50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten im Laboratorium der Urkantone (Laburk) in Brunnen SZ. Und zwar für die Sicherheit der Lebensmittel und des Trinkwassers, den Schutz vor gefährlichen Chemikalien und vor Tierseuchen, den Tierschutz und für den korrekten Umgang mit Tierarzneimitteln in den Kantonen Uri, Schwyz, Ob- und Nidwalden. An der Spitze stehen Kantonschemiker Daniel Imhof und Kantonstierarzt Marco Gut. Kürzlich erschien der Jahresbericht 2025.
Blauzungenvirus: «Impfung dringend empfohlen»
2025 waren auch die Urkantone stark mit Fällen von Blauzungenkrankheit betroffen. Im Herbst 2025 wurden 300 Fälle nachgewiesen, wobei die Fälle in allen vier Urkantonen auftraten. Vorherrschend war noch immer der Subtyp BTV-3. Allerdings wurden auch erste Fälle von BTV-8 nachgewiesen, so das Laburk.
Die Schweiz wurde im Herbst 2024 von einer Krankheitswelle heimgesucht, ausgelöst durch das Blauzungenvirus (BTV) bei Schafen und Rindern. Betroffen war damals vor allem das Mittelland, mit nur wenigen Fällen in den Urkantonen. Das BTV wird durch Mücken (Gnitzen) übertragen. Den Tierhaltern standen zu Beginn nur wenige Schutzmöglichkeiten zur Verfügung. Seit Anfang 2025 ist es möglich, Tiere gegen das Virus zu impfen. «Die Impfung schützt nicht vor Infektion, mildert jedoch den Krankheitsverlauf», erinnert das Laburk. Es sei davon auszugehen, dass auch 2026 verbreitet Fälle von BTV-3 auftreten werden. Ausserdem wird mit einer Zunahme von BTV-8-Fällen gerechnet. «Die Impfung gegen BTV ist aus diesem Grund dringend empfohlen», heisst es weiter.
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Moderhinke bleibt Thema
Mittels eines nationalen Programms soll die Moderhinke bei den Schafen in der Schweiz bekämpft werden. Das Ziel ist, die Prävalenz der Krankheit innert fünf Jahren auf unter 1 % betroffene Schafherden zu bringen. Die erste Untersuchungsperiode des nationalen Bekämpfungsprogramms endete am 31. März 2025. Waren in der ersten Phase der Periode noch über 20 % der getesteten Betriebe Moderhinke-positiv, reduzierte sich der Prozentsatz positiver Schafhaltungen gemäss Laburk per Ende März in der Schweiz auf 13 %.
Ab dem 1. Oktober 2025 lief die zweite Untersuchungsperiode. Per Ende 2025 waren in den Urkantonen 608 Betriebe (89 %) frei von Moderhinke und 79 Betriebe (11 %) aufgrund eines positiven Nachweises gesperrt. «Dank des grossen Engagements der Schafhalter sind sehr viele Herden bereits frei von Moderhinke», schreibt das Laburk im Jahresbericht. Die Herden, die noch von Moderhinke betroffen sind, stellen aber eine Gefahr für die freien Betriebe dar. Deshalb sind eine konsequente Bekämpfung in betroffenen Betrieben und die Einhaltung von Biosicherheitsmassnahmen wichtig, um die Verschleppung des Krankheitserregers zu vermeiden. Mit Reinfektionen müsse weiterhin gerechnet werden, mit jeder sanierten Haltung sinke jedoch das gegenseitige Infektionsrisiko.
Erfreuliche Ergebnisse bei Kontrollen
Landwirtschaftsbetriebe werden durch den Veterinärdienst aktiv alle vier Jahre im Rahmen einer umfassenden Grundkontrolle überprüft. Dabei werden die Bereiche tierische Primärproduktion, Milchhygiene, Tierarzneimittel, Tiergesundheit, Tierverkehr und Tierschutz kontrolliert. Etwa ein Drittel dieser Kontrollen erfolgt unangemeldet.
Im Berichtsjahr des Laburk ergaben die Grundkontrollen bei 842 Betrieben, dass in 88 % der Betriebe die Anforderungen in diesen Bereichen ganz oder fast vollständig umgesetzt wurden. In etwa 3 % der Fälle musste ein Verwaltungsverfahren eingeleitet werden. Zusätzlich erfolgen aufgrund von Meldungen Tierschutzkontrollen auf Landwirtschaftsbetrieben. Diese werden in der Regel unangemeldet durchgeführt. Erfreulicherweise waren die Fallzahlen geringer als im Vorjahr, und es mussten deutlich weniger Verwaltungsverfahren eingeleitet werden. Aufgrund der guten Situation war auch die Anzahl eingereichter Strafanzeigen deutlich geringer als im Vorjahr, zieht das Laburk eine positive Bilanz.
Keine PFAS in Lebensmitteln
Im Berichtsjahr wurden insgesamt 152 Trinkwasser-, 23 Milch-, 29 Fleisch-, 94 Eier-, 13 Fisch-, 272 Umwelt- und 8 Futtermittelproben auf per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) untersucht. In einer Fleischprobe wurde ein leicht über dem gesetzlichen Höchstgehalt liegender Wert festgestellt. Das betroffene Lebensmittel wurde vorsorglich aus dem Verkauf genommen, die Ursache wird derzeit abgeklärt. Alle übrigen der insgesamt 311 untersuchten Lebensmittel entsprachen den gesetzlichen Vorgaben.