Beim gemeinsamen Zaunbau arbeiteten 16 angehende Hofmitarbeitende und 10 angehende Agrotechniker(innen) an der Einzäunung von rund 2,5 Hektaren Weidefläche mit. Unterstützt wurde Kevin Schnetzer von Wendelin Ineichen und Elia Baumann. Der Einsatz auf dem gepachteten Landwirtschaftsbetrieb der Familie Schnetzer in Hohentannen (TG) stellte neben handwerklichem Geschick auch den Teamgeist der Beteiligten auf die Probe.

Vom Lernenden zum Projektleiter

Kevin Schnetzer absolviert seit Herbst 2024 die Ausbildung zum Agrotechniker in Teilzeit am Strickhof. «Das heisst, ich arbeite nebenbei weiterhin auf unserem Familienbetrieb in Hohentannen», erklärt er. Die Ausbildung wird er im Sommer 2027 abschliessen. Ein wichtiger Bestandteil ist das sogenannte SFK-Projekt (Sport, Führung und Kommunikation), für das er rund drei Monate Vorbereitungszeit investierte. «Ich wollte ein Projekt umsetzen, bei dem alle wirklich anpacken können – und das gleichzeitig einen echten Nutzen für die Praxis hat.»

Zwei Tage voller Einsatz

So entstand die Idee eines gemeinsamen Zaunbauprojekts für 16 angehende Hofmitarbeitende, ebenfalls vom Strickhof, im Alter zwischen 16 und 25 Jahren. Unterstützt wurde das Vorhaben von mehreren Sponsoren: der Stiftung LUB, die einen grosszügigen Beitrag leistete, der Stiftung Cerebral, der Firma Ökotoi sowie der Landi Bischofszell. «Ohne diese Unterstützung wäre ein Projekt in diesem Umfang kaum möglich gewesen», betont Schnetzer.

Als es dann losging, standen sich viele der Teilnehmenden zum ersten Mal gegenüber. Auch für den Projektleiter war das eine neue Situation. «All meine Mitschüler(innen) haben die Gruppe erst an diesem Tag kennengelernt», erzählt er. «Deshalb war es mir wichtig, zuerst die Stärken der einzelnen Personen herauszufinden.»

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Was zunächst nach Herausforderung klang, entwickelte sich rasch positiv: «Ich war wirklich überrascht – es war ein sehr motiviertes Team.»

Während zwei Tagen wurde gemeinsam gearbeitet, Zäune gebaut und Erfahrungen ausgetauscht. Schritt für Schritt entstand nicht nur die Infrastruktur für die Weidesaison, sondern auch ein funktionierendes Team. Die Teilnehmenden packten mit an, unterstützten sich gegenseitig und konnten ihr praktisches Können unter Beweis stellen.

Stimmen aus dem Projekt

Auch bei den Teilnehmenden hinterliess das Projekt Eindruck. Nico Scherer, 18 Jahre alt und im zweiten Lehrjahr, stammt von einem Familienbetrieb in dritter Generation. «Wir haben Schweine, betreiben Ackerbau auf 35 Hektaren und halten auch Ponys und Hühner», erzählt er. Für seine Zukunft hat er klare Pläne: «Ich möchte nach der Ausbildung noch die EBA dranhängen und später den Hof übernehmen. Alternativ könnte ich mir auch vorstellen, als Lohnunternehmer oder Mechaniker zu arbeiten.»

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Besonders gefällt ihm die praktische Arbeit: «Am liebsten arbeite ich mit den Händen – heuen, mähen oder Traktor fahren, das macht mir richtig Spass.» Weniger begeistert ist er von anderen Aufgaben: «Milchgeschirr waschen gehört definitiv nicht zu meinen Lieblingsarbeiten.» Für Hobbys bleibt wenig Zeit, doch Velofahren, Schlagzeug spielen, Guggenmusik und Wandern sorgen für Ausgleich.

Dario Schöpfer, ebenfalls 18 Jahre alt und im zweiten Lehrjahr, fand früh zur Landwirtschaft. «Als Kind habe ich viel bei meinem Götti auf dem Betrieb mitgeholfen – so bin ich überhaupt zur Landwirtschaft gekommen», erzählt er. Besonders schätzt er die Vielseitigkeit: «Heuen, Traktor fahren, Kühe melken, misten oder zäunen – es ist abwechslungsreich und man sieht am Ende des Tages, was man geschafft hat.»[IMG 5]

Seine Zukunftspläne gehen noch weiter: «Nach der Ausbildung als Hofmitarbeitender möchte ich Landschaftsgärtner werden und mich stärker aufs Schwingen konzentrieren.» Auch in der Freizeit bleibt er aktiv: «Neben dem Schwingen mache ich Fitness, schwimme, fahre Velo und spiele Schwizerörgeli.»

Ein gemeinsamer Abschluss

Nach zwei intensiven Arbeitstagen fand das Projekt seinen passenden Ausklang: Beim gemeinsamen Grillieren und der Übernachtung im Heu liessen die Teilnehmenden die erlebten Tage Revue passieren. «Solche Momente sind wichtig», sagt Kevin Schnetzer. «Sie stärken den Zusammenhalt und bleiben in Erinnerung.»