Die Branchenorganisation Swiss Granum rechnet für Wintergetreide weiterhin mit durchschnittlichen Erträgen, so eine Mitteilung vom 22. Juni. Die Anbaufläche von Brotgetreide (Weizen, Dinkel, Roggen, Emmer/Einkorn, Mischel) sei drei Prozent höher als 2025. Beim Bio-Getreide erwarte man einen Flächenrückgang um drei Prozent, aber der Anbau von Bio-Brotweizen sei gewachsen (plus 3,3 Prozent). Bei den Brotweizenklassen gebe es keine grossen Veränderungen.
Vergleichbare Menge Brotgetreide
Mit 440 000 t ist die erwartete Erntemenge von Brotgetreide heuer vergleichbar mit dem Vorjahr. Davon dürften rund 41 000 t in Bioqualität anfallen – leicht weniger als 2025. Dafür soll es 12 Prozent mehr Dinkel geben, insgesamt 25 000 t.
«Die Schätzung beruht auf Durchschnittserträgen der Vorjahre», schreibt Swiss Granum. «Ob diese erreicht werden können, kann aktuell noch nicht abgeschätzt werden.» Daher sei die Ernteschätzung mit entsprechender Vorsicht zu geniessen. Zumal ein derzeit noch unbekannter Teil der Brotgetreidemenge wegen Qualitätsmängeln voraussichtlich als nicht backfähig deklariert und in den Futterkanal gehen wird.
Leicht weniger Futtergetreide
Punkto Futtergetreide gibt es ebenfalls eine erwartete Flächenzunahme. Sie beträgt zwei Prozent und geht vor allem auf Gerste und Futterweizen zurück, die vermehrt angebaut werden. Zum Körnermais gibt Swiss Granum derzeit noch keine Einschätzung der Gesamtanbaufläche ab.
Die Branchenorganisation geht von einer tieferen Gesamterntemenge von Futterweizen aus als noch 2025 (55 000 t sollen es 2026 sein). Gerste und Triticale dürften auf Vorjahresniveau liegen. Insgesamt wird erwartet, dass die heurige Erntemenge von Futterweizen, Gerste, Triticale, Hafer und Mischel-Futtergetreide mit 277 000 t leicht über dem Wert von 2025 liegen wird. Inklusive Körnermais prognostiziert man 427 000 t. Darin nicht inbegriffen ist allfällig deklassiertes Brotgetreide.
Raps weiterhin unter Nachfrage
Bei den Ölsaaten liegt die Ernteschätzung mit 106 000 t um 9,5 Prozent unter 2025 (davon 75 600 t Raps und 21 600 t Sonnenblumen). Das wird voraussichtlich nicht ausreichen, um den Bedarf nach einheimischem Raps zu decken. Der Bio-Anteil bei der Ölsaatenmenge sinke um 14,6 Prozent, insbesondere beim Raps sei im Bio-Bereich mit tieferen Erntemengen zu rechnen. Die geschätzten 11 000 t Eiweisspflanzen bleiben bescheiden und unter der Vorjahresmenge.
«Für eine Gesamtbeurteilung sind die weiteren Erhebungen abzuwarten», schliesst Swiss Granum. Witterung und Erntebedingungen bestimmen, wie viel Brotweizen qualitätsbedingt deklassiert werden wird.