Richtige «Chüjer» gibt es nicht nur in den Bergen, sondern auch im Flachland, nahe der Grenze zu Deutschland. Das beweist unser Kandidat für den Lehrling des Jahres (LDJ) 2026, Sandro Schneider, eindrücklich.
Leidenschaftlicher Tierhalter im zweiten Lehrjahr
Der 17-Jährige ist auf einem Milchwirtschaftsbetrieb in Würenlingen AG aufgewachsen. Wir treffen ihn auf dem Lehrbetrieb Chleehof, von Beat und Corinne Zimmermann in Fisibach AG, wo der leidenschaftliche Tierhalter sein zweites Lehrjahr absolviert.
Auch Zimmermanns haben den Hauptbetriebszweig Milchwirtschaft, mit rund 40 Kühen und eigener Aufzucht. Sandro Schneiders Liebling auf dem Hof ist eine Kuh: «Naomi», heisst sie. Sie sei anhänglich, eine super Milchkuh, mit einer guten oberen Linie und guten Beinen, beschreibt er die Holstein-Kuh, während er Naomi routiniert am Halfter durch den Auslauf führt.
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Der Chleehof kennt das Prozedere
Schon früh sei für ihn klar gewesen, dass er dereinst Landwirt werden möchte. «Ich war viel im Stall oder auf dem Feld mit meinen Geschwistern», erzählt Sandro Schneider. Dass Milchviehfutter, speziell Gras, zu Milch veredeln kann und daraus Produkte für die menschliche Ernährung entstehen, fasziniert ihn.
Sein Lehrbetrieb Zimmermann ist ein alter Bekannter für die Fans von Lehrling des Jahres. Bereits vor zwei Jahren war die BauernZeitung auf dem Betrieb, mitten in einem Wohnquartier gelegen, an der Grenze zum Kanton Zürich und Deutschland, zu Besuch. Damals wurde Enea Zimmermann auf seinem elterlichen Betrieb porträtiert, der es wie Sandro ebenfalls ins Finale unter die letzten zehn schaffte.
So kam dann der Anstoss für die Bewerbung von Sandro auch von Bäuerin Corinne Zimmermann. Er, sagt Schneider mit einem Schmunzeln im Gesicht, hätte die Ausschreibung ansonsten verpasst. Gemacht war die Bewerbung dann zügig. Gemeinsam mit der Mutter ging es auf dem Heimbetrieb abends nach der Berufsschule in den Stall. Gefilmt wurden dort gleich mehrere Sequenzen.
Am liebsten melkt Sandro Schneider
Motiviert geht er auch zur Berufsschule am Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg in Gränichen AG. Tierhaltung und Futterbau interessieren ihn dort besonders. Die Melkarbeit – zu Hause ist ein Roboter im Einsatz – ist seine Lieblingsarbeit auf dem Lehrbetrieb.
Man sei den Tieren dann nahe und könne sie besonders gut beobachten. Natürlich gäbe es auch Arbeiten, die er weniger gerne mache, gibt er auf Nachfrage zu Protokoll. Eintönige Sachen sind es, etwas das Ausmisten oder das Paratmachen der Boxen.
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Was die Zukunft der Schweizer Landwirtschaft anbelangt, ist der Junglandwirt positiv gestimmt. Man produziere hochwertige Lebensmittel, das werde nachgefragt. Schwieriger seien dafür die Rahmenbedingung auf den Betrieben. Etwa die Bürokratie. Neue Apps für zusätzliche Aufzeichnungen seien nicht immer eine Hilfe.
Fünf Fragen an Sandro Schneider
Diese Superkraft hätte ich gerne:
Fliegen, da praktisch und mit schöner Aussicht.
Meine Lieblingstiere:
Kühe faszinieren mich seit meiner Kindheit.
Mein Lieblingsessen:
Spätzli mit Fleischkügelchen und Bohnen. Eine Eigenkreation meines Grossvaters.
Meine liebste Arbeit:
Vieles, am meisten aber die Melkarbeit.
Das mache ich weniger gerne:
Monotone Sachen wie Misten oder Boxen parat machen.
Drohnen und Töff in der Freizeit
Sei es beim Füttern des Jungviehs, beim Manövrieren mit dem Futtermischwagen oder beim Einfangen eines Huhns für ein Bild: Sandro Schneider hat stets ein sanftes Lächeln auf den Lippen. Natürlich auch, wenn er eines seiner Hobbys präsentiert.
Gelegentlich lässt er seine Drohne steigen, für Videos oder Bilder. «Ich zeige gerne die Landwirtschaft von oben», sagt er, während er das kleine Flugobjekt flink parat macht und mithilfe seines Handys über den Chleehof steuert.
Die Landschaft mag er aber auch aus anderer Perspektive. Mit seinen Kollegen eine Ausfahrt auf den Töffs zu machen, sei ein weiteres Hobby von ihm. Und natürlich die Mithilfe auf dem elterlichen Betrieb.
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Weiterbildungen reizen den Jungbauer
Und welche Pläne heckt er für die Zukunft aus? «Zuerst möchte ich die Ausbildung erfolgreich abschliessen», sagt er. Weiterbildungen reizten ihn aber schon. Sicher die Betriebsleiterschule und je nachdem würde ihn auch der «Agro-Techniker» interessieren.
Dass er sich zu helfen weiss, beweist er auch dem Schreibenden, nachdem dessen Unterlagen von der Winde verweht an einem unzugänglichen Ort landeten. Schon war Sandro Schneider mit dem Laubbläser zur Stelle und löste das Problem.
«Ich hoffe, dass ich euch aufzeigen konnte, dass ich es verdient hätte, Lehrling des Jahres 2026 zu werden», sagt er zum Schluss in seinem Videoporträt.
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[IMG9]Unsere Sponsoren
Bei «Lernende des Jahres 2026» dürfen wir auf die Unterstützung von verschiedenen Partnern zählen. Die Förderung von Lernenden ist für sie eine Herzensangelegenheit. Unser Eventsponsor ist IP Suisse. Die Hauptsponsoren sind agrisano, Ceres Media und Kärcher. Patronatspartner ist agriprof, und Urech Lyss ist als Sachsponsor dabei.
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