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Luzerner Kreditkasse: Keine Wartezeiten für Kredite, aber die Liquidität sinkt

Die Luzerner Kreditkasse sprach 2025 Agrarkredite von über 49 Millionen Franken. Im Gegensatz zu anderen Kantonen kann Luzern zugesagte Kredite zügig auszahlen. Die sinkende Liquidität macht aber zu schaffen und bedingt Massnahmen. Zu den unterstützten Projekten gehört auch der neue Milchviehstall der Familie Steiger in Büron LU.

Mehr Ausleihen als Rückzahlungen in den Fonds de Roulement: Diese Herausforderung kennt seit einigen Jahren auch die Landwirtschaftliche Kreditkasse des Kantons Luzern (LK). Das dritte Jahr in Folge sinke wegen der knapperen Mittel die Liquidität, und es seien schon Massnahmen ergriffen worden, sagt Geschäftsführer Samuel Brunner. Er nennt eine Deckelung bei Umschuldungen, die Verkürzung von Laufzeiten oder auch eine Limitierung der Beiträge an Liegenschaftskäufe. «Wir sind sehr gefordert, die Liquiditätsplanung zu optimieren.»

Tilgungsraten müssen eingehalten werden

Die LK legt Wert darauf, dass auch Rückzahlungen strikt eingehalten werden. Es habe diesen Frühling aufgrund der tiefen Milch- und Schweinepreise einige Anfragen von Bauern gegeben, ob die Tilgung verschoben werden könnte, sagt Samuel Brunner, was die LK ablehnte.



Eine lange Warteliste wie beispielsweise im Kanton Bern, wo Gesuchsteller bis zu 17 Monate warten müssen, bis zugesicherte Kredite ausbezahlt würden, kenne man in Luzern nicht. «Wir haben überhaupt keine Wartezeiten, alle zugesagten Kredite können zügig ausbezahlt werden», betont Brunner.

«Die Kreditkassen müssen sich halt nach der Decke strecken»

Luzern profitiere davon, dass eher auf kürzere Rückzahlfristen gepocht werde und so Geld für neue Ausleihen schneller zur Verfügung stehe. Der vergrösserte Massnahmenkatalog des Bundes für Investitionshilfen habe überall in den Kantonen zu den knapperen Geldern beigetragen. Samuel Brunner ist überzeugt, dass es in den nächsten Jahren chancenlos sein wird, vom Bund mehr Gelder für Strukturverbesserungen zu erhalten. «Die Kreditkassen müssen sich halt nach der Decke strecken und mit dem vorhandenen Fonds de Roulement gut wirtschaften.» Eher kritisch ist er gegenüber Vorschlägen, den Massnahmenkatalog wieder einzuschränken. «Die Situation bei der Liquidität kann sich in einigen Jahren schnell wieder ändern.»

Luzerner Kreditkasse: Keine Wartezeiten für Kredite, aber die Liquidität sinkt
Samuel Brunner, Geschäftsführer Landwirtschaftliche Kreditkasse des Kantons Luzern.

Mehr teure Handänderungen

Auffallend sei in den letzten Jahren die deutliche Zunahme von Liegenschaftskäufen durch Dritte. Es sei spürbar, dass die Babyboomer jetzt ins Pensionszeitalter kämen und viele Hofübergaben nicht mehr innerhalb der Familie erfolgten. Die Unterstützung solcher Käufe sei aber recht kostenintensiv, so Samuel Brunner. Letztes Jahr wurden 22 Käufe von Landwirtschaftsbetrieben mit rund 5,2 Mio Franken unterstützt.

Weiterhin gefragte Starthilfen

Spitzenreiter bei den Investitionskrediten bleiben die Starthilfen. Deren 70 wurden zugesichert, für insgesamt 18,7 Mio Franken. Kredite für Wohngebäude gewährte die LK letztes Jahr 21, für 4,3 Mio Franken, und 36 Ökonomiegebäude wurden mit 7,7 Mio Franken zinslosen Darlehen unterstützt.

Insgesamt gewährte die Luzerner Kasse letztes Jahr 200 Agrarkredite für 49,2 Mio Franken (Vorjahr 48,7 Mio.), was wiederum ein sehr hohes Niveau sei, sagt Samuel Brunner. Auch die Betriebshilfedarlehen nahmen zu, auf 3,1 Mio Franken, während die kantonalen Agrarkredite von 3,6 auf 1,8 Mio sanken. Unterstützt werden damit unter anderem Landzukäufe, die Umstellung auf Bio oder die Holzförderung.

