Steckbrief

Name: Nina Gertsch
Alter: 16 Jahre
Wohnort: Teuffenthal bei Thun
Lehrjahr: 1. Lehrjahr
Ausbildungsbetrieb: Walter und Andrea Schmutz, Zimmerwald BE

Nina Gertsch ist der dreissigste Lehrling auf dem Betrieb von Walter und Andrea Schmutz in Zimmerwald BE. Fast wäre es jedoch gar nicht so weit gekommen. Nina Gertsch hat zuerst als Coiffeuse geschnuppert, weil sie ihrer vier Jahre jüngeren Schwester gerne Zöpfchen geflochten hat. «Aber da ist man den ganzen Tag drinnen, das ist nicht so meins», meint die 16-Jährige. Die nächste Idee war näher an der Natur, aber meist auch in Innenräumen: Floristin. Auch da sprang der Funke nicht über.

«Wenn ich etwas will, dann schaffe ich das»

Ganz anders war es nach dem Schnuppern in der Landwirtschaft. Da war es für die Bauerntochter klar: Das ist es! Obwohl ihr Vater ihr geraten hatte, zunächst einen anderen Beruf zu erlernen, weil es als Frau besonders anspruchsvoll sei, war sie überzeugt: «Wenn ich das will, dann schaffe ich das.» 

Jetzt, im Endspurt des ersten Lehrjahres, hat sie ihre Meinung nicht geändert. Es gefalle ihr sehr, erklärt sie mit einem überzeugten Blick. Und rät anderen jungen Frauen: «Macht es, wenn ihr es machen möchtet! Und hört nicht auf die anderen, ihr könnt das genauso gut wie die Männer!» Zu sehen, wie aus einem Kalb eine Kuh wird und aus der Milch Käse oder Joghurt, das gefällt ihr.

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Nina bevorzugt das Swiss Fleckvieh

Aufgewachsen ist Nina Gertsch in Teuffenthal bei Thun BE auf 1005 m ü. M. auf einem rund 15 Hektar grossen Betrieb, in der Bergzone 2, mit Aufzuchtrindern und Mutterkühen. Geholfen hat sie nach der Schule nicht nur daheim auf dem Betrieb, sondern auch auf dem Nachbarbetrieb. Dort sagte ihr vor allem das Melken zu. Das ist bis heute so geblieben.

Aber auch die Viehzucht fasziniert Gertsch - vom Waschen und Scheren bis hin zum Glitzerspray, um eine Kuh oder ein Rind mit seinen Vorzügen an Viehschauen zu präsentieren. Dabei ist das Swiss Fleckvieh ihre bevorzugte Rasse. Dass sie beim Aufstellen des Schauplatzes im Dorf helfen und dort dann auch eine der Kühe ihres Lehrbetriebes vorstellen durfte, zaubert ein Strahlen in ihr Gesicht. Nebst den Viehschauen sind im Winter das Skifahren und im Sommer das Wandern – am liebsten auf dem Sigriswilergrat, wie sie erzählt – ihre Hobbys. Zudem hält sie daheim einige Saanenziegen.

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Fünf Fragen an Nina Gertsch

Diese Superkraft hätte ich gern
In die Zukunft schauen, aber ich möchte nicht alles wissen.

Meine Lieblingstiere
Kühe, wegen ihrer Grösse und ihres  Charakters, und Ziegen, weil es lustige kleine Tiere sind, die auch mal «Seich» im Kopf haben und über die man lachen kann.

Mein Lieblingsessen
Raclette, das hat Tradition, und ich mag Käse sehr gerne

Meine liebste Arbeit
Melken, ich habe als Kind schon dem Nachbarn dabei geholfen.

Das mache ich weniger gern
Maschinen an- und abhängen, da fehlt mir noch die Erfahrung, da wir daheim kleinere Maschinen hatten.

Hofft weiterhin auf eine gute Landwirtschaft

Der Lehrbetrieb in Zimmerwald umfasst knapp 35 Hektar Land mit Ackerbau (Weizen, Grünmais, Kunstwiese). Dazu gehören 28 Milchkühe der Rassen Holstein und Red Holstein, einige Aufzuchtrinder und Kälber sowie 88 Plätze für Mastschweine. Zur Schule geht Nina Gertsch mit ihrem 125er Töff auf den Schwand in Münsingen BE. Ihr Lieblingsfach ist die Tierhaltung. Dort sieht sie das grösste Potenzial, das Gelernte aus der Schule und die praktische Erfahrung vom Betrieb zu vergleichen und umzusetzen. «Ich finde es auch immer wieder faszinierend, wie viel Dankbarkeit die Tiere zeigen und wie intelligent sie sind», erklärt die 16‑Jährige.

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Ihr Grosi machte sie auf den Wettbewerb «Lernende des Jahres» aufmerksam und motivierte sie, mitzumachen. Die Bewerbung hat Nina Gertsch anschliessend in Textform, ergänzt mit Fotos, eingereicht. «Ich kann so anderen jungen Menschen von meinem Alltag erzählen und vielleicht auch Mut machen», schreibt sie in ihrem Dossier. Gertsch sieht die Schweizer Landwirtschaft in Zukunft zwar nicht unbedingt als einfacher, aber sie hofft, dass alle das Beste daraus machen, damit es weiterhin eine gute Landwirtschaft sein wird. 

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Von den Bergen bis nach Kanada

Die junge Frau hat Pläne: später mit einem potenziellen Partner den elterlichen Betrieb übernehmen und so den eigenen Kindern das Privileg, auf einem Bauernhof aufzuwachsen, auch bieten zu können. Vorher aber möchte sie die Lehre abschliessen und vielleicht auch mal noch einen Sommer lang z’Berg. Und nach Kanada, um zu schauen, wie die Landwirtschaft dort aussieht. Auch einen Besamungskurs könnte sie sich gut vorstellen, um dies nebst einer Anstellung als zusätzliches Standbein aufzubauen.

«Lernende des Jahres 2026»
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2021 hat die BauernZeitung erstmals einen Lehrling des Jahres gekürt. Die Auszeichnung stellt motivierten Berufsnachwuchs ins Zentrum. Zehn von Ihnen stellen wir Ihnen im Rahmen der Suche nach dem «Lernenden des Jahres 2026» vor. Wer den Titel schlussendlich tragen wird, bestimmen Sie in einer Leser-Abstimmung ab dem 29. Mai.

Weitere Informationen und alle Porträts finden Sie im Dossier.

[IMG 10]Unsere Sponsoren

Bei «Lernende des Jahres 2026» dürfen wir auf die Unterstützung von verschiedenen Partnern zählen. Die Förderung von Lernenden ist für sie eine Herzensangelegenheit. Unser Eventsponsor ist IP Suisse. Die Hauptsponsoren sind agrisano, Ceres Media und Kärcher. Patronatspartner ist agriprof, und Urech Lyss ist als Sachsponsor dabei.

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