Man befürchte insbesondere eine Vermehrung von Buttersäurebakterien, die zu Fehlgärungen in der Käseproduktion führen können, teilt Uniterre mit. Daher fordere man angesichts des Entscheid des Nationalrats, an einem Schleppschlauch-Obligatorium festzuhalten, eine Studie zu den möglichen Konsequenzen. 

In einem offenen Brief an Regierungsräte (siehe Kasten) argumentiert man ausserdem mit dem Markenimage von Schweizer Käse. Dieses setze man mit einem Obligatorium aufs Spiel und beeinflusse somit die Marktsituation, warnt Uniterre. 

Zu viele offene Fragen

Neben den Folgen für die Käsequalität gebe es noch weitere offene Fragen:

  • Wie soll der finanzielle Mehraufwand für die Anschaffung der nötigen Gerätschaften aufgefangen werden? Uniterre schlägt etwa Investitionskredite oder höhere Produzentenpreise vor.
  • Welchen Einfluss hat der Schleppschlauch auf die Futterqualität?
  • Welche Folgen hätte ein Obligatorium hinsichtlich Bodenverdichtung und Biodiversität?
  • Wie gross ist die graue Energie bzw. was sind die Folgen für die Umwelt in Bezug auf Gerätschaften und Zugmaschinen?
  • Wie sieht die Vereinbarkeit mit dem Strassenverkehrsgesetz aus (Breite, Maximalgewicht, Deklarierung als separates Gerät oder nicht und die damit verbundenen möglichen Auswirkungen auf die Arbeitsdauer)?  

Moratorium bis zur Klärung

Aus Sicht von Uniterre ist bis zur Beantwortung dieser Fragen und Bedenken ein Moratorium zwingend. Es dürfe nicht sein, dass die Kosten durch eine solche Gesetzesänderung auf die Produzenten zurückfallen. Nicht zuletzt fehle dem Entscheid auch die nötige griffige Begründung. 

Zwei offene Briefe

Uniterre schreibt an verschiedene Regierungsräte, es bestehe kein Grund für ein Schleppschlauch-Obligatorium, solange die geltenden gesetzlichen Vorschriften zum Ausbringen von Gülle eingehalten würden. Ein solches werde ausserdem der Realität auf den sehr unterschiedlichen Betrieben nicht gerecht.

Brief an Regierungsräte im Wortlaut

Von den Branchenorganisationen des Käsemarkts und Fromarte fordert Uniterre, dass diese eine Studie zu den oben erwähnten offenen Fragen durchführen lassen. Bis zu deren Publikation sollen sie sich für ein Moratorium einsetzen. Ausserdem formuliert Uniterre den Aufruf, sich auf Bundesebene für die Definition von Ausnahmeregelungen einzusetzen.

Brief an die Käsebranche im Wortlaut