Steckbrief von Marina Schlegel
Name: Marina Schlegel
Alter: 19 Jahre
Wohnort: Gams SG
Lehrjahr: Drittes Lehrjahr
Ausbildungsbetrieb: Cornel Eberle in Mörschwil SG
Ein quirliger Haufen Mastkälber. Mittendrin steht Marina Schlegel, die mit einem geübten Auge diejenigen heraussucht, welche an den Tränkeautomaten sollten. Die 19-Jährige, die kurz vor Abschluss ihrer Ausbildung zur Landwirtin EFZ steht, arbeitet besonders gern mit Tieren. Nach zwei Jahren auf Mutterkuhbetrieben verbringt sie nun das dritte Lehrjahr bei Cornel Eberle im St. Gallischen Mörschwil. Hier kümmert sie sich vor allem um die 130 Mastkälber, 50 Remonten und 80 Mastrinder.
Auch Technik findet sie spannend
«Mir ist es wichtig, dass die Tiere gut gehalten werden», sagt Marina Schlegel. Ihr gefalle hier, dass es ein moderner Betrieb sei. Füttern, misten – fast alles lasse sich maschinell erledigen. Auf ihrem Handy hat sie eine App, die anzeigt, wo, wann und wie viel ein Kalb getrunken hat. Die Finalistin beim Wettbewerb «Lernende des Jahres 2026» findet Technik spannend und ist gern mit Traktor, Bagger oder Hoflader unterwegs.
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Der Ackerbau ist noch zu kurz gekommen
Marina Schlegel stammt aus Gams im St. Gallischen Rheintal. Aufgewachsen ist sie auf dem elterlichen Mutterkuhbetrieb in der Bergzone 1. Während Schwester und Bruder auf anderen beruflichen Wegen seien, habe sie sich selbst schon immer als Landwirtin gesehen, erzählt die Kandidatin. «Mein Vorbild ist mein Vater.» Um in dessen Fussstapfen zu treten, wolle sie später noch eine Metzgerlehre anhängen und sich zur Meisterlandwirtin ausbilden lassen. Ebenfalls plant Schlegel, im Ackerbau grundlegende Erfahrungen zu sammeln. «Das ist ein Bereich, der bisher noch zu kurz gekommen ist.» Der Betrieb daheim sei mit seinen steilen Hängen nicht dazu prädestiniert, räumt sie ein, dennoch finde sich vielleicht eine passende Fläche für einen Acker.
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Der Traum von der grossen Ziegenherde
Wenn Marina Schlegel an den Wochenenden nach Hause fährt, kommt es jeweils zum grossen Wiedersehen mit ihren 35 Bündner Strahlen und Pfauenziegen. Zu diesen Tieren hat sie eine besondere Verbindung. «Ich könnte Stunden damit verbringen, einfach nur bei den Ziegen zu sein und sie zu beobachten», erzählt sie. Dadurch habe sie mit der Zeit ein Gespür für die Tiere entwickelt. «Einer meiner Zukunftsträume ist eine grössere Ziegenherde», verrät Schlegel. «Ich könnte mir auch vorstellen, mit dem Melken zu beginnen.»
Fünf Fragen an Marina:
Deine liebste Arbeit?
Maschinen fahren und Tiere beobachten.
Was machst Du am wenigsten gern?
Es gibt in meinem Berufsalltag keine Tätigkeit, die ich grundsätzlich nicht gern ausübe. Mühe habe ich nur dann, wenn es nicht so läuft, wie ich es möchte.
Was sind Deine Lieblingstiere?
Kühe und Ziegen.
Was ist Dein Lieblingsessen?
Cordon Bleu.
Welche Superkraft möchtest Du gerne?
Unendliches Wissen. Wenn man alles weiss, kann man alles erreichen.
Man kennt sie fast überall
Seit rund zwei Jahren veröffentlicht Marina Schlegel auf Instagram und TikTok regelmässig Videos aus ihrem Berufsalltag. Mal zeigt sie, wie sie auf ihrem Heimbetrieb einen Steilhang mäht, mal ist sie auf dem Traktor oder mit den Tieren zu sehen. Die Videos finden grossen Anklang, bereits zählt die Junglandwirtin Zehntausende von Followern. «Inzwischen kennt man mich fast überall», sagt die Farmfluencerin lachend. Mit ihren Aktivitäten in den sozialen Medien gehe es ihr vor allem darum, auf ihren Beruf aufmerksam zu machen. «Ich möchte der Landwirtschaft ein Gesicht geben und darauf hinweisen, dass dieser Beruf sinnvoll ist und Freude macht.»
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Zwischenjahr auf Betrieb in Australien oder Kanada
Für den Titel «Lernende des Jahres 2026» habe sie sich etwa deshalb beworben, weil sie zeigen wolle, dass Frauen diesen Beruf genauso gut ausüben können wie Männer. Die zweite Lernende auf dem Betrieb, Sarah Eberle, ist ebenfalls unter den 10 Finalist(innen). «Wir haben uns gegenseitig bei der Bewerbung geholfen», erzählt Schlegel.
Nach der Lehrabschlussprüfung im Sommer möchte die angehende Landwirtin EFZ ein Zwischenjahr einlegen. «Auf einem grossen Betrieb in Australien oder Kanada mitanzupacken, würde mich reizen», verrät sie. Auch plant sie, eine Zeit lang in einer Tierklinik zu arbeiten, um mehr über Medizin und Tiergesundheit zu erfahren. Und in ein paar Jahren würde sie gern den elterlichen Betrieb übernehmen.
«Lernende des Jahres 2026»
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2021 hat die BauernZeitung erstmals einen Lehrling des Jahres gekürt. Die Auszeichnung stellt motivierten Berufsnachwuchs ins Zentrum. Zehn von Ihnen stellen wir Ihnen im Rahmen der Suche nach dem «Lernenden des Jahres 2026» vor. Wer den Titel schlussendlich tragen wird, bestimmen Sie in einer Leser-Abstimmung ab dem 29. Mai.
Weitere Informationen und alle Porträts finden Sie im Dossier.
[IMG 6]Unsere Sponsoren
Bei «Lernende des Jahres 2026» dürfen wir auf die Unterstützung von verschiedenen Partnern zählen. Die Förderung von Lernenden ist für sie eine Herzensangelegenheit. Unser Eventsponsor ist IP Suisse. Die Hauptsponsoren sind agrisano, Ceres Media und Kärcher. Patronatspartner ist agriprof, und Urech Lyss ist als Sachsponsor dabei.
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