Luzerner Kreditkasse: Keine Wartezeiten für Kredite, aber die Liquidität sinkt
Viel Platz, Licht und Luft im Laufstall von Bernhard Steiger, mit Platz für 50 Kühe.

Subventionen an Hochbauten wurden in 56 Fällen gewährt, für rund 3,7 Mio Franken. Dabei waren es in 40 Fällen ökologische Massnahmen wie Energiespeicher, Harnsammelrinnen, Abluftreinigungsanlagen oder erhöhte Fressstände. In den unterstützten neun Laufställen für Milchkühe liegt die Jahresproduktion im Schnitt bei rund 230 000 Kilo Milch. Die 15 unterstützten Ställe für Raufutterverzehrer sind im Schnitt knapp 20 ha gross, gehalten werden 33,5 GVE. Die Durchschnittskosten für diese Ställe lagen pro GVE bei rund 28 500 Franken.

Kreditkasse zieht nach Luzern

Eine grosse interne Herausforderung für die Geschäftsstelle sei derzeit die Digitalisierung aller Akten, im Hinblick auf die Züglete Ende Jahr. Auch die Kreditkasse wechselt nämlich den Standort und ist neu im kantonalen Verwaltungsgebäude am Seetalplatz bei Luzern untergebracht.

Die Generalversammlung findet am 2. Juni statt. Dann steht auch ein Präsidentenwechsel an, zumal der langjährige Josef Burri sein Amt abgibt. Vorgängig besichtigen die Mitglieder den unterstützten neuen automatisierten Milchviehstall bei Familie Steiger, Tannenhof in Büron LU.

Für Mensch und Tier viel angenehmer

«Die Kühe sind viel ruhiger und die Arbeitsabläufe sind auch für uns Menschen viel angenehmer», sagt Bernhard Steiger vom Tannenhof in Büron LU. Im Februar 2025 konnte er den neuen Milchviehstall für 50 Holstein-Kühe beziehen. Nun werden jährlich rund 500 000 Kilo Milch an ZMP geliefert. Automatisierte Abläufe Viele Abläufe im Stall sind automatisiert, so mit einem Melkroboter, einem Entmistungsroboter und einem Futterzuschieber. So bleibt mehr Zeit, in das Tierwohl und die Betreuung der Herde zu investieren. Dazu trägt auch die Architektur mit hohen Raumhöhen, viel Luft, Licht und Platz bei. Die Funktionsbereiche seien klar strukturiert, Warteraum, Abkalbebucht, Laufhof und Klauenstand den Arbeitsabläufen angepasst, sagt Steiger. Schweinezucht und Milchproduktion Der alte Anbindestall mit 28 Kühen sei nicht mehr zeitgemäss gewesen, auch bezüglich Tierkomfort. Die Tierschutzvorschriften seien nur mehr knapp erfüllt gewesen, sagt Bernhard Steiger. Geprüft wurden verschiedene Varianten für die Zukunft, so auch ein Ausbau der Schweinehaltung, neben der Zucht neu auch Mast. Das sei im Kanton Luzern aber schwierig. Die Voraussetzungen für Milchwirtschaft seien hier aber top, mit sehr hohen Mais- und Kunstwiesenerträgen. Deshalb entschied er sich für den Ausbau dieses Betriebszweiges. Anbau oder Umbau des alten Stalles kamen für Steiger aber nicht infrage. «Nur in einem Neubau können die Arbeitsabläufe optimiert werden.» Es sei zwar schon ein Hosenlupf gewesen, in einer Generation in zwei Bereiche so massiv zu investieren, sagt Bernhard Steiger junior. Auf dem Betrieb ist die Schweinezucht mit 112 Plätzen ebenfalls bedeutend. Auf der Nutzfläche von 28 ha werden 8 ha Silomais, 4 ha Getreide, 12 ha Kunstwiese angebaut, und 1 ha ist Biodiversitätsförderfläche. Auf dem Familienbetrieb arbeiten Vater Bernhard Steiger senior und ein Lehrling mit.

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