Arenenberg-Berater Daniel Nyfeler zählte an der Flurbegehung die Auswirkungen von Mäuseschäden auf: «Durch lückige Bestände steigt der Unkrautbefall und Erdhaufen verschmutzen das Futter. Das führt zu staubigem Dürrfutter und Fehlgärungen in der Silage.» Die Folgen sind Ertragsausfall, Verlust an Futterqualität, Leistungsreduktion der Tiere. Daneben führen die Mäuseschäden auch zum Verschleiss der Maschinen.

Clever mit Übersaaten

Alles in allem verursachen Wühlmäuse eine beträchtliche Schadenssumme. Es ist auch höchste Zeit, mit der Mäusebekämpfung anzufangen. Durch den milden Winter gab es schon Ende Februar junge Mäuse. Wer im Frühjahr die Muttertiere bekämpft, hat kleinere Populationen während der ganzen Vegetation, sagte Arenenberg-Berater Matthias Koller.

Es gäbe Betriebsleiter, die tolerant gegen Mäusebefall seien, zweitens solche, die Mäuse clever bekämpfen, sowie eine dritte Gruppe von Bauernfamilien, die eine rigorose Bekämpfungsstrategie bis hin zu Mäusezäunen verfolgen, zählte Daniel Nyfeler auf. Die Cleveren seien kontinuierlich dran, mausen jährlich und machen Übersaaten.

Tolerant gegen Mäuse zu sein, ist für Obstanlagen keine Option, hingegen im Futterbau schon, sofern man darauf achtet, gute Bestände zu haben. So macht es zum Beispiel Christian Schwager, auf dessen Betrieb in Bichelsee TG die Flurbegehung stattfand. [IMG 2]

Schwager setzt auf Prävention und gesunde, fitte Bestände. Mäuse fangen kommt für ihn nicht infrage. Deshalb sät er die am schlimmsten von Mäuseschäden betroffenen Flächen neu ein. «Das sind etwa 1 bis 2 ha pro Jahr. So habe ich gute Bestände und kein verschmutztes Futter», sagt Schwager. Bei den übrigen Flächen macht er konsequent jedes Jahr im Frühling eine Übersaat. Dafür nutzt er einen Striegel mit einem Sägerät, allenfalls folgt bei trockener Witterung ein Walzdurchgang.

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Rigoros und konsequent

Eine rigorose Strategie verfolgt Norbert Ricklin aus Gommiswald SG. Nichts sei ihm so wichtig, wie effizient Mäuse zu bekämpfen, sagte er. Dafür entwickelte er den «MuuserChnecht». Dazu gehören ein Zylinder, 50 präparierte Drahtfallen, ein Suchstab sowie 25 Markierstäbe.[IMG 3]

Für Rafael Gago von der AGFF ist der Mäuseknecht eine sehr gute Alternative zu Topcat. Gago führte den Mäuseknecht vor (siehe Link). Mit dem spitz zugefeilten Zylinder stösst Gago ein Loch in den Boden und hebt den Grasklumpen heraus. Dann nimmt er die badische Drahtfalle, richtet sie aus und legt sie vorsichtig eingangs in den geöffneten Maustunnel.

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Mit dem Markierstab wird der Standort der Falle markiert, zudem könne die Maus die Falle dann nicht mehr in den Mausgang hineinziehen. Wichtig ist ihm, den Grasdeckel zurückzulegen und anzudrücken. Hat man alle 50 Fallen gestellt, kann man die ersten schon wieder leeren. Der «Muuserchnecht» ist nicht ganz billig. Das Set kostet Fr. 450.– und ist erhältlich beim Landwirtschaftlichen Zentrum SG, Flawil, Telefon 058 228 24 70, E-Mail: lzsg.flawil(at)sg.ch.

Man kann es auch andersherum machen: Norbert Ricklin kommt vorbei und stellt die Fallen. «Ich verlange 100 Franken pro Tag, Fahrkosten 70 Rp./km plus ein Mittagessen», sagte Norbert Ricklin.

Vergraulen statt fangen

[IMG 5] Es gibt keine Maschinen für die Mäusebekämpfung. Hingegen kann man mit einem Tieflockerer oder einem Wiesenlüfter (Pasturator) die Mäuse verscheuchen. Sie ziehen in nahegelegene Parzellen um. In erster Linie dienen diese Geräte aber dazu, den Boden zu belüften, zu lockern und zu ebnen.