die braune Kuh fähig ist.

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