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Pressen ab Stock: Der limitierende Faktor ist der Kranführer, nicht die Technik

Jetzt werden die Heustöcke rausgepresst: Wie man sich am besten auf den Arbeitsschritt vorbereitet. Bei optimalen Arbeitsschritten wären 60 Ballen pro Stunde möglich.

Wer über einen belüfteten Heustock verfügt, hat die Option, das Futter mit einer Restfeuchtigkeit heimzuführen. Heustöcke werden dann aus Kapazitätsgründen oder aus logistischen Gründen rausgepresst.

Andere Betriebsleitende entscheiden sich auch für diese Methode, weil sie überzeugt sind, dass die Bröckelverluste beim Pressen ab Stock geringer sind, als wenn das Futter trocken auf dem Feld gepresst wird. Das Pressen ab Stock erfordert eine spezielle Mechanisierung, die in der Regel nur Lohnunternehmer anbieten.

Kranführer ist der limitierende Faktor

Der limitierende Faktor ist dabei die Schnelligkeit des Kranführers, und dessen Kran, der die grosse Dosieranlage mit rund 15m² Ladefläche mit Futter beschickt. Der zweite Flaschenhals beim Arbeitsvorgang ist das Wegführen der Ballen.

In der Kabine des Traktors überwacht der Fahrer den Dosier- und Pressvorgang sowie das Schnüren der Ballen. Der Monitor zeigt an, wie schwer die gepresste Balle ist, die Feuchtigkeit des Futters, die Anzahl produzierter Ballen, Ballenlänge, Pressdruck, Umdrehungen pro Minute und weitere wichtige Parameter.

Um keine unnötigen Bröckelverluste zu begünstigen, reduziert man bei dieser Arbeit die Drehzahl an der Zapfwelle. Der Pressdruck wird an der Feuchtigkeit und der Beschaffenheit des Materials angepasst, damit das Verhältnis stimmt.

Bei Bedarf Messer montierbar

Die unterschiedlichen Ballenlängen lassen sich mit der neuesten Technik von der Kabine aus einstellen.

In Bergregionen sind meistens kleinere Ballen gewünscht, in Hügel- und Talgebieten eher die grossen 2,5 Meter langen Quaderballen. Optional können Messer zugeschaltet werden, um zum Beispiel Schilfartiges Material oder Stroh zu schneiden.

Pressen ab Stock: Der limitierende Faktor ist der Kranführer, nicht die Technik
Komprimiert: Manche Betriebe pressen ihr Futter aus Platzgründen wieder aus dem Heustock raus.

Möglich wären 60 Ballen pro Stunde

An diesem Tag strebt das Lohnunternehmen, das den ersten Schnitt aus logistischen Gründen mit der Stockpresse und einem 160-PS-Fendt-516 aus dem Heustock rauspresst, ein Quaderballengewicht von 350kg an. Der Maschinist Michael Wenger verzeichnet einen Output von 35 Ballen pro Stunde – möglich wären bei optimalen Arbeitsabläufen 55 bis 60, wie er sagt.

Dazu muss die Dosiereinheit ständig mit viel Futter beschickt und die gepressten Ballen unverzüglich weggeräumt werden. Der Fahrer überwacht während des Stockpressens auch die Motorentemperatur des Traktors, da sich die Luftansaugung und der Kühler oft mit Staub zusetzen.

Im optimalen Fall steht der Traktor ausserhalb der Scheune, so überhitzt der Motor weniger schnell, als wenn der Traktor direkt an einer Mauer stationiert ist. Am Abend heisst es in jedem Fall: Kühler und Luftfilter ausblasen.

Was tun, damit die Durchsatzleistung gesteigert werden kann

Wichtig also, für ein reibungsloses Pressen ab Stock: Frischluft zur Verfügung stellen, Abgase korrekt in den Aussenbereich ableiten, Arbeitsabläufe genau durchdenken, Kranführer genau instruieren und einen schnellen Wegtransport des Pressguts gewährleisten, damit kein Rückstau entsteht.

Auch sollte der Dosierprozess auf die Förder- und Zuführorgane abgestimmt sein. Optimalerweise erfährt das Futter über das Dosiergerät und das Zuführband bis zur Übergabe an die Pick-Up eine kontinuierliche Beschleunigung. Die Futterübergabe vom Zuführband zum Pick-up-System ist dabei entscheidend.

Schlussendlich wird die Durchsatzleistung am Dosiergerät über die hydraulische Rotorenverschiebung, die Rotordrehzahl und den Eingriff der Stahlzinken an die unterschiedlichen Bedingungen angepasst.

Pressen ab Stock: Der limitierende Faktor ist der Kranführer, nicht die Technik
Überwachung aus der Kabine: Mit drei Monitoren kontrolliert der Maschinist, ob keine Fremdkörper im Dosiergerät landen, ob die Wegfuhr funktioniert und das Ballengewicht stimmt.

Schäden an Presse vermeiden

Michael Wenger macht darauf aufmerksam, dass Heuroste und Greiferzähne nicht in die Presse gehören; Durch vorgängiges Überprüfen und Warten des Equipments können Schäden und Ausfallzeiten minimiert werden, so der Lohuntnernehmer. Er weist in diesem Zusammenhang auf die Arbeitseffizienz und die damit einhergehende Wirtschaftlichkeit dieses Arbeitsvorgangs hin. Denn grundsätzlich gilt: Höherer Durchsatz gleich besserer Preis.

  • Je mehr Ballen pro Auftrag gepresst werden, desto günstiger der Ballenpreis.
  • Je mehr Durchsatz pro Stunde, desto günstiger der Ballenpreis.
  • Die Ballenlänge wird in die Preisberechnung einbezogen.

Das heisst zusammengefasst: «Das Pressen von möglichst vielen Ballen in kurzer Zeit ergibt den besten Ballenpreis», so Wenger.

«Der Mehraufwand vom Stockpressen ist unbestritten»

«Der Mehraufwand vom Stockpressen ist unbestritten», sagt Lohnunternehmer und Meisterlandwirt Michael Wenger aus Längenbühl BE, aber die Vorteile überwiegen laut ihm. Für viele Betriebe sei diese Variante ein unumgänglicher Weg, um Lagerkapazitäten freizuräumen und die unterschiedlichen Schnitte trennen zu können. Belüftungsheu ist ausserdem für den Raufutterhandel eine beliebte Option, so Wenger.

Die Kosten vom Pressen von Heu ab Stock liegen laut Michael Wenger leicht über denen des Pressens ab Feld. «Wenn man aber davon ausgeht, dass keine Konservierungsmittel wie beispielsweise Propionsäure verwendet werden müssen und eine höhere Verdichtung möglich ist, relativieren sich die höheren Presskosten. Hinzu kommt noch eine bessere Futterqualität», so Wenger.

Technische Daten von beiden Stockpressen:

  • Newholland BB 890 mit Loopmaster Knoter und Kurmann Dosieranlage QB Modell 19
  • Newholland BB 9060 mit Wenger Dosieranlage, Modell 2004

Ballenmasse: 80 x 90 cm Länge 80 bis 250 cm. Beide Pressen sind mit einem 6-Messer Rafferschneidwerk ausgestattet.

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