Der zweite Puure-Höck des Zürcher Bauernverbands (ZBV) fand im Säuliamt bei der Familie Boss in Knonau (ZH) statt. Sauen gibt es auf dem Büelweid keine, hingegen 80 Kühe, die seit anderthalb Jahren von einem GEA-Melkroboter gemolken werden. «2025 hatten wir ein sehr gutes Milchjahr, dieses Jahr machen uns die Verluste zu schaffen», sagte Philippe Boss. Gut könne er an die ZMP liefern.

Beliebtes Schweizer Geflügelfleisch

Rund läuft es hingegen im Pouletstall. Mit 16 000 Mastplätzen ist der Absatz über die Coop-Tochterfirma Bell gesichert. «Bell sucht weiterhin Geflügelproduzenten – und zwar in allen Haltungsformen», sagte Gregor Blattmann, Bell-Geflügelberater aus Zell (LU). 

Das Interesse der Landwirte wäre da, die Nachfrage nach inländischem Geflügelfleisch steige und der Selbstversorgungsgrad von 60 % sei ausbaufähig, aber acht bis neun Baugesuche für Geflügelgeställe hätten keine Chance, bewilligt zu werden.

Betriebsspiegel

Simone und Philippe Boss

Ort: Knonau (ZH)
LN: 30 ha
Milchwirtschaft: 80 Kühe
Geflügelhaltung: 16 000 Geflügelmastplätze
Nebenerwerb: Lohnarbeiten, Tiefbau, Photovoltaik
Mitarbeitende: 2 Festangestellte und ein Lernender

Raumplanung als Stolperstein

Die raumplanerischen Hürden für eine bodenunabhängige Tierhaltung seien gross. Dabei erwähnte Blattmann zwei Faktoren, die begrenzend wirken: Zum einen müsse der aus der Aufstockung resultierende Deckungsbeitrag kleiner sein als jener aus der bodenabhängigen Landwirtschaftsproduktion. 

Zum anderen müsse das Trockensubstanzpotenzial des eigenen Pflanzenbaus einem Anteil von mindestens 70 Prozent des Tierbestands entsprechen. 

Statt Generalversammlung: Landtechnik-Höck

Aber eigentlich ging es am Puure-Höck nicht um Tierhaltung, sondern um Landtechnik. 2025 integrierte sich die Sektion Landtechnik des Kantons Zürich als eine Kommission in den Zürcher Bauernverband. 

Eine Generalversammlung gab es seither nicht. Das wird dadurch wettgemacht, dass Urs Wegmann, Präsident der Landtechnik-Kommission, freie Hand hat, um Agrartechnik an einem Puure-Höck zu thematisieren. Mit im Boot waren Strickhof-Berater Stephan Berger und Schadeninspektor Ernst Bühler von der Mobiliar Versicherung.

Von Grossballenpressen, die Feuer fangen

 «60 % aller Schweizer Landwirtschaftsbetriebe sind bei uns versichert», sagte Ernst Bühler eingangs zu seinem Referat. In Hinblick auf die kommende Getreideernte mahnte er zur Vorsicht: «Pro Jahr haben wir 10 bis 15 Schadensmeldungen von Grossballenpressen, die Feuer fangen.» Grossballenpressen werden als immatrikulationspflichtige Arbeitsmaschinen im Inventar versichert – zum Zeitwert, und nicht zum Neuwert.

Zusatzversicherung für Obhutsschäden

In Anbetracht dessen, dass immer mehr Landwirte überbetrieblich zusammenarbeiten und beispielsweise vorübergehend eine Maschine vom Nachbarn nutzen, wies Bühler darauf hin, dass solche sogenannten Obhutsschäden nicht durch die Betriebshaft abgedeckt seien.

Diese müsse man zusätzlich versichern und sie gelte nur für landwirtschaftliche Geräte und Maschinen. Dabei seien Schäden an selbstfahrenden Dresch- oder Häckselmaschinen ausgeschlossen.

Strassenbau und Spritzentest

Auf die Verkehrsvorschriften für landwirtschaftliche Fahrzeuge gingen Stephan Berger und Urs Wegmann ein. Dabei lohnt sich ein Blick in die Broschüre, die von der BUL, von Landtechnik Schweiz und dem Strickhof herausgegeben wurde. 

Urs Wegmann machte darauf aufmerksam, dass der Landtechnikverband ein Merkblatt für den Strassenbau erstellt habe. Tiefbauämter sollen Schleppkurven so dimensionieren, dass ein Durchkommen mit allen landwirtschaftlichen Fahrzeugen möglich sein sollte. Die Astra habe dies an alle Tiefbauämter verteilt. 

Weiter machte Wegmann darauf aufmerksam, dass ab diesem Jahr alle Spritzgeräte zur Einzelpflanzenbehandlung geprüft werden müssen. Jedoch fehlen für modernste Geräte wie zum Beispiel Ecorobotix noch ein entsprechendes Prüfverfahren und Prüfstände. Diese seien aber in Vorbereitung.