Ein dunkler Saatkrähen-Schwarm kreist über die frisch gesäte Maisparzelle. Darauf reflektieren CDs und Zeltplanen; «Bird-Alert»-Kästen krächzen um die Wette – offensichtlich ohne die Rabenvögel gross zu beeindrucken. Denn diese machen sich in manchen Regionen gemächlich über die Kultur her. Noch bevor der Keimling die Bodenoberfläche durchdrungen hat, rupft ihn der Vogel aus.

Abo Eine Krähe kommt leider selten allein. Gut, wenn sich ein Rabenkrähen-Brutpaar in der Region niederlässt – es vertreibt besonders schadenstiftende Schwärme. Gefrässige Schwarze Vögel Bisher kein Wundermittel, aber Neues für die Krähenabwehr Sonntag, 14. April 2024 Die Förderung von Strukturen wie Hecken oder Feldgehölzen für die natürlichen Feinde von Krähen, wie z. B. von Habichten, kann einen weiteren Beitrag zum Schutz der Saat leisten. «Ausserdem wird das Gebiet so attraktiver für ein dominantes Rabenkrähen-Brutpaar», ergänzt eine Expertin. Brütende Rabenkrähen seien – im Gegensatz zu kolonienbildenden Saatkrähen – quasi der «Jackpot», da sie ihr Revier gegen die besonders schadenstiftenden umherziehenden Schwärme aus Nichtbrütern verteidigten.

Als Frassfeinde von Schnecken und Drahtwürmern sowie als Aasfresser nehmen Krähen allgemein eine wichtige und nützliche ökologische Funktion ein, was es nicht ganz zu vergessen gelte. «Ausserdem ermöglichen Rabenkrähen-Pärchen guten Mäusejägern wie Falken oder Waldohreulen ein Brüten im Kulturland», so die Fachfrau. Diese Vogelarten nutzen nämlich gerne verlassene Krähennester. Jil Schuller

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Konventionelles Mais- und Sonnenblumensaatgut ist mit Ibisio gebeizt, dem Nachfolger von Mesurol. Dieses ist bis zum 31. August 2026 befristet für einen beschränkten Einsatz bewilligt. Es handelt sich um ein Zweikomponenten-Extrakt aus schwarzem Pfeffer. Wird unter einem Bio-Label produziert, ist das Mittel nicht zugelassen, obwohl es nicht-synthetisch wirkt. Deswegen sind vor allem die Biobauern gefordert. Im biologischen Landbau sind laut FiBL derzeit keine Mittel gegen Krähenfrass erlaubt.

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Die Bauern wehren sich

In der Region Bern knallt es derzeit wie im Krieg. Die Landwirte aus der Region wehren sich mit Kleinkalibergewehren und Gaskanonen gegen die Vögel. Ein Landwirt aus dem Westen von Bern hat alle Massnahmen ausprobiert, wie er sagt. «Dieses Jahr war es ganz extrem – vor allem in den Sonnenblumen.» Blindstriegeln kann er die Felder nicht, weil er die Kulturen in Streifenfrässaat anlegt, aber er hat einen «Bird-Alert»-Kasten aufgestellt, Rupfbilder angerichtet, Aminosol gespritzt und geschossen. «Diese Massnahmen sind alle gut – für ein paar Tage. Dann lernen es die Tiere und die Wirkung verfällt komplett», so der Landwirt.

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Die einzige Massnahme, welche diesen Frühling zu nützen scheint, ist die Gaskanone, die bei ihm auf der Sonnenblumenparzelle steht. In unregelmässigen Abständen und per Zeitschaltuhr füllt sich die Kanone mit Gas und gibt einen lauten Knall ab. Den Feldweg haben die Betriebsleitenden vorsichtshalber gesperrt, damit es nicht zu Reiterunfällen oder Klagen kommen kann. Interessanterweise sei er bei den Passanten grösstenteils auf Verständnis gestossen. «Die Leute verstanden mein Anliegen, die Kulturen zu schützen», so der Landwirt.

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Anfangs hat er die Knallfrequenz der Kanone hoch eingestellt, mittlerweile hat er das Intervall etwas reduziert. Die Sonnenblumen befänden sich jetzt im 2-4-Blattstadium und seien grösstenteils «über den Berg», sagt er. Nachsäen sei nicht geplant.