Sie leben mitten unter uns, sind aber selten sichtbar, ausser man ist in der Dämmerung draussen unterwegs. Sie fressen vielerlei Insekten und gelten als Nützlinge, die uns helfen, indem sie tatkräftig Schädlinge dezimieren.
Die Zwergfledermaus frisst beispielsweise pro Nacht an die 1500 Mücken, eine enorme Leistung für ein so kleines Tier, das ungefähr 4 cm gross ist. Das Grosse Mausohr hat nicht nur Laufkäfer, sondern auch Werren und Schnaken auf seinem Speiseplan.
Sie orientieren sich mit Schallwellen
Die häufigsten Arten, die im Siedlungsgebiet und besonders auf Bauernhöfen anzutreffen sind, sind das Braune Langohr, das Grosse Mausohr und die Zwergfledermaus. Einige Arten, wie die Maus- und Langohren nutzen gerne Dachstöcke, Zwischendächer oder Wandverschalungen als Schlafplätze. Andere, wie der Grosse Abendsegler oder die Wasserfledermaus fühlen sich wohl in Baumhöhlen.
Rauhautfledermäuse nutzen Scheiterbeigen als Winterquartiere. Auch ihr Jagdverhalten unterscheidet sich. Die Zwergfledermaus etwa jagt und frisst gleichzeitig während des Flugs. Das Grosse Mausohr fängt seine Nahrung am Boden und fliegt anschliessend zum Fressen wieder in die Höhe. Strukturreiche Landschaften und abgestufte Waldränder sind für sie wichtig, da sie sich mit Schallwellen oprientieren, kommunizieren und nach Nahrung suchen. Im offenen Feld finden die Schallwellen weniger Widerhall.
Fledermäuse mögen warme und sichere Verstecke
Jede Art hat ihre speziellen Bedürfnisse, die es zu beachten gilt. Gerade bei Umbauten und Sanierungen geht der Fledermausschutz oft vergessen. Die unscheinbaren Flieger werden erst wahrgenommen, wenn man zufällig auf sie trifft.
Fledermäuse passen ihre Körpertemperatur der Umgebungstemperatur an. Deshalb kann es sein, dass sie sich bei niedrigen Temperaturen kaum bewegen und wie tot scheinen. Sie möchten dann nicht «geweckt» werden. Sie greifen nicht an wie beispielsweise Wespen. Doch sie können bei Gefahr zubeissen – deshalb sollte man sie nicht mit blossen Händen anfassen.
Fledermäuse mögen es warm und durchzugsfrei
Fledermäuse mögen Verstecke, die warm, sicher und durchzugsfrei sind. Im Frühling wechseln sie von ihren unterirdischen Winterschlafquartieren in Felsspalten, Höhlen oder Kellern in die «Wochenstube» in Estrichen und Baumhöhlen, wo die Weibchen gemeinsam ihre Jungen aufziehen.
Männchen leben einzeln oder in Junggesellengruppen. Einzelne Arten, wie der Grosse Abendsegler oder die Rauhautfledermaus, fliegen im Frühling nach Nordosten und kehren im Herbst wieder zu uns zurück, um hier zu überwintern.
Bei Sanierungen Rücksicht auf Schlafquartiere nehmen
Bei Sanierungen und Umbauten ist es wichtig, diese in die kalte Jahreszeit zu verlegen. Einige Arten leben gerne in sogenannten Spaltquartieren, das sind etwa Wandverschalungen, Zwischendächer oder hinter Blechabzügen.
Häufig werden diese bei Umbauten verschlossen, auch um allenfalls Wespen abzuhalten. Oder sie werden mit Holzschutzmitteln behandelt, welche aber für die Fledermäuse giftig sein können. Hierzu gibt es eine Liste für fledermausverträgliche Holzschutzmittel.
Wenn man unverhofft auf eine Kolonie trifft, sollte zum Schutz der kleinen Helfer eine Expertin oder ein Experte zugezogen werden, die kantonalen Fledermausbeauftragten helfen weiter. Alle Fledermausarten sind in der Schweiz bundesrechtlich geschützt.
Fledermauskasten aufhängen, um Ersatzquartiere zu schaffen
Fledermäuse sind sehr standorttreu. Pragmatische Lösungen wie Fledermauskästen könnten einfache Kompromisse sein, um verloren gegangene Rückzugsorte zu kompensieren. Der Fledermausschutz Schweiz empfiehlt, Fledermauskästen an Gebäudefassaden oder Bäumen in mindestens vier Metern Höhe, an tagsüber zeitweise besonnten Orten aufzuhängen.
Der Kasten sollte für Marder und Katzen unerreichbar sein. Die Fledermäuse sind angenehme Untermieter, sie nagen keine Löcher und schleppen kein Nistmaterial herbei. Fledermauskästen, die unten offen sind, reinigen sich selbst.