Abo Milchmarkt aus dem Gleichgewicht Zu viel Milch auf dem Markt: Wäre eine Mengensteuerung mit Bonuszahlungen eine Lösung? Samstag, 10. Januar 2026 Die bereits ergriffenen Marktmassnahmen haben nicht die erhoffte Wirkung gezeigt. Wie die Branchenorganisation Milch (BOM) mitteilt, blieb die Milchproduktion deutlich über den Werten des Vorjahres. 10 Prozent mehr Molkereimilch sind demnach im Dezember 2025 eingeliefert worden. «Es handelt sich bei dieser Milch teilweise um Mengen aus der generellen Mehrproduktion aufgrund der ausgezeichneten Futterqualität und teilweise um Überschussmilch aus der gewerblichen Käseproduktion», schreibt die BOM.

Kapazitäten in den nächsten Wochen fehlen

Die Verarbeiter hätten sich stark um erhöhte Kapazitäten bemüht, heisst es weiter. Nun aber erkläre die Milchindustrie, dass für Übermengen in den kommenden Wochen nicht mehr genügend Verarbeitungskapazitäten zur Verfügung stünden. Die Lager seien voll und es müssten dringende Revisionsarbeiten durchgeführt werden.

Ab 105 Prozent weniger als der ungestützte C-Richtpreis

Abo Zu hohe Einlieferungen fordern heraus Situation auf dem Milchmarkt: «Mein Stall ist nicht voll belegt», sagt Sabrina Schlegel Donnerstag, 8. Januar 2026 Nachdem also tiefpreisige C-Milch, abgestufte Preismodelle und diverse Aufrufe zur Minderproduktion nicht gefruchtet haben, sieht die BOM das drohende Szenario, dass nicht mehr alle Milch verarbeitet werden kann. Bei anhaltender Überproduktion sollen die Erstmilchkäufer daher deutlich tiefere Preise bezahlen. Konkret empfiehlt die BOM dringend, ab 105 Prozent der monatlichen Vorjahresmenge den Preis für diese Mehrmengen auf deutlich unter den aktuellen ungestützten C-Richtpreis festzulegen. Diese Empfehlung des BOM-Vorstands ist gültig ab 1. Februar 2026 bis voraussichtlich Ende Mai 2026 und gilt auf Stufe Milchproduzent. «Jeder Erstmilchkäufer kann strengere Vorgaben oder Bestimmungen gegen Härtefälle definieren», ergänzt die Branchenorganisation.

Ein drastisches kurzfristiges Eingreifen sei notwendig. Die Milchproduktion müsse auf Stufe Milchproduzent «unmittelbar und deutlich» reduziert werden. Dies mit dem Ziel, so rasch wie möglich auf die monatliche Vorjahresmilchmenge zurückzukehren.

Aufruf an den Handel

Als weitere Massnahme wendet sich die BOM an den Gross- und Detailhandel. Sie ruft diese Akteure dazu auf, die Branche durch eine Erhöhung der Schweizer Milchprodukte im Verkauf zu unterstützen. Ein entsprechendes Schreiben werde den Händlern zugestellt.