Sonnenblumen hatten in diesem Jahr manchenorts einen schweren Stand. Zum Teil mussten Sonnenblumenfelder umbrochen und neu mit Mais angesät werden. So auch auf einem Teil der Versuchsfläche des Strickhofs in Lindau. Auf der übrigen Versuchsfläche gedeihen die Sonnenblumen aber gut.

Hacken und Untersaat

Dort startete der Strickhof mit dem Forum Ackerbau einen neuen Anbautechnikversuch. «Wir vergleichen klassische Unkrautregulierung mit Herbizid mit einer rein mechanischen Unkrautregulierung sowie mit der Variante Hacken und Untersaat», erklärte Sonja Basler, Strickhofberaterin am Profiabend Ackerbau. Die Untersaat säte der Strickhof diese Woche am Dienstag beim letzten Hackdurchgang ein.

Basler wies kurz auf die Vorteile von Untersaaten hin. So kann eine Untersaat genauso ein Schutz vor Erosion und Nährstoffauswaschung sein, als auch die Bodenfruchtbarkeit fördern und die Befahrbarkeit des Feldes während der Ernte verbessern. Last but not least ist sie auch eine der Möglichkeiten, wie die Auflagen für den Beitrag für eine angemessene Bodenbedeckung erreicht werden könnten.

Untersaat macht Konkurrenz

Die gleichzeitige Saat von Sonnenblumen und Untersaat ist arbeitstechnisch von Vorteil. Aber, so Sonja Basler: «Versuche der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass sich die Untersaatpflanzen häufig zu schnell und zu stark entwickeln.» Dadurch konkurrenzieren sie die Sonnenblumen, was zu einer empfindlichen Ertragsreduktion führt. Wenn im letzten Hackdurchgang kurz vor Reihenschluss die Untersaat eingesät werde, entwickle sie sich durch das Blätterdach der Sonnenblumen und das fehlende Licht nur zögerlich und konkurrenziere die Sonnenblumen kaum.

Gas geben die Untersaaten erst bei der Abreife der Sonnenblumen, wenn wieder genügend Licht auf den Boden fällt. Dann beginnen sie zu wachsen und einen Teppich zu bilden.

Kosten, Risiken und Preise

DossierDossierFlurgangMontag, 5. Juni 2023 Auf die Kosten der Varianten ging Janine Hitz (Versuchswesen Strickhof) ein. Hitz zeigte mit Zahlen aus dem Maschinenkostenbericht von Agroscope auf, was eine reine Hackvariante gegenüber der klassischen Herbizidbehandlung kostet. Obwohl nach diesen Zahlen die beiden Varianten in etwa gleich teuer sind, sind die Ansätze der Lohnunternehmer in der Praxis häufig deutlich höher.

«Der Grund dafür ist, dass ein wesentlicher Teil des Erfolgs beim Hacken von einer guten Einstellung der Maschinen abhängt und sich so der Zeitaufwand pro Parzelle deutlich erhöht», ergänzte Sonja Basler. Also seien beim Hacken sowohl der Zeitbedarf als auch das Risiko deutlich höher als bei der Herbizidvariante.

Sonnenblumen sind gefragt. «Rahmenverträge wurden für dieses Jahr in der Höhe von 20 000 t (davon 13 000 t HO-Sorten) abgeschlossen und werden für das kommende Jahr bei dieser Menge belassen», ergänzte Sonja Basler. Die Preise sind mit über Fr. 100.-/dt attraktiv.

Und Beiträge gibt es auch

Hinzu kommen die Beiträge für den Verzicht auf Pflanzenschutzmittel (Fr. 400.-/ha) und bei der Variante Hacken für Herbizidverzicht (Fr. 250.-/ha). Bei der Einsaat einer Untersaat lockt ein Beitrag für angemessene Bodenbedeckung von Fr. 250.-/ha. Wer nicht pflügt, kann sich noch den Beitrag von Fr. 250.-/ha holen.

Jedes Verfahren hat seine Vor- und Nachteile. «Untersaaten sind kein Allheilmittel», sagte denn auch Sonja Basler. «Eine Untersaat auf Feldern mit grossem Unkrautdruck oder mit Problemunkräutern ist wenig erfolgsversprechend», so Basler.