Steckbrief
Name: Janine Zemp
Alter: 19
Wohnort: Schüpfheim LU
Lehrjahr: 3. Lehrjahr
Ausbildungsbetrieb: Thomas Brunner in Rain LU
Ruhig steuert Janine Zemp den grünen Traktor rückwärts aus dem Unterstand. «Schon das Vorwärtsfahren hat mich im 1. Lehrjahr nervös gemacht», erinnert sie sich schmunzelnd. «Doch der Lehrmeister gab mir Sicherheit und nun schaffe ich es rückwärts die schmale Rampe zur Scheune hoch, sogar mit dem Anhänger.»
Die 19-Jährige absolviert das 3. Lehrjahr als Landwirtin auf dem Hof von Nadja und Thomas Brunner in Rain LU. Sie kennt den Betrieb gut, da sie bereits das 1. Lehrjahr hier gemacht hat. «Es ist ein sehr vielseitiger Hof», sagt Janine Zemp zu den Gründen. «Die Chemie stimmt und ich wusste, was mich erwartet.»
Lernen auf einem vielseitigen Betrieb
Der Lehrbetrieb hat rund 26 ha landwirtschaftliche Nutzfläche. Auf den Ackerflächen werden Wintergerste, Futterweizen, Körnermais, Winterweizen, Grünmais und Kunstwiese angebaut. Zudem gehören zum Betrieb 458 Sauplätze und 35 Holstein-Milchkühe. «Und wir ziehen Kälber bis zum Alter von vier Monaten hier auf», ergänzt Janine Zemp. «Dazu kommen jedes Jahr etwa 20 eigene Kälber.»
Janine Zemp ist auf einem Landwirtschaftsbetrieb in Schüpfheim LU aufgewachsen, mit drei Geschwistern. «Der ist allerdings etwa kleiner und das Land ist sehr hügelig», sagt sie. Zum Hof des Vaters gehören 15 Mutterkühe und 18 ha Land. Dazu komme ein höhergelegener Sommerbetrieb.
«Ich habe immer gern mitgeholfen und war von klein auf mit meinem Vater unterwegs», sagt die Entlebucherin zu ihrer Berufswahl. «Ich mag Maschinen und vor allem auch Tiere, schaue ihnen gern beim Aufwachsen zu. Zudem sind die Tage abwechslungsreich.»
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Keine Scheu vor grossen Maschinen
Die Berufsschule absolviert sie am Berufsbildungszentrum Natur und Ernährung in Schüpfheim. «Tierhaltung», antworte Janine Zemp auf die Frage, welches Schulfach ihr am besten gefalle. Und was liegt ihr weniger? «Mechanisierung fand ich im 3. Lehrjahr nicht so toll, denn es standen die Berechnungen der Maschinenkosten im Vordergrund. Irgendwann hatte ich es gesehen.» Das praktische Arbeiten mit Landmaschinen gefällt ihr hingegen sehr. «Vor allem das Heuen und das Mais-Abfahren hier im flachen Gelände», meint sie, und ergänzt lächelnd. «Je grösser die Maschine, umso besser.»
Ihr gefällt die Ruhe beim Jagen
In ihrer Freizeit geniesst Janine Zemp das Skifahren und Wandern – und die Jagd. «Ich möchte die Jagdprüfung machen», sagt sie. Auch ihr Vater sei Jäger und sie sei viel mit ihm im Wald unterwegs gewesen.
«Mir gefällt die Ruhe und das Beobachten der Wildtiere. Auch mit dem Ausnehmen eines erlegten Tieres habe ich keine Probleme.» Bisher seien es nur zwei Frauen im Jagdverein, doch sie hoffe, dass sich das noch ändere.
Fünf Fragen an Janine Zemp
Deine liebste Arbeit?
Melken, weil ich dabei nah bei den Tieren bin. Ich mag aber auch die ganze Feldarbeit.
Das machst du am wenigsten gern?
Die Sau-Ausläufe reinigen, wenn die Witterung nicht stimmt.
Was sind deine Lieblingstiere?
Ganz klar, die Säuli.
Dein Lieblingsessen?
Alles, was mit grünen Bohnen zu tun hat, und mit Fleisch.
Welche Superkraft hättest du gern?
Ich möchte lesen können, was einem Tier fehlt, etwa einer Kuh. Ich bin gern dabei, wenn der Tierarzt kommt, und lasse mir erklären, was hinter einer Erkrankung steckt.
Ihr Chef hat sie angemeldet
Was hat sie bewogen, bei «Lernende des Jahres» mitzumachen? Janine Zemp lacht. «Mein Chef hat mich einfach angemeldet, ohne mir etwas zu sagen.» Zu ihrer Überraschung habe sie von der BauernZeitung eine Mail bekommen, in der stand, dass die eigentliche Bewerbung noch fehle. «Also habe ich innert eines Tages und mit Hilfe meiner Schwester ein Bewerbungsvideo erstellt, kurz vor Anmeldeschluss.»
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Gefilmt haben die Schwestern an verschiedenen Plätzen auf dem Lehrbetrieb, für das Schneiden wendeten sie rund einen halben Tag auf. Es habe sie etwas überrascht und sehr gefreut, dass sie als eine der zehn Finalistinnen gewählt worden war, meint Janine Zemp. Und warum sollte man für sie stimmen? «Weil mir die Gesundheit der Tiere wichtig ist und weil ich die Schweizer Landwirtschaft unterstütze.» Für sie ist klar, dass die Landwirtschaft Zukunft hat. «Es wird sicher nicht einfacher. Aber es braucht uns, also nicht aufgeben.»
Die Landwirtschaft in Kanada live miterleben
Nach dem Ende der Lehrzeit möchte Janine Zemp «erst einmal einfach arbeiten», sie bleibt als Mitarbeiterin auf dem Hof von Familie Brunner in Rain. Dann könne sie sich vorstellen, die Betriebsleiterschule zu machen. Ob sie daheim in Schüpfheim eines Tages den Betrieb übernehmen wird, sei noch offen. «Mein Vater hat mir gesagt, ich müsse nicht, wenn ich nicht wirklich wolle.» Zudem zeige der jüngere Bruder ebenfalls Interesse an der Landwirtschaft. Was sie sich gut vorstellen könne, sei mit einer Kollegin nach Kanada zu reisen und die dortige Landwirtschaft kennenzulernen. «Die grossen Betriebe, das Dreschen der grossen Felder: Es reizt mich sehr, das einmal mitzuerleben.»
«Lernende des Jahres 2026»
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2021 hat die BauernZeitung erstmals einen Lehrling des Jahres gekürt. Die Auszeichnung stellt motivierten Berufsnachwuchs ins Zentrum. Zehn von Ihnen stellen wir Ihnen im Rahmen der Suche nach dem «Lernenden des Jahres 2026» vor. Wer den Titel schlussendlich tragen wird, bestimmen Sie in einer Leser-Abstimmung ab dem 29. Mai.
Weitere Informationen und alle Porträts finden Sie im Dossier.
[IMG 6]Unsere Sponsoren
Bei «Lernende des Jahres 2026» dürfen wir auf die Unterstützung von verschiedenen Partnern zählen. Die Förderung von Lernenden ist für sie eine Herzensangelegenheit. Unser Eventsponsor ist IP Suisse. Die Hauptsponsoren sind agrisano, Ceres Media und Kärcher. Patronatspartner ist agriprof, und Urech Lyss ist als Sachsponsor dabei.
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