Hansueli Christen, CEO der Meliofeed AG in Herzogenbuchsee BE, wählte an der Jubiläumsfeier 90 Jahre Melior klare Worte: «Bringt endlich den Schweinemarkt ins Lot, sonst vernichten wir uns gegenseitig», appellierte Christen an die Akteure. Er könne sich nicht daran erinnern, dass der Schlachtschweinepreis jemals so tief gewesen sei. 

Schweinemarkt Schweinepreise: Ein Markt im Tal der Tränen Donnerstag, 11. Juni 2026 «Es wird einfach zu viel Schweinefleisch produziert, deshalb haben wir so ruinöse Preise. Die Bauern verlieren deswegen rund 300 Mio. Franken dieses Jahr. Wollen wir, dass es so weitergeht?», fragte der CEO in die Runde.

Ganze Wertschöpfungskette sitzt im selben Boot

Die ganze Wertschöpfungskette müsse sich gesundschrumpfen, sonst komme es nicht gut: «Das betrifft uns alle, auch wir als Futtermittelhersteller und ‑verkäufer sowie der Schweinehandel. Wir sitzen im gleichen Boot», so Hansueli Christen. Für viele Bauernfamilien sei die jetzige Situation existenzbedrohend. 

«Die Schweine-Aktien sind um 33 % gesunken. Ich weiss, es ist eine schwierige Sachlage, doch die jetzige Diskussion macht mich einfach sprachlos», so der Melior-CEO. Es könne nicht sein, dass wegen der aktuellen Situation Bauernfamilien zugrunde gingen. 

«Die Familienbetriebe sind in einer solchen Situation immer das erste Glied in der Kette. Auf die wird auch als Erstes Druck ausgeübt, egal bei welcher Produktion. Doch die Bauernfamilien brauchen ein anständiges Einkommen, damit sie ihre Betriebe erhalten können», so die klare Ansprache von Christen. 

Und: «Ich hoffe, die Botschaft ist endlich bei allen angekommen, das ist mir wichtig, das hier zu deponieren.»

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Es braucht alle für ein gutes Zusammenspiel

Am Mittwoch, 10. Juni, feierte die Meliofeed AG anlässlich der Feldtage in Kirchberg BE, das 90-jährige Bestehen der Melior mit viel Prominenz in einem Festzelt. Moderiert wurde der Anlass vom Marketingleiter Ueli Aeschbacher. 

Hansueli Christen, der CEO, machte dabei einen kurzen Rück- und Ausblick der Firma: «Seit 90 Jahren verbinden wir bei Melior Tierhaltung und Ackerbau mit Leidenschaft und Innovationskraft», hielt er dabei fest. Für die Zukunft wünsche er sich faire Rahmenbedingungen für alle: für die Bauern, für die Branche, für die Wissenschaft wie auch für den Konsumenten – alle müssten am gleichen Strick ziehen, sonst funktioniere auf Dauer kein gutes Zusammenspiel. 

Gute Futtermittel, damit Bauern Geld verdienen können

«Der Klimawandel, die Ressourcen, die Ernährungssicherheit wie auch die gesellschaftlichen Erwartungen – das sind alles Herausforderungen, die wir angehen müssen», stellte Hansueli Christen fest. Nur gemeinsam könne man die Probleme lösen, daher seien der Austausch wie auch der Kontakt untereinander so wichtig. 

«Unser Unternehmen passte sich all die Jahre laufend dem veränderten Umfeld an. Denn uns liegt viel daran, gute Futtermittel für die Tiere anzubieten, damit die Bäuerinnen und Bauern mit der Nutztierhaltung auch Geld verdienen können», fasste es Christen zusammen.

Wegen des Bevölkerungswachstums verlange die Menschheit aber bis ins Jahr 2050 zusätzliche 20 % mehr tierisches Eiweiss. Vor allem in Afrika und Asien werde die Nachfrage noch stark zunehmen. 

Aber auch in der Verfütterung von pflanzlichen Nebenprodukten für die Nutztierhaltung sieht Hansueli Christen ein grosses Potenzial: «Dieses System ist ein zentraler Baustein für eine nachhaltige Landwirtschaft. Dadurch können wir den Nährstoffkreislauf optimal schliessen», so sein Fazit. Jährlich werden so landesweit rund 365 000 Tonnen pflanzliche Nebenprodukte aus der Lebensmittelindustrie sinnvoll verwertet und in Mischfutter integriert. 

80 Personen an vier Standorten

Im Jahr 1936 gründete Jacques Haefliger die Handelsfirma Melior. Der Name Melior komme vom Lateinischen und heisse übersetzt «besser». 1964 habe man an der Expo, an der schweizerischen Landesausstellung in Lausanne VD, das erste Mal das Melior-Combifloc-Futter lanciert. 

Ein weiterer Meilenstein der Firma war die Eröffnung des Futtermittelwerks Biblis in Herzogenbuchsee im Jahr 2003. Letztes Jahr durfte das Unternehmen auch das moderne Milchfütterungskonzept DairyXpert lancieren. 

Seit 1936 produziert und vertreibt die Meliofeed AG nicht nur Mischfutter, sondern auch Mineralfutter, Milchpulver und Spezialitäten der Marke Melior. Das Unternehmen beschäftigt heute insgesamt rund 80 Personen an vier Standorten.