Steckbrief
Name: Nico Herren
Alter: 17
Wohnort: Kanton Bern
Lehrjahr: 2. Lehrjahr
Ausbildungsbetrieb: Samuel Zürcher, Ferme de Gréchon, Moudon VD
«Die Landwirtschaft ist kein Beruf, sondern eine Berufung»: Mit diesen Worten bewarb sich Nico Herren als Lehrling des Jahres 2026. Der 17-Jährige ist im zweiten Lehrjahr zum Landwirt. Seine Eltern haben keinen eigenen Betrieb und trotzdem schaute er von klein auf den Kühen beim Grasen zu. Sein Grossvater und nun sein Onkel bewirtschafteten den benachbarten Betrieb im bernischen Wahlendorf. Die Weide reicht bis zum Garten. Auch heute hat er seine Lieblingstiere immer im Blick: Öffnet er die Glastür seines Zimmers auf dem Lehrbetrieb, steht er schon halb im Kälberstall.
Herren macht sein zweites Lehrjahr auf dem Betrieb Ferme de Gréchon von Samuel Zürcher im waadtländischen Moudon. «Wenn ich auswärts arbeite, kann ich doch gleich noch Französisch lernen.» So suchte er für die ersten beiden Lehrjahre Betriebe in der Westschweiz. Für das Dritte wird er nach Hause ins Bernbiet zurückkehren. Nico stapft über den Hof, schnappt sich die Gabel und ruft den Kälbern zu: «Chutscheli, wollt ihr Stroh?»
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Von Anfang an begleiten
Sein Lieblingsort ist klar der Kälberstall – die Kälbli tränkt er täglich und sieht ihnen beim Grösserwerden zu. Im März bauten sie den Kälberstall frisch um, nun ist er grösser und heller. Mit einem Grinsen im Gesicht streicht er dem Holsteinkalb über die Nase.
67 Hektar mit Gersten, Weizen, Zuckerrüben und Mais bewirtschaftet Lehrmeister Samuel Zürcher. Er hält 30 Milchkühe, deren Milch für Gruyère verwendet wird. Nico Herren gefällt es, dass es als Landwirt immer etwas zu tun gibt. «Da wird einem nie langweilig.» Zudem mag er die Arbeit mit den Händen. Lieblingsarbeiten hat er eine Menge: Er pflügt gerne, «bschüttet» oder wäscht die Schwänze der Kühe.
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Ländler sorgt für gute Stimmung
Langweilig wird es dem jungen Mann aber auch in der Freizeit nie. Zuhause spielt er Eishockey beim Eishockeyclub Lengnau und sein Handörgeli hat er auch auf dem Lehrbetrieb dabei. «Diese Musik macht Freude und Stimmung», sagt er. Er mag es gesellig, deshalb trifft er sich jeden Dienstagabend mit anderen Lehrlingen aus der Deutschschweiz im Rahmen eines Kirchenprojektes.
Der aufgeweckte Lernende wird nur bei der Frage nachdenklich, welche Superkraft er denn gerne hätte. «Liebe, Frieden und Gerechtigkeit schenken. Dort, wo es sie braucht», antwortet er.
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Wenn dann, aber richtig
Die Berufsschule liegt nur 200 Meter Luftlinie entfernt. Und das Lieblingsfach ist klar Mechanisierung. «Dort schweissen wir gerade ein Öfeli», erzählt er. In dieselbe Klasse geht auch ein Freund, der ihn auf den Wettbewerb Lernende des Jahres aufmerksam machte. Zusammen produzierten sie ihre Bewerbungsvideos.
Als Lehrmeister Samuel Zürcher von der Bewerbung hörte, sagte er: «Pack deine Schnittschutzhosen und die Motorsäge. Wenn dann, aber richtig.» Natürlich sieht man Nico Herren im Video zuerst mit Schweizerörgeli im Kälberstall. Die beiden Schulkollegen bewarben sich gleichzeitig, doch nur Nico Herren kam unter die 10 Finalist(innen).
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Fünf Fragen an Nico Herren
Welches ist deine Lieblingsarbeit?
Da gibt es eine Menge: Maschinieren, Melken, Bodenbearbeiten, «Bschütte», Schwänze waschen. Viele Arbeiten mag ich gerne.
Was am wenigsten gerne?
Die Kuh stupsen, wenn sie nicht in die Viehbänne einsteigen will.
Welches sind deine Lieblingstiere?
Kühe und natürlich Kälber.
Was isst du am liebsten?
«Meertrübelichueche», für die, die es nicht verstehen: Johannisbeerkuchen.
Welche Superkraft hättest du gerne?
Es wäre praktisch, Liebe, Frieden und Gerechtigkeit dort schenken zu können, wo es sie braucht.
Dorthin, wo es ihn braucht
Nico Herren schlendert in seinen Gummistiefeln auf die Weide. In der Hand hält er einen grossen Stock. Auf Schritt und Tritt folgt ihm der Hofhund Robi, ein zweijähriger Berner-Sennenhund-Rüde. Die Herde erblickt die beiden und die Kühe trotten Richtung Weideeingang. Robi sputet die steile Weide hoch und treibt den Rest der Herde zusammen. Das eingeschweisste Duo nimmt seinen Job ernst.
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Nico Herren will auch nach der Lehre in der Landwirtschaft bleiben. «Ich will noch herausfinden, wo es mich im Leben braucht», sagt der angehende Landwirt. Aber es wäre sein Traum, einen eigenen Betrieb zu führen. «Glücklich und gesund zu sein, ist mein oberstes Ziel.» Die Zukunft der Landwirtschaft sieht er verändert, anspruchsvoll und spannend.
«Lernende des Jahres 2026»
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2021 hat die BauernZeitung erstmals einen Lehrling des Jahres gekürt. Die Auszeichnung stellt motivierten Berufsnachwuchs ins Zentrum. Zehn von Ihnen stellen wir Ihnen im Rahmen der Suche nach dem «Lernenden des Jahres 2026» vor. Wer den Titel schlussendlich tragen wird, bestimmen Sie in einer Leser-Abstimmung ab dem 29. Mai.
Weitere Informationen und alle Porträts finden Sie im Dossier.
[IMG 4]Unsere Sponsoren
Bei «Lernende des Jahres 2026» dürfen wir auf die Unterstützung von verschiedenen Partnern zählen. Die Förderung von Lernenden ist für sie eine Herzensangelegenheit. Unser Eventsponsor ist IP Suisse. Die Hauptsponsoren sind agrisano, Ceres Media und Kärcher. Patronatspartner ist agriprof, und Urech Lyss ist als Sachsponsor dabei.
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