Steckbrief
Name: Sina Rüegsegger
Alter: 19 Jahre
Wohnort: Belp BE
Lehrjahr: 3. Lehrjahr
Ausbildungsbetrieb: Adrian und Stefan Hänni, Gelterfingen BE
Bei der Frage, welcher Arbeit Sina Rüegsegger am wenigsten gerne nachgeht, überlegt sie lange. Und sagt dann schliesslich: «Maschinen schmieren». Dabei kennt sich die aufgestellte 19-jährige Belperin gut damit aus. «Meine Eltern sind tatsächlich keine Bauern», schickt die Bernerin voraus.
Mit dem Brummen von Motoren aufgewachsen
Als Tochter eines Lastwagenunternehmers wuchs sie mit dem Brummen von Dieselmotoren auf. An der Hand des Vaters sah sie zu, wie die Sattelschlepper auf den Landwirtschaftsbetrieben Futtermittel in die Silos abluden und das Getreide der Bauern bei den Mühlen deponierten.
Das Lastwagenunternehmen ihrer Eltern transportierte auch Mist in Biogasanlagen. Als kleines Mädchen fuhr sie oft mit und verstand diese Zusammenhänge schon früh. Diese Szenen, die sie schon als Kind miterlebt hat, waren die Inspiration, als junge Erwachsene in die Landwirtschaft einzusteigen. Ihre Augen verfolgten die Traktoren auf den Feldern schon damals – und heute sitzt sie selbst in der Kabine. Später möchte sie noch die Lastwagenprüfung absolvieren.
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Wo und wie, das steht noch in den Sternen
Ihre Motivation: den Tieren ein möglichst schönes und angenehmes Leben zu ermöglichen und nachhaltig Lebensmittel zu produzieren. Es erfüllt die angehende Landwirtin, wenn sie hinter den Produkten stehen kann, für die sie täglich arbeitet.
Die 19-jährige Praktikerin will zeigen, dass sie den Beruf mit Freude und Leidenschaft lernt. Sina Rüegsegger möchte durch die Teilnahme auch andere dazu motivieren, diesen Weg einzuschlagen. Für sie ist klar, dass sie in Zukunft einen Betrieb führen möchte. Wo und wie, steht allerdings noch in den Sternen, wie sie sagt.
Bis dahin wird die junge Frau aber nicht Däumchen drehen: Sie hat konkrete Pläne, nach Abschluss des dritten Lehrjahres zur Landwirtin EFZ direkt eine Zweitlehre als Landschaftsgärtnerin anzuhängen.
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Fünf Fragen an Sina Rüegsegger
Deine liebste Arbeit?
Die Stallarbeit bei den Kalbern. Ich schaue, dass die Tiere fit sind, trinken und sie eine gut eingestreute Fläche haben.
Das machst du am wenigsten gerne?
Schwierig, da muss ich überlegen. Vielleicht Maschinen schmieren.
Was sind deine Lieblingstiere?
Kühe (lacht).
Dein Lieblingsessen?
Das Zmorge am Sonntagmorgen. Nichts geht über frische Züpfe.
Welche Superkraft möchtest du gerne?
Am liebsten wäre es, wenn ich nie müde würde, nie schlafen müsste. Ich möchte auch verstehen, was die Tiere zu sagen haben, damit man weiss, was ihnen fehlt.
Betrieb im Berner Chabis-Tal
Sina Rüegsegger weiss, wohin sie gehört. Nach draussen, wo es lebt und bebt. Darum ist sie begeistert von der Ausbildung zur Landwirtin. Die Vielfältigkeit des Berufs treibt sie an. Sie absolviert ihre Ausbildung auf dem diversen Betrieb des Familienzusammenschlusses von Adrian und Stefan Hänni im Bernischen Gelterfingen.
Auf dem 27-Hektaren-grossen Betrieb im sogenannten «Chabis-Tal» wachsen tatsächlich verschiedene Kohlarten und Knollensellerie. Dafür sind sie im Landabtausch mit umliegenden Betrieben. Neben den Gemüsekulturen baut der Zusammenschluss Kunstwiesen, Mais und Futterrüben an.
Brot, Käse und Kabis direkt vermarktet
Der Lehrbetrieb umfasst zwei Standorte. Verteilt darauf werden 115 Milchkühe im automatischen Melksystem gemolken. Dazu gehören 50 Aufzuchtrinder, Galtkühe und Kälber sowie 10 Mastplätze für die Kälbermast. Neben der eigenen Raufutterproduktion beziehen sie dafür von drei Betrieben Futter ab Feld.
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Freitags und samstags zieht eine Gruppe von Bäuerinnen im Hofladen die rot-weissen Vorhänge auf dem Betrieb beiseite. Dann wird der Holzofen eingeheizt und Brot für die Direktvermarktung gebacken. Dort verkaufen sie auch Milch, Käse, Sauerkraut, Kabis und weitere hofeigene Produkte und Produkte aus der Region.
Das aufmüpfige Kalb ist der Liebling
Nach dem kurzen Exkurs durch den Hofladen führt Sina Rüegsegger in den Kälberstall. Dort stellt sie der BauernZeitung ihren Liebling vor. Zwar hat es noch keinen Namen. «Das ist Sache der Kinder», sagt sie mit einem Schmunzeln. Das aufmüpfige Kalb schmiegt sich an die Lernende und lässt sie fast nicht ausreden. Viel zu sagen gibt es auch nicht. Es ist offensichtlich, warum für Sina dieser Nachwuchs ein Liebling ist.
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Diese Lieblinge verlangen der angehenden Landwirtin gerade viel ihrer Zeit ab. Zeit für ihre Hobbys, wie das Gestalten oder das Blumengestecke-Machen, sieht sie momentan nicht wirklich.
Vor dem Lehrantritt war Sina Rüegsegger in der lokalen Feuerwehr aktiv und möchte, wenn dies die Situation wieder zulässt, erneut in den freiwilligen Dienst einsteigen. Bis dahin fokussiert sich die junge Bernerin auf ihre Ausbildung und freut sich, im Sommer die Früchte ihrer Arbeit ernten zu können.
«Lernende des Jahres 2026»
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2021 hat die BauernZeitung erstmals einen Lehrling des Jahres gekürt. Die Auszeichnung stellt motivierten Berufsnachwuchs ins Zentrum. Zehn von ihnen stellen wir Ihnen im Rahmen der Suche nach dem «Lernenden des Jahres 2026» vor. Wer den Titel schlussendlich tragen wird, bestimmen Sie in einer Leser-Abstimmung ab dem 29. Mai.
Weitere Informationen und alle Porträts finden Sie im Dossier.
[IMG 9]Unsere Sponsoren
Bei «Lernende des Jahres 2026» dürfen wir auf die Unterstützung von verschiedenen Partnern zählen. Die Förderung von Lernenden ist für sie eine Herzensangelegenheit. Unser Eventsponsor ist IP Suisse. Die Hauptsponsoren sind agrisano, Ceres Media und Kärcher. Patronatspartner ist agriprof, und Urech Lyss ist als Sachsponsor dabei.
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