Trockenheitsresistentere und mehrjährige Wiesenmischungen seien vermehrt gefragt, bestätigten Nicolas Marti und Dominik Amrein vom BBZN Hohenrain bei der Besichtigung der Versuchsparzellen am Flurgang. Die Wiesen zeigten im zweiten Aufwuchs deutlich, was von ihnen zu erwarten ist, und boten so den rund 60 interessierten Futterbauern gute Vergleiche.
Die gesäten Mischungen, von der verbreiteten SM 330 bis zur wenig bekannten SM 362 oder den SM 400, 442, 444 oder 462, würden sich eher für schwierigere Verhältnisse eignen, und seien somit den veränderten klimatischen Verhältnissen angepasster, meinte Amrein. Allerdings eignen sich nicht alle diese Kunstwiesentypen für jeden Betrieb.
«Wer intensiv nutzen will, muss auch intensiv düngen, nimmt aber mit den auf Masse getrimmten Mischungen mehr Risiko auf sich», erklärte Marti. Zu achten sei auf den optimalen Saatzeitpunkt, nicht zu sparen sei bei der Saatmenge und bei der Beet-Bereitung und es sollte nicht zu tief gesät werden, was häufig missachtet werde.
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Mit dem Ecorobotix gegen Blacken
Nach wie vor Sorgen bereiten vielen Zentralschweizer Futterbauern die Blacken in Wiesen. Mit modernsten Geräten wie dem Ecorobotix stünden heute aber umweltschonende und effiziente Verfahren zur Verfügung. Über die Erfahrungen mit diesem Spot-Sprayer berichtete René Krummenacher vom gleichnamigen Lohnunternehmen in Dietwil.
Grundsätzlich empfahl er Spritzungen im Herbst, weil am wirkungsvollsten und die Erkennung der Pflanzen – mindestens Fünflibergrosse Blätter – für die Kameras am besten sei. «Sobald Blacken aufgestängelt sind, wird es schwierig.»
Einsätze in der Dämmerung oder nachts seien durchaus möglich, weil die Kameras nicht auf Tageslicht angewiesen seien. Offenbar herrsche in der Praxis für den Einsatz des Ecorobotix immer noch etwas Skepsis, erwähnte Nicolas Marti. Wohl auch wegen der höheren Kosten des Verfahrens als bei Flächenbehandlungen.
Und weil eben nicht immer alle Pflanzen absterben, sondern nur jene, welche von der Kamera erkannt und somit bespritzt wurden. Marti wies aber darauf hin, dass mit keinen Ertragseinbussen zu rechnen sei und beim Einsatz der empfohlenen Ally-Tabs nicht nur eine gute Wirkung, sondern auch weniger Umweltrisiken und Resistenzen zu erwarten seien. «Wir von der Beratung stehen zum Einsatz des Ecorobotix und wollen hier am BBZN die Erfahrungen aufzeigen.»
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Separieren bietet viele Vorteile
Zunehmend auf Interesse stösst in der tierintensiven Region der Einsatz von Gülleseparatoren, nicht nur zur Vermeidung von Güllemädli. Auf viele weitere Vorteile wies der Luzerner Ammoniakberater Markus Bucheli hin: bessere Fliessfähigkeit, flexiblere Ausbringung, geringere Futterverschmutzung, gezieltere Nutzung der Nährstoffe und weniger Bedarf an Lagervolumen.
Die Dünngülle eigne sich besser in wachsenden Wiesenbeständen und Weiden, während die separierten Feststoffe im Ackerbau, für den Humusaufbau oder die Wegfuhr von Phosphor geeignet seien. «Am günstigsten, auch für die Umwelt, wäre allerdings verdünnte Gülle», betonte Bucheli. Einige gängige Separatoren, von kleinen bis grossen und mobilen oder stationären, stellte Joel Süess von der Hochdorfer AG vor. Eingesetzt würden Pressschneckenseparatoren und Vakuumseparatoren, die sich bezüglich Funktion, Durchsatz, Konsistenz der Feststoffe und Kosten unterscheiden.
