«Wir stehen erst am Anfang dessen, was mit Drohnen in der Landwirtschaft möglich ist», sagte Agrarpilot Lukas Eckert jüngst bei seiner Präsentation am Landi-Fachabend in Embrach ZH. Gemeinsam mit Stefanie Seiler ist er bei der Landi-Genossenschaft Züri Unterland tätig. Diese ist seit 2026 Teil eines Franchise-Systems mit spezialisierten Agrarpiloten.
Zehn Standorte decken das Land ab
Das Franchise-System wird durch die Agrarpiloten GmbH organisiert: Das Unternehmen wurde 2016 gegründet und ist seit Anfang 2024 eine 100-prozentige Tochter von Agroline. Derzeit decken zehn Standorte die Schweiz ab. Die Agrarpiloten Zürcher Unterland sind vorwiegend in ihrer Namensregion sowie in Teilen des Kantons Aargau tätig.
Beim Streuen bis zu 20 km/h schnell
Im Zentrum des Abends stand die Drohne DJI Agras T25P. Mit einem Leergewicht von 25 kg und einem 6,6 kg schweren Akku erreicht sie eine Flugkapazität von bis zu 58kg Gesamtgewicht. «Die Maschine fliegt je nach Windverhältnissen zwischen 7 und 8 km/h beim Spritzen, beim Streuen sind bis zu 20 km/h möglich», erklärte Stefanie Seiler.
Gesteuert wird sie auf Basis von Kartenmaterial, das unter anderem von Swisstopo und Google Maps eingelesen wird. Geflogen wird in rund dreieinhalb Metern Höhe über der Kultur.
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Ausbringung an Bedingungen anpassen
Ein wichtiger Aspekt ist die Einstellung der Applikation: «Je kleiner die Tropfen, desto grösser ist das Risiko für Abdrift», erklärte Lukas Eckert. Die Technik ermöglicht es jedoch, die Ausbringung exakt an die Bedingungen anzupassen.
Zum Einsatz kommt die Drohne unter anderem im Pflanzenschutz im Wein- und Ackerbau, beim Ausbringen von Schneckenkörnern oder zur Schattierung von Treibhäusern. Pro Hektare werden dabei etwa 100 bis 150 Liter ausgebracht, je nach Kultur und Mittel – herkömmliche Verfahren liegen dabei meist beim Zwei- bis Dreifachen dieser Menge.
Auflagen bei Einsätzen
Die Einsätze sorgen oft für Aufmerksamkeit: «Wir werden regelmässig von Schaulustigen angesprochen, die wissen wollen, was wir hier eigentlich machen», sagt Seiler. In bewohnten oder sensiblen Gebieten sei zudem eine sorgfältige Planung nötig. Im Umkreis von Flughäfen – etwa beim Flughafen Zürich – muss ein Einsatz im Umkreis von fünf Kilometern vorgängig angemeldet werden, was bis zu drei Tage dauern kann.
Richtpreise pro Einsatz
Die genannten Preise sind Richtwerte und können je nach Auftrag, Distanz und Aufwand variieren.
- Pflanzenschutz Weinbau: Anfahrt ca. 30 Minuten, Parzellen 10, Feldgrösse 2.43 ha, Aufwand 100–150 l/ha, ca. 360 CHF/ha (exkl. Pflanzenschutzmittel)
- Pflanzenschutz Ackerbau: Anfahrt ca. 30 Minuten, Parzellen 2, Feldgrösse 6.5 ha, Aufwand 100 l/ha, ca. 160 CHF/ha
- Schneckenkorn streuen: Anfahrt ca. 30 Minuten, Parzellen 2, Feldgrösse 6.5 ha, Aufwand 7 kg/ha, ca. 90 CHF/ha (inkl. Schneckenkörner)