Auf die N-Verteilung achten
Über die laufenden Versuche im Ackerbau informierte Barbara Wälchli vom BBZN Hohenrain. Dabei gehe es um Technik, so beim Einsatz der Krummenacher Doppelscheibenschar mit unterschiedlichem Saatmuster im Vergleich mit Einzelsaat. Oder beim Boden um die Erfahrungen unterschiedlicher Bearbeitung und den Einsatz von Kompostextrakt.
Dabei werde mit der Firma Erdig zusammengearbeitet, welche kürzlich den Umweltpreis der Albert Koechlin Stiftung erhielt. Und im Bereich Düngung würden die Stickstoffverteilung im Brotweizen und die Stickstoffmenge im Silomais untersucht. «Der Stickstoffeinsatz wird immer mehr zum Thema, und gerade beim Einsatz von Hofdüngern ist auf optimale N-Verteilung mehr zu achten», betonte Wälchli.
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Chancen mit der Gentechnik
Sie erläuterte ergänzend moderne Züchtungsmethoden wie Crispr/Cas. Mit dieser molekularen Schere könnten Gene gezielt ausgeschaltet, verändert oder ergänzt werden. Neben ethischen Bedenken gegenüber Gentechnik oder vermehrter Abhängigkeit von Unternehmen seien die Chancen zu beachten: widerstandsfähige Sorten mit bekannten Eigenschaften, Reduktion von Hilfsstoffen und die verkürzten Züchtungsprozesse.
Sie wies auf das Beispiel Kartoffeln hin, wo die heute gefragten Sorten oft sehr anfällig gegen die Kraut- und Knollenfäule sind, weniger marktgängige Sorten aber viel resistenter wären. Durch Platzierung der Resistenzgene solcher Sorten in Marktsorten könnte der Bedarf für Pflanzenschutz deutlich reduziert werden. Es liege nun auch an den Produzenten, sich eine Meinung zu solchen Verfahren zu bilden, zumal in der Schweizer Politik aktuell eine Anpassung der Gesetzgebung diskutiert werde.
Mehr Biodiversität im Rebberg
Den Nutzen von mehr Biodiversität im Rebberg erläuterten Nicole Theiler, Fachperson Weinbau, und Dominik Eisenring vom BBZN Schüpfheim. Derzeit wird der Rebberg bei der Kommende Hohenrain von 60 auf 120 Aren weiterentwickelt und mit Kleinstrukturen ergänzt.
Nützlingsstreifen, Buschgruppen und Trespenwiesen würden nicht nur den Schädlingsdruck vermindern, sondern könnten auch zu besserer Bodenfruchtbarkeit beitragen. «Wir müssen diesen Mehrwert von Schweizer Wein besser vermarkten.»
Für Nicole Theiler ist klar, dass der Markt durchaus noch einige weitere Hektaren Rebberge in der Region ertrage. Trotz sinkendem Weinkonsum und zunehmenden Überschüssen in vielen europäischen Ländern.
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Die Vermarktung sichern
Wein aus der Region sei aber immer beliebter, zudem würden die klimatischen Veränderungen den Anbau hierzulande begünstigen, während in grossen Produzentenländern wie Frankreich, Italien oder Spanien künftig klimabedingt wohl grosse Weinflächen aufgegeben würden.
Im neuen Rebberg Hohenrain werde auf die neuesten pilzwiderstandsfähigen (Piwi) Sorten gesetzt. Während solche weisse Sorten schon durchaus marktbedeutend seien, gebe es bei der Kelterung von roten Piwi-Sorten schon noch einige Herausforderungen, welche bei diesem Projekt ebenfalls angegangen werden sollen.
Theiler wies abschliessend darauf hin, dass Neueinsteiger sich um den Absatz der Weine bemühen müssten, und allenfalls klein starten sollten. «Wer nur Reben anbaut und die Vermarktung als Selbstläufer betrachtet, wird keinen Erfolg haben.»